Klebrige Blätter bei Orchideen – sind sie schädlich? Mögliche Ursachen und was Sie dagegen tun können

Von Anne Seidel

Ihr Sorgenkind, die Orchidee hat mal wieder ein Problem und Sie wissen sich nicht zu helfen? Falls dieses Problem ist, dass die Orchideen-Blätter kleben, muss das nicht unbedingt ein Grund zur besonderen Sorge sein. Denn nicht immer ist eine Krankheit oder ein Schädlingsbefall die Ursache, sondern ein ganz normaler Prozess der Pflanze, den Sie jedoch stoppen können und auch sollten. Doch warum haben Orchideen klebrige Blätter und was kann man tun? Wir erklären, in welchen Fällen klebrige Blätter bei Orchideen auftreten und warum es wichtig ist, das Austreten von Flüssigkeit zu verhindern.

Klebrige Blätter bei Orchideen sind völlig normal

Klebrige Blätter bei Orchideen - Woher kommen die Tropfen

Ganz egal, ob Sie bei den Orchideen klebrige Tropfen auf den Blättern, Blüten oder Blütentrieben bemerkt haben – wenn Orchideen klebrig werden, ist das zunächst einmal kein Grund zur Panik. „Harzen“ nennt sich das Ganze. Aber warum kommt es dazu?

Was tun Sie am besten gegen den Austritt des Pflanzensafts

Es ist ein natürlicher Prozess vieler Pflanzen, Feuchtigkeit an die Luft abzugeben. Dabei bilden sich Tröpfchen. Wenn der Zuckergehalt der Pflanze, wie es bei der Phalaenopsis beispielsweise der Fall ist, sehr hoch ist, sind diese Tröpfchen eben klebrig. Vor allem die Blattränder sind von diesem Prozess betroffen. Orchideen können aber auch klebrige Blütentriebe bekommen, während bei einem Schädlingsbefall die Blattunterseiten kleben.

Meine Orchideen haben klebrige Blätter – Warum macht die Pflanze das?

Klebrige Blätter bei Orchideen und Blüten - Zu viel Wasser oder falscher Standort

Es gibt verschiedene Theorien, die versuchen, diesen Prozess der Pflanze zu erklären. Folgende Ursachen könnten verklebte Orchideen-Blätter hervorrufen:

  • Die Pflanze hat Stress. So wie auch wir Menschen durch Stress vermehrt schwitzen können, so tun es auch die Pflanzen. Haben Sie die Tröpfchen im Herbst oder Winter bemerkt? Dann könnten größere Temperaturschwankungen der Grund sein. Diese mag die Orchidee nämlich nicht, weshalb die Unterschiede zwischen Tag und Nacht nicht 5 Grad überschreiten sollten. Überhaupt ist ein ungünstiger Standort ein großer Stressfaktor für die Pflanze. So kann auch Zugluft die Flüssigkeitsausscheidung bewirken sowie Trockenheit und eine zu heiße Umgebung.

Staunässe führt zum Harzen der Pflanze


  • Ihre Orchidee steht zu nass. Staunässe bekommt der Phalaenopsis wie auch den anderen Orchideenarten ganz und gar nicht. Das gilt nicht nur für zu viel Wasser im Substrat, sondern auch für eine zu hohe Luftfeuchtigkeit. Die Blume kann nicht mehr richtig transpirieren, aber um den gesunden Austausch dennoch zu gewährleisten, presst sie eben Wasser durch die Spaltöffnungen des Blatts, sozusagen als Ausgleich und um den Überschuss loszuwerden.
  • Sie ist von Blattläusen befallen. In diesem Fall sondert nicht die Orchidee selbst die Flüssigkeit aus, sondern die Blattläuse verletzen die Blattunterseiten, um an eben diesen Saft zu gelangen. Nach dem Verzehr scheiden Sie ihn wieder aus und das verursacht bei Orchideen eine klebrige Blattunterseite. Auch Schildläuse verursachen klebende Pflanzenteile.

Was tun gegen die klebrigen Orchideenblätter?

Klebrige Blätter bei Orchideen sind nicht Folge einer Krankheit

Wenn Ihre Orchideen klebrige Blätter haben – was tun Sie am besten? Auch wenn die süßen Wassertröpfchen der Pflanze selbst nicht schaden, sollten Sie versuchen, die Ursache dafür zu erkennen und natürlich dagegen vorzugehen. Nur so kann die Blume überhaupt die Ausscheidung einstellen. Das ist einerseits wichtig, um den Stress zu stoppen, damit sie weiterhin gesund bleibt. Andererseits können Sie nur dann eventuelle zukünftige Probleme verhindern. Denn eine schwache Pflanze wird früher oder später auch krank. Das können Sie je nach Ursache unternehmen:

Wischen oder abbrausen

Klebrige Blätter bei Orchideen abwischen, um Flüssigkeit zu entfernen


Sicher haben Sie bereits festgestellt, dass weiße Stellen entstehen. Die Orchideen bekommen weiße, klebrige Blätter, wenn die ausgeschiedene Flüssigkeit trocknet. Es ist der Zucker, der zu sehen ist. Da er sich im trockenen Zustand etwas schwieriger abwischen lässt, sollten Sie bereits vorher regelmäßig die betroffenen Stellen sauber wischen. Das ist sehr wichtig, denn diese süßen Flecken sind nährstoffreich und ziehen auch Schädlinge an, was das eigentliche Problem der Flüssigkeitsausscheidung sein würde.

Standort und Gießmengen ändern

Die Tropfen am Blatt enthalten Zucker, weshalb die Oberfläche klebt

Sollte der Standort das Problem sein, weshalb klebrige Blätter bei Orchideen entstanden sind, ist die Lösung ganz einfach: stellen Sie Ihre Blume um, und zwar an einen Ort, der Ihren Ansprüchen entspricht. Falls Sie sie überwässert haben, braucht die exotische Pflanze so schnell wie möglich neues und vor allem trockenes Substrat. Sollte sie jedoch gerade blühen, warten Sie noch, denn ganz so eilig hat sie es dann doch noch nicht. Während der Blüte wird nur im Notfall umgetopft. Stattdessen stellen Sie einfach sofort und vorübergehend die Wassergaben ein, bis das Substrat ausreichend getrocknet ist. Danach gießen Sie seltener als vorher.

Schädlinge bekämpfen

Durch Schädlinge klebrige Blätter der Orchidee behandeln

Haben Sie Läuse an Orchideen bemerkt, behandeln Sie sie sofort, indem Sie die Blattunterseiten gut abwischen. Dadurch entfernen Sie nicht nur die ein oder andere Laus, sondern auch die süße Flüssigkeit, die sonst nur noch weitere Läuse anziehen würde. Danach sollten Sie die Phalaenopsis isolieren, damit sich die Blattläuse nicht auch auf andere Pflanzen ausbreiten. Solche Schädlinge bekämpfen Sie dann mit einer Lösung aus einem Liter Wasser, einem Esslöffel Schmierseife und einem Teelöffel Spiritus, die Sie alle 2 oder 3 Tage auf die Pflanzen sprühen.

Orchideen haben klebrige Tropfen am Stiel bei Stress

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