Impfung gegen Krebs als mögliche Therapie zur Verkleinerung von Tumoren

Von Olga Schneider

Laut Forschern könnte eine Impfung gegen Krebs die Immunantwort der T-Zellen verbessern und helfen, bereits bestehende Tumore zu verkleinern.

Während des letzten Jahrzehntes erforschen Wissenschaftler das Impfen als eine Methode für Krebsbekämpfung. Die MIT Postdoktorandin Megan Burger ist die führende Autorin einer neuen Studie, veröffentlicht in der Zeitschrift “Cell”. Die Forscher stellten während der klinischen Studie an Mäusen fest, dass Impfstoffe die allgemeine T-Zell-Antwort stärken und helfen, den Tumor zu verkleinern.

Impfung gegen Krebs: Nicht nur zur Vorbeugung, sondern auch als Therapie

Impfung gegen Krebs warum funktioniert Tipps

„Diese Studie unterstreicht die Bedeutung einer ausführlichen Forschung der Immunantwort gegen Krebs. Wir entdeckten, dass nicht alle krebshemmenden Immunantworten gleichermaßen erzeugt werden. Das Impfen kann eine potenzielle Antwort entfesseln“.
Wenn die Zellen krebsartig werden, dann beginnen sie mutierte Proteine herzustellen, die in den gesunden Zellen nicht vorkommen. Der Tumor stellt dank dieser Proteine ein immunsuppressives Umfeld her, das die T-Zellen deaktiviert, und kann so ungebremst wachsen. Die Forscher hoffen, dass die Impfstoffe die T-Zellen regenerieren können und ihnen so ermöglichen, den Tumor anzugreifen. Sie erarbeiteten Methoden, die Neoantigene in den Tumoren von Patienten zu identifizieren und sie in individualisierte Impfstoffe aufzunehmen. Solche Impfstoffe erwiesen sich in klinischen Versuchen als vielversprechend bei der Behandlung von Melanomen und nicht-kleinzelligem Lungenkrebs.

Impfung als Therapie gegen Krebs neue Ansätze

„Die Behandlung wirkt erstaunlich bei einem kleinen Teil der Patienten, die Mehrheit jedoch reagiert nicht. Wir versuchen zu begreifen, warum das so ist und was wir tun können, damit mehr Patienten reagieren“, sagte Burger. Frühere Studien zeigten, dass nur wenige von den Hunderten Neoantigenen in den Tumoren eine Antwort erzeugen. Die neue Studie hat an Mäusen mit Lungenkrebs gezeigt, dass Untergruppen von T-Zellen, die verschiedene Krebsproteine bekämpfen, untereinander konkurrieren. Das führt zur Bildung einer dominanten T-Zellenpopulation, die nur auf einen Neoantigen reagiert und die anderen T-Zellen unterdrückt. Burger entdeckte, dass das Impfen mit einem anderen Neoantigen die unterdrückten T-Zellen regenerieren kann. Das Identifizieren der unterdrückten Antworten kann die Reaktion der Patienten verbessern. Die besten Ergebnisse wurden bei der Impfung mit Neoantigenen erzielt, die schwach an die Immunzellen gebunden sind, die sie dann zu den T-Zellen liefern. Die Lungentumore der so geimpften Mäuse schrumpften um 27 %. Nach der Impfung hat die T-Zellenpopulation auch die Möglichkeit die Antwort ständig zu erneuern. In ihrer weiteren Arbeit hoffen die Forscher die Impfstoffe mit Arzneien zu kombinieren.

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