Die Einnahme von Antibiotika als Kind beeinträchtigt die Gehirnentwicklung

Von Charlie Meier

Eine kürzlich durchgeführte Studie legt nahe, dass die Einnahme von Antibiotika im Kindesalter das Gehirn in Bereichen verändert, die für kognitive und emotionale Funktionen verantwortlich sind. Penicillin und andere Antibiotika ändern außerdem das Darmmikrobiom, das nützliche Mikroorganismen enthält. Diese regeln die Genexpression und wie Zellen auf das sich verändernde Umfeld reagieren. In Schlüsselbereichen ermöglicht dies die Gehirnentwicklung. Die Ergebnisse zeigen, dass Alternativen zum weit verbreiteten Einsatz von Antibiotika neurologische Entwicklungsprobleme verhindern könnten.

Probleme mit der Neuroentwicklung wegen Einnahme von Antibiotika

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Penicillin und verwandte Arzneimittel, wie zum Beispiel Ampicillin und Amoxicillin, sind die weltweit am häufigsten bei Kindern eingesetzten Antibiotika. Das durchschnittliche Kind erhält vor seinem 2. Lebensjahr fast drei Behandlungen mit Antibiotika. Diese Raten treten in vielen Ländern auf. Die frühere Forschung der Studienautoren hat gezeigt, dass die Exposition junger Tiere gegenüber Antibiotika ihren Stoffwechsel und ihre Immunität verändert. Die dritte wichtige Entwicklung im frühen Leben betrifft das Gehirn. Diese Studie ist vorläufig, zeigt jedoch eine Korrelation zwischen der Veränderung des Mikrobioms und Veränderungen im Gehirn. Die Forscher fanden heraus, dass Labormäuse, denen sie Penicillin verabreichten, erhebliche Veränderungen in ihrer Darmmikrobiota aufwiesen. Außerdem zeigten die Tiere eine veränderte Genexpression im frontalen Kortex und der Amygdala. Dies sind zwei Schlüsselbereiche im Gehirn, die für die Entwicklung des Gedächtnisses sowie für Angst- und Stressreaktionen verantwortlich sind.

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Eine wachsende Zahl von Beweisen verbindet Phänomene im Darmtrakt mit Signalen ans Gehirn. Dies ist ein Forschungsgebiet, das als „Darm-Hirn-Achse“ bekannt ist. Ist dieser Signalweg gestört, kann dies zu einer dauerhaften Veränderung der Gehirnstruktur und -funktion und möglicherweise im späteren Kindes- oder Erwachsenenalter zu neuropsychiatrischen oder neurodegenerativen Erkrankungen führen. Diese schließen Autismus-Spektrum-Störung, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung und Lernbehinderungen ein. Die Störungen der zerebralen Genexpression zu Beginn der Entwicklung könnten ebenfalls dafür verantwortlich sein, so die Autoren dieser Studie. Zukünftige Studien sind erforderlich, um festzustellen, ob die Einnahme von Antibiotika die Gehirnentwicklung direkt beeinflusst oder ob Moleküle aus dem Mikrobiom, die ins Gehirn gelangen, die Genaktivität stören und kognitive Defizite verursachen.

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