Frühes Aufstehen kann mit nur einer Stunde das Depressionsrisiko senken

Von Charlie Meier

Eine genetische Studie ergab, dass frühes Aufstehen und die Verschiebung der Schlafzeit um nur eine Stunde das Risiko einer schweren Depression um 23 Prozent senkt. Die Ergebnisse liefern die stärksten Beweise dafür, dass der Chronotyp, oder die Neigung einer Person, zu einem bestimmten Zeitpunkt zu schlafen, das Depressionsrisiko beeinflusst. Diese Forschung quantifiziert außerdem auch, welche Veränderungen im Lebensstil erforderlich sind, um die psychische Gesundheit zu beeinflussen.

Wie sich frühes Aufstehen auf die Psyche auswirken kann

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Wenn Menschen während der Pandemie Zuhause arbeiten und nicht zur Schule gehen, kann diese Routine ernsthafte psychische Auswirkungen haben. Dieser Trend hat mittlerweile viele Menschen dazu veranlasst, zu einem späteren Schlafplan zu wechseln. Die Studienautoren fanden heraus, dass selbst eine Stunde früheres Aufstehen mit einem deutlich geringeren Depressionsrisiko verbunden ist. Frühere Forschungen zeigen, dass Nachtschwärmer doppelt so oft wie Frühaufsteher an Depressionen leiden, unabhängig davon, wie lange sie schlafen. Weil Stimmungsstörungen jedoch selbst das Schlafmuster stören können, fiel es den Forschern schwer zu entschlüsseln, was zu solchen Zuständen führt. Das Team verwendete daher eine Methode namens „Mendelsche Randomisierung“, die genetische Assoziationen nutzt, um Ursache und Wirkung zu entschlüsseln. Die Forscher werteten genetische Daten von bis zu 850 000 Personen aus. Dies gab ihnen bis auf die Stunde genau ein detaillierteres Bild davon, wie sich Varianten in Genen auswirken, wenn Menschen schlafen und aufwachen.

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Jeder frühere Schlafmittelpunkt auf halbem Weg zwischen Schlafenszeit und Wachzeit entsprach einem um 23 % niedrigeren Risiko für schwere Depression. Dies deutet darauf hin, dass frühes Aufstehen sowie Einschlafen mit gleicher Dauer des Schlafs, das Depressionsrisiko um 23 % senken könnte. Wenn Menschen noch früher ins Bett gehen oder aufwachen, könnten sie es sogar um etwa 40 % reduzieren. Aus der Studie geht jedoch nicht hervor, ob diejenigen, die bereits Frühaufsteher sind, davon profitieren könnten, noch früher aufzustehen. Für Personen im mittleren oder abendlichen Bereich wäre es daher wahrscheinlich hilfreich, auf eine frühere Schlafenszeit umzusteigen. Diese Studie verschiebt definitiv das Gewicht der Beweise hin zur Unterstützung eines kausalen Effekts des Schlaf-Timings auf Depressionen.

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