Menschen mit Autismus weisen ein höheres Risiko für chronische Krankheiten auf

Autor: Olga Schneider

Forscher an der Universität in Cambridge fanden heraus, dass Menschen mit Autismus ein höheres Risiko für die Entwicklung von chronischen Krankheiten aufweisen. Dazu zählen zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Menschen mit Autismus entwickeln öfter chronische Krankheiten

Menschen mit Autismus entwickeln chronische Krankheiten

Die Studie, die vor kurzem im Fachjournal „Molecular Autismus“ veröffentlicht wurde, ergibt, dass die Lebenserwartung bei Menschen mit Autismus um 16 bis 35 Jahre kürzer als bei Menschen ohne Autismus ist. Laut den Forschern ist eine ungesunde Lebensweise daran schuld.

Im Rahmen der Studie wurden mehr als 1 183 Menschen mit Autismus und 1 203 Nicht-Autisten im Alter zwischen 16 und 90 Jahren befragt. Sie sollten Fragen über ihre tägliche Routine, Lifestyle, medizinische Vorgeschichte und Familienanamnese beantworten. Nach einer Analyse der Ergebnisse wurde festgestellt, dass sich Autisten einseitig ernährten, atypische Essgewohnheiten hatten und an Schlafstörungen litten. Im Endergebnis hatten sie viel öfter als die Menschen in der Kontrollgruppe mit Gewichtsschwankungen zu kämpfen.

Eine ungesunde Lebensweise kann zu Bluthochdruck führen und bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen. Das Risiko für einen Herzanfall ist bei autistischen Männern deutlich höher als bei Männern ohne Autismus.

Menschen mit Autismus leben kürzer durchschnittlich studie

Die Studienleiterin Elizabeth Weir erklärt, dass die Studienergebnisse den Medizinern helfen werden, die Gewohnheiten der Erwachsenen mit Autismus besser zu verstehen. Es ist sehr wichtig zu verstehen, warum die Ernährung der Autisten so einseitig ist und warum sie so wenig Übungen machen oder an Schlafstörungen leiden. Das könnte mit Programmen für mentale Gesundheit erreicht werden.

Dr. Carrie Allison, Director of Research Strategy im Autism Research Centre fügt hinzu, dass nicht nur die autistischen Kinder mit vielen Herausforderungen im Alltag zu kämpfen haben. Für viele wird das Problem nicht durch das Erwachsenwerden gelöst und sie müssen auch als Erwachsene weiterhin mit denselben Herausforderungen zurechtkommen. Daher sollten effektive Strategien zur Förderung eines gesunden Lebensstils bei Kindern und Erwachsenen mit Autismus entwickelt werden.

Dabei ist es wichtig, dass diese Programme auf die Bedürfnisse der Autisten zugeschnitten sind.

Zu der Studie

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