Könnte Kurkuma in Zukunft als natürlicher UV-Filter in Sonnencremes verwendet werden?

Von Ramona Berger

Angesichts steigender Hautkrebsraten und des Interesses an der Vorbeugung von Lichtalterung (Photoaging) sind Wirkungsverstärker (Adjuvantien) für Sonnenschutzmittel gefragter denn je. So suchen Wissenschaftler weiter nach potenziellen neuen natürlichen Molekülen, die die Haut noch wirksamer vor den schädlichen Auswirkungen der ultravioletten Strahlen schützen könnten. Eine kürzlich durchgeführte Studie hat einen unerwarteten Inhaltsstoff ans Licht gebracht, der genau das tun könnte: Kurkuma. Doch kann das Trend-Gewürz ein effektiver UV-Filter sein?

Ein natürlicher UV-Filter für die Zukunft?

Curcumin hat ein Potenzial als photoprotektives Adjuvans in Sonnenschutzmitteln

Kurkuma ist bereits für seine antibakteriellen, entzündungshemmenden und heilenden Eigenschaften bekannt, die bei der Behandlung von Ekzemen und Psoriasis helfen. Vor allem eines seiner Moleküle, das Curcumin, erweist sich als interessantes Hilfsmittel bei verschiedenen Hautproblemen. Und genau auf diesen Wirkstoff haben amerikanische Forscher bei der Suche nach dem UV-Filter der Zukunft geachtet.

Curcumin-Nanopartikel bieten eine anhaltende topische Verabreichung

es gibt immer mehr wissenschaftliche Belege für die Nützlichkeit von Curcumin

Ihre an Nagetieren durchgeführte Studie bestätigt die entzündungshemmende Wirkung von Curcumin auf die Haut und unterstreicht „sein Potenzial als photoprotektives Adjuvans (Hilfsmittel), wenn es durch Nanopartikel verabreicht wird.“ Mit diesem Verfahren sollen einige Einschränkungen des Curcumins überwunden werden, die Forscher in früheren Studien festgestellt haben, darunter seine geringe Wasserlöslichkeit und sein schneller Abbau in vivo. Die Substanz ist noch weit davon entfernt, in Alltagsprodukten eingesetzt zu werden. Angesichts dieser ermutigenden ersten Ergebnisse wollen die Wissenschaftler nun aber noch weiter gehen und prüfen, ob das aktive Molekül als Sonnenfilter eingesetzt werden könnte.

In einem Interview mit Dermatology Times zeigt sich Adam J. Friedman, Professor an der George Washington University, der an dieser amerikanischen Studie beteiligt war, begeistert von diesen Ergebnissen und sieht bereits das Potenzial von Curcumin, auch wenn die Forschung noch nicht weit fortgeschritten ist. „Idealerweise würde es in ein Sonnenschutzmittel oder eine Feuchtigkeitscreme eingearbeitet, die in Kombination mit einem Sonnenschutzmittel verwendet wird“, erklärt der Wissenschaftler, der glaubt, dass eine andere Formulierung als „Do-over“ möglich wäre – also wenn man vergessen hat, sich mit Sonnencreme einzucremen.

entzündungshemmende Wirkung von Curcumin auf die Haut

Curcumin scheint eine glänzende Zukunft zu haben, wenn man dem Forscher glauben darf. „Heute gibt es immer mehr wissenschaftliche Belege für die Nützlichkeit von Curcumin bei der Behandlung von chronischen Schmerzen, Arthrose und entzündlichen Dermatosen wie Schuppenflechte, bei der Beschleunigung des Wundverschlusses und bei bakteriellen, pilzartigen und viralen Hautinfektionen sowie bei kosmetischen Beschwerden wie Pigmentstörungen“, erklärt er.

Referenz: Experimental Dermatology (15. Januar 2021) „Curcumin nanoparticles as a photoprotective adjuvant„,  Nagasai C. Adusumilli, Breanne Mordorski, Joshua Nosanchuk, Joel M. Friedman, Adam J. Friedman

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