Warum und wann Sie Kartoffelblüten entfernen sollten – Tipps für eine bessere Ernte
Warum kann es sinnvoll sein, Kartoffelblüten zu entfernen? Hier erfahren Sie, wann es wirklich hilft und wie Sie so Ihre Kartoffelernte verbessern können.
Lohnt es sich wirklich, Kartoffelblüten zu entfernen? Wann ist der richtige Zeitpunkt dafür? Und wie beeinflusst das die Größe und Qualität der Kartoffeln? Dieser Artikel gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen rund ums Entfernen der Blüten – inklusive praktischer Tipps für eine bessere Ernte.
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Sie haben Kartoffeln im Garten und fragen sich, ob Sie die Blüten abknipsen sollten? Keine Sorge – mit dieser Frage sind Sie nicht allein! Im Sommer, wenn die Pflanzen blühen, hört man oft: „Kartoffelblüten unbedingt abschneiden!“ Doch stimmt das wirklich? Oder ist das eher ein Mythos? Hier finden Sie alle wichtigen Infos und praktische Tipps, damit Ihre Kartoffeln gesund wachsen und die Ernte gelingt.
Was sind eigentlich Kartoffelblüten – und warum erscheinen sie?
Foto: Andrei Metelev / Shutterstock
Kartoffeln blühen meist im Frühsommer, etwa 6-8 Wochen nach dem Pflanzen. Die hübschen, oft violetten oder weißen Blüten wirken harmlos – doch sie zeigen, dass die Pflanze ihre Energie nun in die Fortpflanzung steckt, also in die Bildung kleiner Früchte (die aussehen wie grüne Beeren). Diese Früchte sind zwar optisch interessant, enthalten aber keine essbaren Kartoffeln – im Gegenteil: sie sind giftig.
Das bedeutet: Die Pflanze investiert Kraft in die Blüte und Fruchtbildung – statt diese Energie in die Entwicklung der unterirdischen Knollen zu stecken.
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Kurz gesagt: Es kann helfen – muss aber nicht.
Wenn Sie die Blüten rechtzeitig entfernen, kann die Pflanze mehr Kraft in die Knollen stecken. Das heißt: größere und kräftigere Kartoffeln.
Vor allem bei Sorten, die spät im Jahr geerntet werden, kann das wirklich einen Unterschied machen.
Aber: Es ist kein Muss! Ihre Kartoffeln wachsen auch mit Blüten ganz normal weiter – nur manchmal eben ein bisschen kleiner.
Vorteile, wenn Sie die Blüten entfernen
Die Pflanze spart Energie – mehr Kraft für die Kartoffeln im Boden.
Es entstehen keine giftigen Früchte (gut, wenn Kinder oder Haustiere im Garten sind).
Besonders bei späten Sorten kann die Ernte größer und besser ausfallen.
Sie haben mehr Kontrolle im Beet und sehen schneller, wie Ihre Pflanzen sich entwickeln.
Und wann ist es besser, die Blüten nicht zu entfernen?
Foto: VITALII BORKOVSKYI / Shutterstock
Es gibt durchaus Situationen, in denen das Entfernen der Blüten überflüssig ist – oder sogar mehr schadet als nützt:
Bei frühen Sorten, die ohnehin schnell reif sind.
Wenn die Pflanze gestresst ist (z. B. bei Trockenheit, Schädlingsbefall).
Wenn Sie lieber natürlich gärtnern und sich an den Blüten freuen.
Wenn Sie nur wenige Kartoffelpflanzen haben und sich der Aufwand nicht lohnt.
Der beste Zeitpunkt, um die Blüten zu entfernen, ist direkt beim Aufblühen oder kurz davor. Sobald die ersten Knospen sichtbar werden, können sie vorsichtig abgeknipst werden – am besten mit der Hand oder einer sauberen Gartenschere.
Tipp: Nicht zu lange warten, da die Pflanze sonst bereits Energie in die Fruchtbildung steckt.
So geht’s richtig: Blüten bei Kartoffeln entfernen – ganz einfach
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Wenn Sie die Blüten entfernen möchten, machen Sie das am besten so:
Warten Sie, bis die Blüten voll geöffnet sind: Nicht zu früh schneiden – die Pflanze soll nicht verletzt werden.
Mit den Fingern abknipsen: Kein Werkzeug nötig. Einfach Blüte vorsichtig zwischen zwei Fingern abdrehen.
Nur die Blüten, nicht die Triebe entfernen: Achten Sie darauf, dass Sie wirklich nur die Blüte abknipsen – nicht den ganzen Stängel oder ein Blatt mit abreißen.
Regelmäßig nachschauen: Manche Pflanzen bilden neue Blüten – dann einfach erneut entfernen.
So bleibt die Pflanze gesund und kann ihre Kraft optimal für die Knollenbildung einsetzen.
Was passiert, wenn man die Blüten einfach dranlässt?
Foto: Tricky_Shark / Shutterstock
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Nichts Schlimmes! Die Pflanze wächst ganz normal weiter, die Kartoffeln reifen auch. Sie sind vielleicht etwas kleiner, aber trotzdem lecker.
Die grünen Früchte, die sich nach der Blüte manchmal bilden, sollten Sie allerdings immer entfernen – sie sind giftig und haben in Ihrem Beet nichts zu suchen.
Viele denken: „Wenn die Pflanze blüht, kann ich bald ernten.“ Aber das stimmt so nicht ganz. Warten Sie, bis das Kartoffelkraut gelb wird, verwelkt und sich fast von allein vom Boden löst. Das ist das echte Zeichen dafür, dass die Knollen reif sind. Je nach Sorte dauert das etwa 3 bis 4 Monate nach dem Pflanzen.
Häufig gestellte Fragen
Foto: irina02 / Shutterstock
F: Entstehen aus den Blüten neue Kartoffeln? A: Nein. Die Blüten bilden kleine grüne Beeren, aber daraus wachsen keine essbaren Knollen. Die Kartoffeln entstehen unter der Erde an den Wurzelausläufern (Stolonen).
F: Sind die Blüten oder Früchte giftig? A: Ja. Die grünen Beeren enthalten Solanin – ein Giftstoff, der für Menschen und Tiere gefährlich sein kann. Sie sollten auf keinen Fall gegessen oder auf den Kompost geworfen werden.
F: Muss man wirklich jede Blüte entfernen? A: Nicht zwingend. Wenn Sie nur ein paar Pflanzen im Garten haben, lohnt sich der Versuch. Bei großen Beeten reicht es oft, nur bei einem Teil der Pflanzen die Blüten zu entfernen und später zu vergleichen.
F: Schadet das Entfernen der Pflanze? A: Wenn vorsichtig gearbeitet wird, nicht. Wichtig ist, dass nur die Blüten entfernt werden und nicht die Triebe oder Blätter verletzt werden.
F: Macht das Entfernen bei jeder Sorte Sinn? A: Nicht unbedingt. Frühe Sorten profitieren meist mehr davon als späte. Es kommt auch auf Boden, Wetter und Pflege an.
Elisa aus Bremen ist leidenschaftliche Autorin mit einem Faible für Design, Lifestyle und nachhaltiges Wohnen. Sie liebt das Reisen, Fotografie und das Entdecken neuer Trends. Nach über 1.000 Artikeln bei Archzine setzt sie ihre Arbeit nun bei Deavita fort. Elisa hat Journalistik in Leipzig studiert und einen Master in internationalen Beziehungen aus Paris.