Warum Sie den Rasen im Mai nicht mähen sollten (+ Tipps für insektenfreundliches Rasenmähen)

von Anne Seidel
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Vielleicht haben Sie auch schon davon gehört, dass man im Mai keinen Rasen mähen sollte und fragen sich nun, was es damit auf sich hat. Schadet es in diesem Zeitraum dem Rasen mehr als ihm gutzutun oder steckt da etwas anderes dahinter? Im Prinzip handelt es sich hier um eine Kampagne, die vor allem der Umwelt zugutekommen soll. Wir erklären Ihnen Genaueres, damit Sie für sich entscheiden können, ob auch Sie den Rasen im Mai nicht mähen werden.

Der “No Mow May” und seine Vorteile

Rasen im Mai nicht mähen, um Nahrungsquellen für Insekten zu schaffen

Warum soll man im Mai keinen Rasen mähen?

Ihnen ist klar, dass Sie beim Rasenmähen auch all die wilden Blumen und Unkräuter mit abmähen. Im Prinzip ist das ja auch einer der Sinne und Zwecke dieser Rasenpflege. Doch die aus Großbritannien stammende Kampagne möchte genau das verhindern. Denn fehlen diese Pflanzen, fehlt es auch den Insekten an Nahrung, was im Endeffekt zu einem vermehrten Insektensterben führt, von dem auch Nützlinge betroffen sind. Gerade im Frühjahr, wenn die Auswahl an Nahrungsquellen noch allzu hoch ist, würden Sie den Insekten aber einen großen Gefallen damit tun, ihnen das Wenige nicht auch noch zu nehmen (das ist auch einer der Gründe, weshalb viele inzwischen den Rasen durch eine Blumenwiese ersetzen).

Rasen im Mai nicht mähen, damit Blumen sich vermehren können

Rasen im Mai nicht mähen, um Wildblumen wachsen zu lassen

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Deshalb fordert die Kampagne dazu auf, den Rasenmäher einen Monat lang im Schuppen stehenzulassen. Sie können sich stattdessen ja anderen Gartenarbeiten widmen, die wiederum gut für die Insektenvielfalt ist (neue Blumen pflanzen, beispielsweise). In diesem mähfreien Monat bieten Sie den Insekten nicht nur vorübergehend Nahrungsquellen, sondern geben den Pflanzen außerdem auch die Möglichkeit, sich zu vermehren. Und die Vermehrung erfolgt nicht nur dort in Ihrem Rasen, sondern kann sich auf mehrere Kilometer ausbreiten (bei Pusteblumen, beispielsweise, oder wenn Samen an Insekten und Vögeln hängen bleiben und weitergetragen werden), sodass nach dem Mai weiterhin neue Pflanzen wachsen können, obwohl Sie mähen – nämlich in unmittelbarer Nähe.

Die Vorteile wurden durch Untersuchungen bestätigt und hierbei sind es vor allem das Gänseblümchen, der Gundermann im Rasen, der Ehrenpreis, der Klee, Löwenzahn, die Margeriten und Schlüsselblumen, die sich ausbreiten und den Insekten nützlich sind.

Übrigens: Einige der Wildpflanzen, die sich so in Ihrem Rasen breit machen und so unerwünscht sind, sind eigentlich Kräuter, die sogar essbar sind und sogar Ihnen nützlich sein können. Vielleicht sollten Sie ja öfter mal das Mähen reduzieren, um einige dieser Kräuter nutzen zu können.

Muss es unbedingt die ganze Rasenfläche sein?

Wildblumen wie Löwenzahn sind nützlich für Insekten und Menschen

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Ist Ihnen ein komplett ungemähter Rasen doch zu viel des Guten, weil es Ihnen einfach zu ungepflegt aussehen würde, können Sie auch alternativ nur einen bestimmten Bereich oder die ein oder andere Ecke wachsen lassen. So wird der ungemähte Rasen nicht zu aufdringlich wirken und Sie leisten dennoch Ihren Beitrag.

Was können Sie also anderes tun, wenn Sie den Rasen im Mai nicht mähen? Welche anderen Aufgaben sind für Ihre Rasenfläche von Vorteil?

Wenn Sie den Rasen im Mai nicht mähen, tun Sie stattdessen Folgendes

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Nur, weil Sie nicht den Rasen mähen im Mai, bedeutet das nicht, dass Sie ihn komplett vernachlässigen dürfen. Sie können ihn ansonsten, wie gewohnt, weiterpflegen. So sollten Sie beispielsweise den Rasen im Mai düngen, falls das letzte Mal schon eine Weile her ist. Üblicherweise erfolgt die Düngung während der Wachstumssaison alle sechs bis acht Wochen. Sollten Sie also das letzte Mal vor Mitte April gedüngt haben, könnte eine neue Düngung angebracht sein.

Achten Sie außerdem auf ausreichend Feuchtigkeit, denn vor allem junge Rasen können schnell austrocknen, da ihre Wurzeln noch nicht allzu tief in die Erde gewachsen sind. Wenn es nicht regnet, muss der Rasen durchaus mehrmals pro Woche bewässert werden.

Die Zeit, die Sie durch das fehlende Mähen sparen, können Sie stattdessen nutzen, um insektenfreundliche Blumen und Pflanzen zu pflanzen. Und es müssen nicht unbedingt (nur) Zierblumen sein. Sie können auch essbare Pflanzen wählen, von denen Sie ebenfalls etwas haben werden. Hier erfahren Sie, welche Pflanzen für Bienen nutzlos sind.

Wenden Sie ab sofort insektenfreundliches Rasenmähen an

Insektenfreundliches Rasenmähen schützt die Artenvielfalt der Insekten

Warum Sie den Rasen im Mai nicht mähen sollten, wissen Sie jetzt also. Doch das ist nicht das Einzige, was Sie tun können, um den Insekten das Leben zu vereinfachen. Das Ganze nennt sich “insektenfreundliches Mähen” und lässt sich ganz einfach umsetzen:

  • Schneiden Sie den Rasen nicht zu kurz. Eine Länge von 5 cm ist optimal.
  • Geben Sie den Tierchen die Möglichkeit zu fliehen. Zu diesem Zweck sorgen Sie dafür, dass ihr Fluchtweg so kurz wie möglich wird und das funktioniert am besten, indem Sie in der Mitte der Rasenfläche mit dem Mähen beginnen und sich dann nach außen weiterarbeiten. Die Insekten gelangen so zu den Beeten, Hecken oder anderen Sträuchern, wo sie Unterschlupf finden.
  • Wenn möglich, vermeiden Sie den klassischen Rasenmäher. Sie können auch etwas für Ihre Fitness tun, indem Sie eine Sichel oder Sense stattdessen verwenden. Wem dies aus Zeit- oder anderen Gründen nicht möglich ist, kann alternativ auch einen Balkenmäher benutzen oder den Freischneider, der oft auch für die Randbereiche des Rasens eingesetzt wird.
  • Der Rasenschnitt wird von manchen Hobbygärtnern liegen gelassen. Das ist an sich auch keine schlechte Idee, denn so gelangen Nährstoffe zurück in den Boden, während er zersetzt wird. Möchten Sie jedoch auf insektenfreundliche Weise mähen, sollten Sie dies ab sofort nicht mehr tun. Der Grund ist, dass die von Insekten bevorzugten Blumen nährstoffarme, magere Böden bevorzugen.

Anne Seidel ist 1987 in Frankfurt am Main geboren, was auch Ihre Leidenschaft für Großstädte erklärt. Nichtsdestotrotz liebt sie die Natur und Aktivitäten wie Bergsteigen und Camping, weshalb sie auf Umweltfreundlichkeit großen Wert legt - auch, was den Haushalt betrifft. Durch ihr großes Interesse in verschiedensten Themenbereichen wie Garten, Kochkunst, Beauty, Gesundheit und Fitness hat sie sich viel Wissen angeeignet, das sie dank der Arbeit bei Deavita seit 2014 mit ihren Lesern teilen kann.