Exotische Beeren gegen Krebs wirksam: Könnte sich das Superfood Camu-Camu als potenzielle Krebsimmuntherapie erweisen?

Von Charlie Meier

Neben ihren entgegenwirkenden Kräften bei Fettleibigkeit und Diabetes könnten manche südamerikanische Beeren gegen Krebs ebenso stark sein. Dies geht aus einer neuen Studie hervor, die von Wissenschaftler aus Quebec durchgeführt wurde. Die Autoren fanden heraus, dass eine Verbindung aus der Frucht der exotischen Beere Camu-Camu eine positive Rolle bei der Krebsimmuntherapie spielen könnte.

Darmflora und Immunität mit Beeren gegen Krebs stärken

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Das Forschungsteam konnte zeigen, dass eine chemische Verbindung namens Castalagin die Reaktion der Immuntherapie bei therapieresistenten Krebsarten verbessert. Das darin enthaltene Polyphenol wirkt sich dabei als Präbiotikum positiv auf das Darmmikrobiom aus. Laut den Studienautoren ebnen die Ergebnisse den Weg für zukünftige klinische Studien und potenzielle Behandlungsansätze bei Krebspatienten. Darüber hinaus könnten Forscher Castalagin als Ergänzung zu Medikamenten, die als Immuncheckpoint-Inhibitoren bekannt sind, einsetzen. In den letzten Jahren haben Immuncheckpoint-Inhibitoren Patienten neue Hoffnung gegeben, dass ihr Immunsystem die Krebsresistenz überwinden kann, indem sie Therapien gegen Melanom und Lungenkrebs revolutionieren. Diese Art der Krebsimmuntherapie aktiviert das Immunsystem, um Krebszellen abzutöten. Trotz dieser Verbesserungen spricht nur eine Minderheit der Patienten dauerhaft auf eine Immuntherapie an, die einer Heilung gleicht.

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Bei der Suche nach neuen therapeutischen Ansätzen bestand das Hauptziel des Forschungsteams darin, ein ungesundes Mikrobiom in ein gesundes umzuwandeln, um dadurch das Immunsystem zu stärken. Zu den Strategien der Wissenschaftler gehörte der Einsatz von Präbiotika, die als chemische Verbindungen die Zusammensetzung des Darmmikrobioms verbessern können. Sie fanden heraus, dass Castalagin als Extrakt aus den exotischen Beeren gegen Krebs eine Reaktion durch das nützliche Darmbakterium Ruminococcus bromii förderte. Die Forscher werden die Camu-Camu-Beere mit Immuncheckpoint-Inhibitoren kombinieren und bald an Patienten in neuer klinischer Studie testen. Sie werden mit der Rekrutierung von 45 Patienten mit Lungenkrebs oder Melanom noch in diesem Monat beginnen. Die aktuelle Forschungsarbeit legt nahe, dass diese natürliche Polyphenol Antitumoraktivität ausübt und die Anti-PD-1-Resistenz durch Auswirkungen auf die Darmmikrobiota umgeht.

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