Schmetterlingsflieder pflanzen: Warum der Schmetterlingsstrauch doch nicht so gut für Schmetterlinge ist

Von Anne Seidel

Der Schmetterlingsstrauch gehört für viele Hobbygärtner einfach dazu. Kein Wunder, denn die vielen Schmetterlingsarten, die er anzieht, machen den Garten besonders attraktiv. Hinzu kommt, dass Sie die Insekten mit reichlich Nahrung versorgen und ihnen etwas wirklich Gutes tun, wenn Sie Schmetterlingsflieder pflanzen – oder etwa doch nicht? Immer häufiger gerät er in die Kritik. Er sei viel zu invasiv und gar nicht so gut für unsere einheimischen Insekten, wie viele annehmen. Wir erklären, was hinter dieser Behauptung steckt.

 Der magnetische Schmetterlingsflieder – Welche Schmetterlinge und Insekten lockt er an?

Schmetterlingsflieder pflanzen - Was sind die Nachteile für Insekten

Es gibt wohl kaum jemanden, der es nicht liebt, diese bunten Falter zu beobachten. Gerade seltenere Exemplare, wie der Schwalbenschwanz, sind immer eine große Freude. Und während der Blütezeit von Juni bis Oktober sorgt der Schmetterlingsstrauch für eine beeindruckende Artenvielfalt. Vor allem in den Monaten Juli bis September ist dies der Fall. Mit welchen Schmetterlingsarten können Sie rechnen, wenn Sie einen Schmetterlingsflieder pflanzen?

Der Schwalbenschwanz ist ein Besucher des Garten bei Flieder

  • Admiral
  • Brauner Waldvogel (Schornsteinfeger)
  • C-Falter
  • Distelfalter
  • Großer Kohlweißling
  • Großes Ochsenauge
  • Kaisermantel
  • Karstweißling
  • Kleiner Fuchs
  • Kleiner Kohlweißling
  • Königskerzen-Mönch
  • Landkärtchen
  • Nierenfleck-Zipfelfalter
  • Rapsweißling
  • Russischer Bär
  • Schachbrett
  • Schwalbenschwanz
  • Segelfalter
  • Silbriger Perlmuttfalter
  • Tagpfauenauge
  • Zitronenfalter

Schmetterlingsflieder pflanzen – Wen zieht er noch an?

Das Taubenschwänzchen frisst ebenfalls vom Nektar des Schmetterlingsstrauchs

Der Schmetterlingsflieder bietet Nahrung für Schmetterlinge, doch nicht nur! Aber wer frisst Schmetterlingsflieder noch? Auch andere Insekten wie Hummeln und Bienen fühlen sich von ihm angezogen. Sogar das interessante Taubenschwänzchen, das so sehr an einen Kolibri erinnert, können Sie vermehrt beobachten. Nachts, wenn all diese Gartenbesucher ruhen, zeigen sich wiederum die Nachtfalter (z.B. die Gammaeule), was ebenfalls ein schöner Anblick ist.

Was zieht die Insekten so stark an?

Schmetterlingsflieder pflanzen und welche Schmetterlinge anlocken


Es gibt viele Blumen, die Schmetterlinge anziehen. Doch der Sommerflieder oder Buddleja davidii, wie der Strauch auch noch genannt wird, scheint dies ganz besonders gut zu können. Doch warum lockt der Schmetterlingsflieder Schmetterlinge an? Zum einen ist es die attraktive Farbe – das Lila wirkt äußerst anziehend auf die Insekten. Zum anderen wird das durch den Duft noch verstärkt.

Scheinbar sind die duftenden Blüten mit ihrem Nektar also ein echter Gaumenschmaus für die kleinen Gartenbewohner und wie es aussieht, tun Sie etwas Gutes, wenn Sie Schmetterlingsflieder pflanzen. Warum hat er bezüglich dessen dann doch bei manch einem so einen schlechten Ruf?

Die negativen Seiten des Sommerflieders

Schmetterlingsflieder pflanzen im Garten für Insekten

Der schöne Schmetterlingsstrauch ist kein einheimisches Gewächs. Ursprünglich kommt er aus Tibet und China. Das macht ihn zu einem sogenannten Neophyten, als einem „Neubürger“, an den unsere Insekten nicht angepasst sind. Während dies bei manch anderen Neophyten kein Problem darstellt (mediterrane Kräuterpflanzen beispielsweise sind von großem Vorteil für unsere Insektenwelt, andere wiederum haben gar keinen Einfluss), ist dies bei diesem Strauch nicht der Fall. Warum der Schmetterlingsflieder nicht gut für Schmetterlinge ist, erklären wir Ihnen nun:

Buddleja davidii zieht den Admiral an, bietet aber keine hochwertige Nahrung


  • Er ist sehr invasiv. Der Schmetterlingsbaum bildet überaus große Mengen an Samen, wodurch er sich rasant ausbreitet. Und auch wenn der Strauch an sich ja wundervoll aussieht und selbst die unschönsten Ecken verschönert, verdrängt er dadurch andere, einheimische Exemplare, die unsere Insektenarten brauchen.
  • Der Flieder soll Schmetterlinge betrunken machen, was sie leichtere Opfer für Vögel und andere insektenfressenden Tiere macht. Diese Behauptung geht jedoch lediglich auf Beobachtungen eines Schmetterlingsexperten zurück und stützt sich bisher auf keine weiteren Beweise. Das im Nektar enthaltene Koffein macht sie jedoch tatsächlich süchtig.

Schmetterlingsflieder pflanzen und Insekten in den Garten locken

  • Gleichzeitig ist der Nektar nicht besonders hochwertig. Das Ergebnis: Die Insekten werden angezogen, erhalten aber nicht das, was sie brauchen. Sie verschwenden Ihre Zeit damit, nicht vorhandenes Futter zu suchen, statt sich zu vermehren. Das gilt nicht nur für den Schmetterling, sondern für sämtliche Insektenarten, die von ihm angezogen werden.
  • Es reicht nicht, wenn Sie nur Schmetterlingsflieder pflanzen. So vorteilhaft er auch zu sein scheint, er bietet längst nicht alles Notwendige für unseren heimischen Insekten. Denn bevor der Falter zum Falter wird, ist er unter anderem zunächst einmal eine Raupe, die ebenfalls Futter benötigt. Versorgen Sie also auch diese mit Nahrung, indem Sie beispielsweise eine kleine Ecke mit geeigneten Pflanzen gestalten (z.B. Brennnesseln, Blutweiderich, Faulbaum, Gewöhnlicher Wasserdost, Hornklee, Kohl, Wilde Möhre, wilder Fenchel und einige Gräser).

Was kann man statt Schmetterlingsflieder pflanzen?

Welche Alternativen gibt es zum Neophyten, dem Sommerflieder

Haben Sie bereits diese Fliederart im Garten, können Sie die Vermehrung einschränken, indem Sie die verblühten Blüten sofort abschneiden, noch bevor sich Samen gebildet haben. Sorgen Sie außerdem für eine Artenvielfalt, indem Sie andere, nektarreiche und heimische Pflanzen zu Ihrem Garten hinzufügen. Phlox beispielsweise ist bei nektarsaugenden Insektenarten sehr beliebt.

Sollten Sie noch darüber nachdenken, einen Fliederstrauch zu kaufen, könnten Sie auch stattdessen den Gemeinen Flieder wählen, der nicht weniger schön ist und sogar weitere Blütenfarben zu bieten hat. So oder so tun Sie mit einheimischen Wildstauden all unseren Insekten etwas Gutes und das gilt auch für die bedrohten Arten.

Bienen werden auch vom Schmetterlingsstrauch angezogen

Unter anderem folgende Blumen bieten reichlich Nahrung für Schmetterlinge, Raupen und andere Insektenarten:

  • Bartblume
  • Blaukissen
  • Dill
  • Disteln, darunter auch Kugeldistel und Edeldistel
  • Fetthenne
  • Gewöhnlicher Liguster
  • Gewöhnlicher Wasserdost
  • Herbstaster
  • Hornklee
  • Jelängerjelieber – Geißblatt
  • Judastaler
  • Kapuzinerkresse
  • Kartäusernelken
  • Lavendel
  • Natternkopf
  • Phlox
  • Prachtscharte
  • Rote Johannisbeere
  • Salweide
  • Steinkraut
  • Thymian
  • Tüpfeljohanniskraut
  • Wohlriechendes Veilchen
  • Wiesenflockenblume
  • Wilder Majoran (Oregano, gemeiner Dost)
  • Zinnien

Der Sommerflieder ist sehr invasiv und verdrängt heimische Pflanzen

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