Angst vor Nadeln überwinden: Forscher entwickeln App gegen Nadelangst

Von Charlie Meier

Menschen werden bald die Möglichkeit haben, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen, aber schätzungsweise 35 % davon haben Angst vor Nadeln. Wissenschaftler haben nun eine App entwickelt, die anhand von Wärmebildern des Gesichts vorhersagen kann, ob jemand in Ohnmacht fällt. Die Idee besteht darin, dass Patienten das Spiel herunterladen und im Wartezimmer spielen. So können diejenigen mit Nadelangst ihren Stress vor jeder Behandlung oder Impfung leichter abbauen.

Auf dem Handy spielen und Angst vor Nadeln Tipps bekommen

ärztin hält spritze vor frau mit angst vor nadeln

Mit der Entwicklung eines Algorithmus für künstliche Intelligenz (KI), kann also bei Menschen anhand von thermischen Gesichtsbildern gemessen und vorhergesagt werden, ob jemand in Ohnmacht aufgrund von Nadelangst fällt. Diese Phobie ist nicht nur unangenehm, sondern macht die betroffene Person auch empfindlicher auf unangenehme körperliche Panikreaktionen. So eine negative Spirale der Angst vor Nadeln kann dementsprechend Ohnmacht auslösen. Das Hauptproblem besteht darin, dass nicht nur die Patienten, sondern auch medizinische Mitarbeiter es sehr schwer finden, zeitnahe Reaktionen zu identifizieren. Darüber hinaus kann so eine App dieser Gruppe von Menschen helfen, ihre Nadelangst zu überwinden. Bevor die Entwicklerin einen Blutspender in Ohnmacht fallen sah, ging es diesem kurz vorher noch gut. Wenn also ein Patient ängstlich, übel oder schwindelig geworden ist, kann es oft zu spät sein, um wirksame Maßnahmen zu ergreifen.

handys mit installiertem spiel gegen nadelangst

Diese Zustände können häufig für das Pflegepersonal eine echte Herausforderung sein. Sobald ein Patient ängstlich, blass oder verschwitzt ist, ist er häufig nicht mehr für Beruhigung empfänglich. Das Problem dabei ist, dass die Angst vor Nadeln bereits früher, manchmal sogar Tage vor dem Termin auftritt. Sicherlich besteht diese Reaktion während der Zeit im Wartezimmer weiter. Darüber hinaus kann Nadelangst schwerwiegende Folgen für viele Betroffene haben. Zum Beispiel vermeiden diese Personen ihre Termine bei Ärzten, Zahnärzten sowie auch bevorstehende Impfungen. Und wenn sich Menschen mit Nadelangst doch trauen, den Schritt zu tun, dauert eine einfache Blutuntersuchung oder Injektion durchschnittlich 20 Minuten länger als sonst. Fast 20 % dieser Patienten haben in früheren Untersuchungen angegeben, dass sie Angst vor Nadeln beziehungsweise einer Impfung haben. Dies kann erhebliche Auswirkungen haben, wenn ein Impfstoff gegen Coronavirus verfügbar wird.

Das Konzept der Forschung

wärmebild vom gesicht einer patientin mit nadelangst

Das Team entwickelte die Hypothese, dass unbewusste Prozesse im Gehirn und im autonomen Nervensystem beteiligt sind. Der Name des Forschungsprojekts ist  FAINT (FAcial INfrared Thermal Imaging zur Verhinderung von nadelinduzierter Ohnmacht). Während der Benutzer das Spiel spielt, registriert der Algorithmus alle Signale von Angst oder Ohnmacht basierend auf dem, was die Selfie-Kamera misst. Dies wären zum Beispiel Blässe im Gesicht. Durch das Spielen des Spiels vor der Blutuntersuchung oder Injektion werden die Benutzer dadurch hoffentlich entspannter und empfänglicher für den Spenderassistenten oder den Pflegefachmann. Diese Idee war die Grundlage für das von Sanquin und Iqonic finanzierte Start-up AINAR. Das Spiel kann kostenlos auf dem iPhone über www.ainar.io heruntergeladen werden. Die Spieler können ein Feedback abgeben, um die App zu verbessern. Das Spiel enthält keine Nadeln. Das einzige, was Sie tun müssen, ist, Rätsel zu lösen, indem Sie diese mit Ihrem Finger ausmalen und Ihr Feedback durch Chatten mit dem Forschungsteam mitteilen.

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