Schlaffe Blätter bei Orchideen, was tun? Tauchen im Zuckerwasser und andere Tricks, die helfen

Von Olga Schneider

Wenn die Orchideen gelbe, schlaffe Blätter bekommen, dann ist das ein Anzeichen falscher Wasserversorgung. Sie macht sich zuerst an den Blättern bemerkbar, da sie am schnellsten auf Mangel oder Überversorgung reagieren. Dann ist schnelles Handeln wichtig, ansonsten wird der Exot seine Blätter abwerfen und kann dann eingehen. Was kann aber helfen? Bei anderen Pflanzen wirkt das Gießen mit Zuckerwasser erfrischend. Kann ein Tauchbad mit Zucker auch die beliebte Zimmerpflanze retten? Wir erklären, in welchen Fällen dies Sinn macht und wann ein solches Tauchbad schädlich sein kann.

Schlaffe Blätter und trockene Luftwurzeln: Die Orchidee wurde falsch oder zu wenig gegossen

Schlaffe Blätter bei Orchideen falsches Gießen

Hat die Orchidee trockene, aschgraue Luftwurzeln und schlaffe, weiche Blätter, dann kann es an falschem Gießen liegen. Neue Pflanzen können während des Transports vertrocknen und es kann sein, dass die neue Orchidee ein Tauchbad dringend braucht. Wenn Sie die Orchidee allerdings über einen längeren Zeitraum haben und bemerken, dass sie keine Blüten bildet, die Blätter weich und schlapp werden und die Luftwurzeln grau und schrumpelig werden, dann fragen Sie sich, ob Sie einen der folgenden Gießfehler begangen haben.

Häufige Gießfehler: Wie kann man die Pflanze retten

  • Haben Sie die Orchidee gegossen oder im Wasser getaucht? Es ist viel besser, die Orchidee im Wasser zu tauchen. Dies sollte aber erst dann erfolgen, wenn das Substrat antrocknet.
  • Haben Sie den kompletten Topf im Wasser getaucht? Ein häufiger Fehler beim Tauchbad: Sie sollten den ganzen Topf im Wasser tauchen und nicht nur unten. Nur so können sich die Wurzeln vollsaugen.
  • Haben Sie die Orchidee nach dem Tauchbad abtropfen lassen? Es darf kein stehendes Wasser im Untersetzer bleiben, denn das wird zur Fäulnisbildung führen. Bei Fäulnis werden die Blätter ebenfalls weich und erschlaffen, weil die Wurzeln eingehen und nicht mehr Wasser aufnehmen können. Bei Fäulnis können auch Schädlinge die Pflanze befallen oder das Substrat schimmeln.
  • Haben Sie die Orchidee abends gegossen? Am Abend ist keine gute Zeit für ein Tauchbad. Viel besser ist, Sie warten bis zum Wochenende und tauchen die Orchidee am Vormittag.

Der erste Schritt ist immer, die Orchidee auf Anzeichen für Schimmel und auf Schädlinge zu prüfen. Wenn diese ausgeschlossen werden, das Substrat und die Wurzelballen trocken sind, dann können Sie Zuckerwasser verwenden.

Zuckerwasser als erste Hilfe bei Wassermangel?

Schlaffe Blätter bei Orchideen was tun wie die Pflanze retten

Bei Wassermangel hat der Exot das Wasser für die Wurzeln gespart und die oberirdischen Pflanzenteile wurden kaum mit Wasser versorgt. Vertrocknete Blütenknospen und schlaffe, gelbe Blätter sind die Folge. Die Situation wird zusätzlich dadurch erschwert, dass die Luftfeuchtigkeit in den Räumen oft unter 40 % liegt. So können auch die Luftwurzeln keine Feuchtigkeit über die Luft aufnehmen und werden aschgrau und vertrocknen.

Ein Tauchbad mit Zuckerwasser kann dabei helfen. Befüllen Sie das Waschbecken im Badezimmer mit lauwarmem, entkalktem Wasser und geben Sie einen TL Zucker ins Wasser. Rühren Sie vorsichtig um, bis sich der Zucker komplett löst. Lösen Sie vorsichtig die Wurzelballen aus dem Substrat. Schneiden Sie komplett abgetrocknete Wurzeln ab – sie werden sich nicht mehr erholen und können faulen. Schneiden Sie auch alle Blütenknospen ab, die Orchidee wird das Wasser für die Wurzeln und Blätter brauchen.

Dann tauchen Sie die Wurzelballen ins Wasser und warten Sie etwa 20 Minuten ab, bis sich diese vollsaugen. Dann die Wurzelballen mit lauwarmem Wasser ohne Zucker abspülen und anschließend in neues Substrat einpflanzen. In den nächsten zwei Wochen kann das Düngen komplett entfallen.

Nach etwa einer Woche können Sie die Orchidee erneut im entkalkten Wasser samt Topf und Substrat tauchen.

Wenn es übrigens um Tauchbad mit Zuckerwasser geht, da scheiden sich die Geister: Einige Hobby-Gärtner schwören darauf, andere sehen kein Nutzen und mehr Schäden. Angeblich soll das Zuckerwasser die Fäulnisbildung begünstigen und Schädlinge anlocken. Dies hängt aber natürlich auch vom Standort und Substrat ab.

Schlaffe Blätter: Andere Tricks, die helfen

Orchideen haben schlaffe Blätter was tun

Neben dem Tauchbad mit Zuckerwasser können auch andere Tricks bei weichen Blättern helfen. Zum Beispiel:

  • Den Standort verändern. Orchideen mögen keine Temperaturschwankungen. Wenn Sie sie also im Wohnzimmer halten, wo man am Tag heizt, am Abend aber dann nicht mehr geheizt wird, dann kann die Pflanze schnell schlaffe Blätter bekommen.
  • Die Orchideen mit Regenwasser gießen bzw. im Regenwasser tauchen.
  • Bei niedriger Luftfeuchtigkeit feuchte Flusssteine in den Untersetzer legen. Sie werden Wasser nach und nach in die Luft abgeben und die Luftwurzeln können es dann aufnehmen.
  • Die Orchideen umtopfen, dabei die trockenen Luftwurzeln und Wurzeln abschneiden.
  • Die Pflanzen an einem Baumstamm befestigen (das sogenannte Aufbinden).
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