Können neuentdeckte Biomarker Anzeichen von Magersucht identifizieren?

Von Charlie Meier

Symptome von Anorexia nervosa, die als Anzeichen von Magersucht zu beobachten sind, stellen eine Herausforderung für die Diagnose dar. Nun hat ein Forschungsteam den vermutlich ersten Biomarker für diese gefährliche Essstörung entdeckt. Biomarker kommen typischerweise bei der Erkennung und Behandlung von körperlichen Erkrankungen zum Einsatz. Die Medizin hat diese jedoch noch nie zuvor zur Diagnostik von psychischen Störungen verwendet. Darüber hinaus könnten die neuen Erkenntnisse immer häufiger auftretenden Fälle von nervöser Magersucht verhindern.

Wie Augenbewegungen auf Anzeichen von Magersucht hindeuten können

junge frau mit anzeichen von magersucht auf einer waage

Anorexia nervosa ist eine lebensbedrohliche Essstörung, die in der Regel im frühen Jugendalter beginnt. Sie wird oft verschwiegen und ist mit anhaltender Verleugnung von Symptomen und Behandlungsresistenz verbunden. Der Zustand hat außerdem auch die höchste Sterblichkeitsrate aller psychischen Erkrankungen und eine niedrige Genesungsrate. Dieser kann dementsprechend schwer zu diagnostizieren und noch schwieriger zu behandeln sein. Blutzucker, Herzfrequenz und Knochendichte gehören zu den üblichen Biomarkern, an denen körperliche Krankheiten erkennbar sind. Diese sind jedoch bisher nicht für den Einsatz in der klinischen Praxis bei psychischen Erkrankungen etabliert worden. Nun stellten die Studienautoren fest, dass eine Kombination aus einer Art atypischer, zuckender Augenbewegungen, die als „Square Wave Jerks“ bekannt sind, zusammen mit Angst ein vielversprechender Zwei-Elemente-Biomarker für Anorexia nervosa ist. Solche Rechteckwellen-Bewegungen sind bei Menschen mit Anorexia nervosa zu beobachten. Der Befund bei Schwestern ist kritisch, da er zeigt, dass wahrscheinlich eine genetische, vererbte Verbindung besteht.

ernährungsberaterin spricht mit patientin über anorexia nervosa

Augenbewegungen verwenden sehr spezifische Gehirnregionen. Darüber hinaus geben sie laut den Forschern eine ziemlich gute Vorstellung davon, welche Gehirnbereiche nicht richtig funktionieren. Diese Bereiche sind außerdem auch an anderen Funktionen im Zusammenhang mit den Anzeichen von Magersucht, wie dem Körperbild, beteiligt. Dies ermöglicht den Wissenschaftlern auf spezifische Gehirnbereiche bei einer Hirnstimulation abzuzielen. Daher hoffen die Studienautoren, dass sie mit weiteren Forschungsarbeiten diesen Biomarker als Screening-Tool verwenden können, um Menschen zu identifizieren, bei denen das Risiko besteht, Anorexia nervosa zu entwickeln. Wenn sie dies schaffen, können Mediziner Maßnahmen ergreifen, die eine Entwicklung dieser Essstörung vorbeugen. Die Erkenntnisse aus dieser Studie könnten die Lebensgeschichte solcher Risikogruppen neu schreiben.

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