Haarausfall bei Stress: Warum kann ein Haarverlust psychische Ursachen haben?

Autor: Olga Schneider

Für viele Menschen ist der Haarausfall bei Stress vorprogrammiert. Aber woran liegt der stressbedingte Haarverlust eigentlich? Die sogenannten Stress-Hormone können ihn auslösen. Forscher an der Universität in Harvard versuchen nun herauszufinden, warum sie den Haarzyklus verändern können und was man dagegen tun kann.

Haarausfall bei Stress: Warum die hohe psychische Belastung den Haarzyklus verändert

Haarausfall bei Stress liegt an Hormonen und Proteinen

Ein Haarzyklus besteht aus drei Phasen. Während der Wachstumsphase wachsen neue Haare. Während der Ruhephase bleiben die Haare auf dem Kopf, wachsen aber nicht mehr. Während der Degenerationsphase beginnen die Haarfollikel abzusterben. Um den Prozess besser zu verstehen, haben die Forscher das Hormon Kortikosteron unter die Lupe genommen. Sie haben ein Experiment mit Mäusen durchgeführt und festgestellt, dass bei Mäusen, deren Körper das Hormon nicht produziert, die Ruhephase deutlich kürzer als gewöhnlich war. Dafür waren aber die Wachstumsphasen deutlich länger. Als die Forscher den Mäusen Kortikosteron gaben, wurde der Haarzyklus verlangsamt.

Ein neues Protein kann den Haarzyklus steuern

Wie Haarausfall bei Stress vermeiden

Im Rahmen von neun Wochen gaben dann die Forscher Mäusen zusätzlich das Hormon Kortikosteron. Sie stellten fest, dass der Hormonspiegel deutlich höher als gewöhnlich war. Das führte zu einer längeren Ruhephase. Aufgrund der Testergebnisse gelang es den Wissenschaftlern, das Protein GAS6 zu finden. Es spielt eine wichtige Rolle für das Haarwachstum, denn es regelt den Haarzyklus.

Die Wissenschaftler haben das Protein in die Haut der Mäuse eingeschleust und festgestellt, dass es das Haarwachstum stimulierte. Selbst dann, wenn die Mäuse gestresst waren, wuchsen die Haare weiter.

Die Testergebnisse sind vielversprechend. Wenn es den Medizinern gelingt, die Proteinwerte im Körper zu steuern, dann können sie das Haarwachstum stimulieren. Das könnte sich gerade für Menschen mit einem stressigen Alltag als besonders hilfreich erweisen. Auch für Menschen mit schweren Erkrankungen und für Menschen, die ein stressiges Erlebnis hinter sich haben.

Die Wissenschaftler raten dazu, dass man möglichst stressfrei lebt und lernt, mit stressigen Situationen umzugehen.

Die Studienergebnisse wurden im Fachjournal „Nature“ veröffentlicht.

Anzeige



Bild einbetten

Code kopieren, um das Bild einzubetten: Großes Bild: Kleines Bild: BB-Code:
Fertig