Obstbäume pflanzen: Hilfreiche Tipps und Schritte für das Verpflanzen von fruchttragenden Bäumen im Herbst

Von Anne Seidel

Der Herbst ist die neben dem Frühling noch einmal die ideale Saison, um ein paar neue Schönheiten oder Nutzpflanzen in den Garten zu pflanzen. Wer also den ein oder anderen Obstbaum geplant hat, kann diesen Plan nun in die Tat umsetzen. Was ist zu beachten, wenn Sie Obstbäume pflanzen möchten und wie genau gehen Sie vor? Wir haben Ihnen die wichtigsten Infos zusammengefasst und erklären, wie Sie beim Einpflanzen vorgehen.

Wann pflanzt man Obstbäume – Welche Jahreszeit ist die bessere?

Obstbäume pflanzen - Wann ist der richtige Zeitpunkt

Wann man Obstbäume pflanzen sollte, haben wir ja bereits erwähnt. Und zwar sind sowohl der Frühling als auch der Herbst bestens geeignet, um Ihren Garten mit einem neuen Obstbaum auszustatten. Dennoch ist die Herbstzeit die bessere Zeit – warum?

Der einfache Grund ist, dass die Bäume im Herbst ihre Blätter verlieren oder sogar schon verloren haben. Sie setzen Ihre Kraft also nicht mehr in die Bildung der Blätter und Blüten, sondern in die Wurzeln. Dadurch kann sich die Pflanze schneller verwurzeln und an ihren neuen Standort gewöhnen.

Welche Sorten sind am besten geeignet?

Obstbäume pflanzen - Welche Obstsorten sind beliebt und kleinwüchsig

Planen Sie zunächst einmal, welche Bäume Sie gerne einpflanzen würden. Das kommt nämlich nicht nur darauf an, was Sie gerne für Obst essen, sondern auch darauf, wie viel Platz Sie zur Verfügung haben. Schließlich wird jeder Baum unterschiedlich hoch und vor allem breit. Dementsprechend müssen Sie auch, wenn Sie Obstbäume pflanzen, den Abstand wählen.

Möchten Sie kleine Obstbäume für den Garten, können Sie im Prinzip alle üblichen Obstbaumsorten wählen, denn es ist möglich, diese mit dem richtigen Schnitt kleinkronig großzuziehen. Eine weitere Variante für Mini-Obstbäume ist auch das Großziehen im Kübel oder aber Spalierobst.

Sie könnten unter anderem folgende Obstbäume pflanzen im Herbst:

  • Apfelbaum
  • Aprikose
  • Birne
  • Feige
  • Kirschbaum
  • Nektarine
  • Pflaumen
  • Quitte
  • Sauerkirsche

Bedenken Sie, dass ein kleiner Obstbaum auch nicht allzu alt wird. In der Regel tragen diese 15 bis 25 Jahre Früchte. Die gezüchteten kleinwüchsigen Bäume bringen den Vorteil mit sich, dass sie bereits nach zwei Jahren die ersten Früchte tragen, sodass Sie recht schnell für Ihre Mühe und Pflege belohnt werden.

Obstbäume richtig pflanzen und pflegen - Stützen Sie den Baum aufgrund der Winde

Obstbäume pflanzen – Was ist beim Einpflanzen zu beachten?

Bevor Sie voller Elan mit dem Einpflanzen beginnen, hier noch ein paar hilfreiche Tipps, die Sie vorher bedenken sollten. Denn nicht nur der Boden sollte gut vorbereitet sein, auch das Verpflanzen selbst sollte richtig vonstattengehen. Das ist zu beachten:

Bereiten Sie den Boden vor

  • Statt das Pflanzloch erst zum Zeitpunkt des Einpflanzens auszuheben, bereiten Sie es besser schon im Voraus vor! Ein bis zwei Wochen vorher mischen Sie die entnommene Erde mit Kompost und Hornspänen (perfekter Langzeitdünger, aus dem der Baum auch im Frühjahr noch profitiert), um sie mit Nährstoffen anzureichern und den neuen Baum auf Anhieb mit allem Notwendigen zu versorgen. So kann sich die Erde gut mit dem Dünger vermischen, bevor Sie die Obstbäume pflanzen. Geben Sie einen Teil des Gemischs ins Loch, bevor Sie den Baum einsetzen und füllen Sie dann auf.

Obstbäume pflanzen - Das Loch schon eine Woche vorher ausgraben


Die richtige Tiefe wählen

  • Unabhängig von der Obstsorte können Sie sich am Wurzelballen orientieren. Unter die Erde kommt nämlich nur dieser. Sollte es doch ein kleines bisschen zu tief werden, muss das aber nicht unbedingt fatal sein. Wenn Sie Obstbäume pflanzen, achten Sie aber unbedingt darauf, dass Sie jene Stelle am Stamm, an der der Baum veredelt wurde, nicht eingraben.
  • Das hat einen einfachen Grund: Die Veredelung bedeutet, dass Sie eigentlich zwei Bäume haben. Während der untere Teil mit dem Wurzelballen ein schwachwüchsiger Baum ist, ist der obere Teil der eigentliche Obstbaum, der vom unteren versorgt wird. Schwachwüchsig soll der Wurzelballen deshalb sein, damit Ihr Obstbaum im Endeffekt nicht zu sehr in die Höhe wächst und auch nach Jahren noch bequem geerntet werden kann. Befindet sich Erde oberhalb der Veredelung, wird der eigentliche Obstbaum seine eigenen Wurzeln bilden und der gewünschte Effekt eines niedrig wachsenden Baums geht verloren.

Die Veredelung des Obstbaums sollte oberhalb der Erde bleiben

Bewässern und mulchen

  • Nachdem Sie das bepflanzte Loch aufgefüllt haben, treten Sie die Erde noch gut fest. Anschließend sollten Sie den Baum reichlich bewässern.
  • Wir empfehlen, zum Schluss noch eine Schicht Mulch auszulegen. Diese hält nicht nur den Boden feucht, sondern verhindert auch das Wachstum von Unkraut. Dieses würde dem Baum nämlich wichtige Nährstoffe rauben.

Fast alle Sorten können kleinkronig großgezogen werden


Den neuen Standort schützen

  • An sich sind die meisten Obstsorten (vor allem die einheimischen) sehr robust und unempfindlich gegenüber unseren Klimabedingungen. Nichtsdestotrotz sollten Sie ihn zu Beginn vor Wind und Wetter schützen. Genauer gesagt, sollten Sie ihm eine Stütze bauen, denn andernfalls könnte stärkerer Wind ihn umknicken oder zumindest stark beschädigen. Die Stütze sollte in den ersten zwei Jahren am Baum verbleiben, wobei Sie nur die Schnur oder den Draht auswechseln, wenn der Stamm dicker und der Platz knapper wird.
  • Haben wilde Tiere Zugang zu Ihrem Grundstück, empfiehlt sich auch das Anbringen eines sogenannten Fraßschutzes.
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