Wie körpereigene Zellen unseres Immunsystems vor Darmkrebs schützen

Von Charlie Meier

Eine neue Studie legt nahe, dass eine Untergruppe des Immunsystems, die körpereigene Zellen beinhaltet, einen Schutz vor Dickdarmkrebs bietet. Solche Immunzellen, die als angeborene lymphoide Zellen (ILC3) bekannt sind, pflegen die gesunde Verbindung zwischen dem Immunsystem und den Darmmikroben. Darüber hinaus öffnet der neue Befund die Tür zu neuen Behandlungsstrategien gegen derartige Krebsarten.

Tumorentwicklung im Darm durch körpereigene Zellen aufhalten

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Das Forschungsteam zeigte, dass solche Immunzellen bei Menschen mit Darmkrebs dazu neigen, sich drastisch zu reduzieren und funktionell zu verändern. Ferner wurde dadurch ersichtlich, dass experimentell die Funktionen von ILC3-Zellen bei Labormäusen zu aggressivem Darmmikrobiom führt. Dies könnte die Tumorbildung verhindern, jedoch auch die Wirksamkeit der Krebsimmuntherapie verringern. Die neuen Ergebnisse legen neue Möglichkeiten für die klinische Herangehensweise an Darmkrebs nahe. Dies hilft außerdem auch zu erklären, warum solche Krebsarten oft nicht auf Immuntherapien reagieren. Darüber hinaus könnte die Darmflora ein Faktor sein, der die Resistenz gegen Immuntherapien beeinflusst, so die Studienautoren. In dieser Forschungsarbeit untersuchten sie dementsprechend die Rolle, die körpereigene Zellen bei Krebs im Darm spielen. Die Forschungsgruppe analysierte dazu kolorektale Tumore und präkanzeröse Polypen von Menschen und Mäusen. Das Team fand heraus, dass ILC3 aus Krebsgeweben im Vergleich zu gesundem Gewebe relativ erschöpft und in ihren Funktionen weiter grundlegend verändert waren.

eine bakterielle darminfektion kann zu tumorbildung führen

Neben diesem Verlust der normalen Aktivität der Immunzellen im Darm beobachteten die Autoren weiterhin, dass die Fähigkeit zur Regulierung von T-Zellen signifikant gestört war. Diese Unterbrechung des Dialogs zwischen ILC3- und T-Zellen führte außerdem zu einer Zunahme der Darmentzündungen. Diese Veränderungen der Darmmikroben führen wiederum zu einer Abnahme der T-Zellen, die normalerweise stark gegen Tumore sind. Die Transplantation der Mikroben von menschlichen Patienten in Labormäuse führte außerdem auch zu einer Therapieresistenz. Diese Studie beleuchtet einen Mechanismus dieser Resistenz, der durch eine Fehlregulation des Mikrobioms angetrieben wird. Dies deutet beispielsweise darauf hin, dass Forscher eines Tages Darmmikrobiota untersuchen könnten, um die Tumorentwicklung und das Ansprechen auf die Immuntherapie vorherzusagen. Sie arbeiten nun daran, die Arten von Darmbakterien zu identifizieren, die in dieser Hinsicht am nützlichsten sind.

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