Neue Studie zeigt, dass eine Infektion mit Coronavirus auch das Innenohr befallen kann

Von Charlie Meier

Bisher gab es Berichte von COVID-19-Patienten über Symptomen wie Hörverlust, Tinnitus und Benommenheit, was laut Forschern auch das Innenohr betrifft. Schwindel und Gleichgewichtsstörungen können dementsprechend bei Corona-Infektionen auftreten, was darauf hindeutet, dass SARS-CoV-2 auch diesen Bereich infizieren kann. Eine neue Studie liefert einen Nachweis dafür, dass Coronavirus tatsächlich die Haarzellen befallen kann. Diese sind sowohl für das Hören als auch für das Gleichgewicht entscheidend.

Wie COVID-19 das Innenohr gefährden kann

wie sich eine infektion mit sars cov 2 auf das innenohr auswirken kann

Die Forscher fanden außerdem auch heraus, dass ein Infektionsmuster im menschlichen Innenohrgewebe mit den Symptomen übereinstimmt, die bei COVID-19-Patienten zu beobachten waren. Um eine Infektion mit Sars-CoV-2 in Bezug aufs Gehör zu untersuchen, schufen die Studienautoren Zellmodelle, indem sie menschliche Hautzellen verwendeten. Sie wandelten diese dann in induzierte pluripotente Stammzellen um. Dann konnten sie diese Zellen dazu anregen, sich in verschiedene Zelltypen im Innenohr zu differenzieren: Haarzellen, Stützzellen, Nervenfasern und Schwannsche Zellen, die Neuronen isolieren. Darüber hinaus konnten die Forscher Proben von schwer zugänglichem Innenohrgewebe von operierten Patienten entnehmen. Das Team zeigte dann, dass Sars-CoV-2 tatsächlich das Innenohr und insbesondere die Haarzellen infizieren kann. Die Wissenschaftler fanden außerdem auch heraus, dass die anderen Zelltypen in ihren Modellen nicht anfällig für eine Corona-Infektion waren. Die Ergebnisse legen nahe, dass Cochlea-Haarzellen ebenfalls Proteine ​​enthalten, die den Eintritt von SARS-CoV-2 in das Innenohr ermöglichen.

patientin wird auf hörprobleme von ärztin untersucht

Mögliche Wege für das Coronavirus, in die Ohren einzudringen, umfassen die Eustachische Röhre, die die Nase mit dem Mittelohr verbindet. Das Virus könne möglicherweise auch durch kleine Öffnungen, die die Riechnerven umgeben, aus der Nase entweichen, so die Studienautoren. Dies würde es ihm ermöglichen, in den Gehirnraum einzudringen und Hirnnerven zu infizieren. Die Forscher hoffen nun, mit ihren menschlichen Zellmodellen mögliche Behandlungen für die durch SARS-CoV-2 und andere Viren verursachten Innenohrinfektionen zu testen. Obwohl diese Studie stark darauf hindeutet, dass COVID-19 Hör- und Gleichgewichtsprobleme verursachen kann, ist der Gesamtprozentsatz der COVID-19-Patienten, die Ohrenprobleme hatten, nicht bekannt.

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