Gemüse düngen: Erfahren Sie, wie Sie Viehmist, Kompost, Hornmehl und vegane Dünger richtig anwenden

von Anne Seidel
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Die ausgewählten, hochwertigen Gemüsesorten auszusäen oder vorzuziehen ist nur die eine Sache. Damit Sie sich an einer reichen Ernte mit großen und saftigen Früchten erfreuen können, müssen Sie die Pflanzen zu den richtigen Zeiten natürlich auch mit Nährstoffen versorgen. Nur, wenn Sie Gemüse richtig düngen, haben die Pflanzen die nötige Kraft, um perfekte Früchte auszubilden. Die Wahl des richtigen Düngers kann sich als etwas schwierig erweisen, da ja jede Pflanze auch unterschiedliche Mengen an Nährstoffen braucht. Wir versuchen, Ihnen einen Überblick zu verschaffen, wie und womit Sie Ihr Gemüse düngen, damit Sie in dieser Saison auch wirklich alles richtig machen.

Womit Gemüse düngen?

Gemüse düngen - Organischer und mineralischer sowie veganer Dünger

Es ist wichtig zu wissen, dass Gemüsepflanzen nicht mit jeder Art von Dünger zufrieden sind. Genauer gesagt ist es die Zusammensetzung, die sich als problematisch herausstellt. So ist beispielsweise organischer Dünger, der von vielen bevorzugt wird, zwar nährstoffreich und perfekt für Gemüsepflanzen, jedoch muss dieser erst im Boden zersetzt werden, bevor die Pflanzen in der Lage sind, die Nährstoffe beziehungsweise die Mineralsalze aufzunehmen. Das nimmt eine gewisse Zeit in Anspruch und aus diesem Grund muss diese Art von Dünger auch schon beizeiten in den Boden eingearbeitet werden, oder aber vorausschauend für die kommenden Wochen.

Horndünger in Kompost ist ein guter Langzeitdünger für Starkzehrer

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Im Unterschied dazu kann mineralischer Dünger direkt aufgenommen werden. Das ist dann sehr praktisch, wenn Sie vergessen haben, bereits vor der Pflanzung die Erde zu düngen für Gemüse, also die Gartenerde vorzubereiten. Es birgt aber auch ein Risiko: gerade, weil er so schnell und einfach aufgenommen werden kann, kann man auch mal schnell ungewollt die jungen Pflänzchen überdüngen. Hinzu kommt, dass mineralischer Dünger als nicht sehr umweltfreundlich angesehen wird. Sie sollten sich also rechtzeitig Gedanken darüber machen, wie Sie Ihr Gemüse düngen möchten und ab wann.

Gemüse düngen mit veganem Düngemittel aus Pflanzen

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Zusammenfassend kann man sagen, dass:

  • organische Dünger weniger konzentriert sind, dafür aber über einen längeren Zeitraum zersetzt werden und somit länger wirken.
  • mineralische Dünger sind höher konzentriert und wirken sofort, aber können zu Überdüngung führen.

Alle drei bis vier Jahre empfiehlt es sich, den Boden analysieren zu lassen. So wissen Sie immer genau, welche Nährstoffe ihm zugeführt werden sollten und von welchen ausreichend vorhanden sind, um weder einen Nährstoffmangel, noch eine Überdüngung zu riskieren.

Gemüse düngen mit Pferdemist

Gemüse düngen mit Pferdemist, Guano oder anderer Viehmist

Nicht nur Pferdemist, sondern Viehmist im Allgemeinen zählt zu den besten Düngern. Egal, ob Sie das Gemüse düngen mit Pferdeäpfeln, Kuhmist oder das anderer Nutztiere: es empfiehlt sich getrockneter Mist.

Haben Sie schon einmal vom sogenannten Guano gehört? Dabei handelt es sich um Kot von Seevögeln, das bestens für Gemüsepflanzen geeignet ist. Möchten Sie jedoch Ihr Gemüse mit Guano düngen, greifen Sie anders als beim Nutztiermist zu frischem Kot. Der getrocknete sondert nämlich Staub aus, der eine ätzende Wirkung auf der Haut hat.

Hornspäne sind ein gutes Düngemittel

Hornmehl, Hornspäne und Horngrieß für Stickstoff im Beet

Hornspäne, Hornmehl, Horngrieß – sie alle sind im Prinzip das Gleiche, nur die Größe der Partikel ist unterschiedlich. Und je nachdem wie stark es gemahlen ist, desto langsamer oder schneller zersetzt sich Horndünger auch. So eignen sich zur Bodenvorbereitung die Späne sehr gut. Möchten Sie Ihr Gemüse düngen mit Hornspänen, mischen Sie es einfach in den Kompost und arbeiten Sie das Ganze dann in den Boden ein.

Die richtige Pflanzenpflege für eine reiche Ernte

Sobald es an der Zeit ist, nachzudüngen, können Sie dann das feinere Mehl verwenden. Starkzehrer profitieren beispielsweise ab Juni davon. Möchten Sie hingegen mittelzehrendes Gemüse düngen mit Hornmehl, reicht die Sommersaison aus. Das heißt, sie benötigen nicht die zusätzliche Zugabe zum Kompost zu Beginn der Frühlingssaison.

Horndünger besteht aus den Klauen und Hörnern von Tieren und versorgt Ihre Pflanzen mit einer guten Menge an Stickstoff, ist aber für Schwachzehrer weniger geeignet.

Mit Kompost die Gemüsepflanzen nähren

Gemüse düngen mit Kompost für einen nährstoffreichen Boden

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Viele Hobbygärtner besitzen bereits einen Komposthaufen und nutzen den erhaltenen Kompost fleißig zum Düngen. Sie sollten jedoch wissen, dass Sie diesen bereits im Herbst oder spätestens im Frühjahr, wenn Sie die Beete vorbereiten, einarbeiten sollten. Kompost wird nur oberflächlich in die Erde gegraben. So haben die Mikroorganismen bis zur Auspflanzung noch ausreichend Zeit, um die Substanzen zu zersetzen, damit die Nährstoffe sofort aufnahmefähig sind, sobald die Pflanzen erst einmal im Beet sind. Wie viel benötigen die Gemüsepflanzen?

  • Stark- und Mittelzehrer (z.  B. Tomaten oder Kohl): 6 bis 10 Liter pro Quadratmeter
  • Schwachzehrer (z. B. Möhren oder Erbsen): 3 bis 5 Liter pro Quadratmeter, also die Hälfte

Eine Bodenanalyse machen, wenn Sie Gemüse richtig düngen möchten

Eine Zwischenkultur mit Gründüngungspflanzen bietet ebenfalls einen Vorteil. Und zwar versorgen sie die anderen Pflanzen mit Stickstoff. Für schwachzehrende Gemüsepflanzen reicht die Menge sogar so gut aus, dass die anfängliche Kompostgabe durchaus wegfallen kann.

Gibt es vegane Düngemittel?

Im Herbst oder Frühjahr organische Dünger einarbeiten

Veganismus liegt im Trend, aber wer dachte, dass dieser erst mit der Ernährung beginnt, liegt falsch. Denn manche Veganer legen auch Wert darauf, dass bereits die Produktion des Gemüses auf vegane Weise erfolgte. Was genau ist gemeint? Und zwar sollten nur pflanzliche Düngemittel eingesetzt werden. Hornmehl und -späne, die als Abfall beim Schlachten entstehen, aber auch Viehmist sind also tabu. An sich ist die vegane Düngeweise kein Problem. Da pflanzliche Mittel jedoch auch Nährstoffe in geringerer Konzentration enthalten, müssen Sie öfter und in größeren Mengen Ihr Gemüse düngen.

Mineralische Dünger wirken schnell und sind hoch konzentiert

Gut geeignet ist eine selbstgemachte Brennnesseljauche, aber auch die sogenannten Gründüngungspflanzen, die, wie bereits erwähnt, in Form einer Zwischenkultur angebaut werden, kommen infrage. Zu diesen Kulturen können der Rotklee und die Lupinen. Kompost ist dann vegan, wenn Sie auch dort keine tierischen Abfallprodukte wie Eierschalen verwendet haben. Ansonsten gibt es auch im Handel bereits spezielle vegane Düngemittel zu kaufen.

Anne Seidel ist 1987 in Frankfurt am Main geboren, was auch Ihre Leidenschaft für Großstädte erklärt. Nichtsdestotrotz liebt sie die Natur und Aktivitäten wie Bergsteigen und Camping, weshalb sie auf Umweltfreundlichkeit großen Wert legt - auch, was den Haushalt betrifft. Durch ihr großes Interesse in verschiedensten Themenbereichen wie Garten, Kochkunst, Beauty, Gesundheit und Fitness hat sie sich viel Wissen angeeignet, das sie dank der Arbeit bei Deavita seit 2014 mit ihren Lesern teilen kann.