Neues Medikament gegen Epilepsie von der Europäischen Komission zugelassen

Autor: Olga Schneider

In wenigen Monaten wird ein neues Medikament gegen Epilepsie auf dem europäischen Markt erhältlich sein. Cenobamat wurde von der Europäischen Kommission zugelassen und wird nur bei Patienten angewendet, die bereits mit zwei anderen Antiepileptika erfolglos behandelt wurden.

Neues Medikament gegen Epilepsie: Cenobamat wird zunächst als begleitende Therapie angewendet

Medikament gegen Epilepsie europaweit zugelassen

In Deutschland haben rund 400 000 Patienten mit Epilepsie-Anfällen zu kämpfen. Die bereits vorhandenen Medikamente können ihnen nicht helfen und erweisen sich als unwirksam. In diesem Fall könnte Cenobamat helfen, neue Anfälle zu verhindern. Das Medikament wird zunächst nur Erwachsenen verschrieben.

Der Hersteller hatte drei Studien durchgeführt. Insgesamt 1900 Probanden wurden im Rahmen von drei Monaten getestet. Die Studienergebnisse wurden der Öffentlichkeit präsentiert und im Journal „Lancet Neurologie“ veröffentlicht.

Der Hersteller belegte die Wirksamkeit des neuen Medikaments gegen Epilepsie

neues Medikament gegen Epilepsie ab Juni auf dem Markt

Die Forscher teilten die Probanden in zwei Gruppen auf. Die erste Gruppe bildeten Teilnehmer, die mit Cenobamat behandelt wurden. Alle Teilnehmer in der Kontrollgruppe erhielten Placebo.  Nach dem Ende der Testperiode stellten die Wissenschaftler fest, dass die Anfälle bei rund 40 % der Patienten in der ersten Gruppe um 50 % reduziert wurden. Diese Patienten nahmen 100 mg Cenobamat täglich ein. Im Unterschied dazu wurden die Anfälle bei nur 4 % der Probanden, die Placebo erhielten, um 50 % reduziert.

Die Teilnehmer berichteten am häufigsten über Nebenwirkungen wie Schwindel, Müdigkeit, Doppelbilder und Kopfschmerzen.

Aufgrund der vielversprechenden Testergebnisse wurde das Medikament von der Europäischen Kommission zugelassen.

Warum ist die Wirksamkeit des Medikaments so hoch? Selbst die Mediziner haben keine Antwort auf diese Frage. Sie gehen aber davon aus, dass es an der Kombination von zwei Wirkstoffen liegen könnte. Das Arzneimittel muss für jeden Patienten präzise dosiert werden. Deswegen wird es in Form von Tabletten (12,5 mg, 25 mg, 50 mg, 100 mg, 150 mg und 200 mg) angeboten.

Das Medikament ist übrigens auch in den USA seit einem Jahr zugelassen und wird Erwachsenen verschrieben.

Mehr Details über das Medikament, seine Wirkung und seine Nebenwirkungen können Sie in der Studie finden.

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