Haarausfall bei Männern: Welche Arten gibt es und was kann man dagegen tun?

Von Ada Hermann

Geheimratsecken, kahle Stellen am Kopf und am Ende Glatze – von einer Form von Haarausfall sind mehr als die Hälfte der Männer in Mitteleuropa betroffen. Obwohl der Haarverlust meist keine negativen Folgen für die Gesundheit hat, wirkt er sich oft auf die Psyche aus. Der Haarausfall kratzt am männlichen Selbstbewusstsein und kann im schlimmsten Fall sogar zu Depressionen führen. In diesem Artikel lesen Sie mehr über die verschiedenen Arten von Haarausfall bei Männern sowie die Möglichkeiten zur Behandlung.

Bin ich von Haarausfall betroffen?

Haarausfall bei Männern bin ich betroffen

Täglich verlieren Menschen bis zu 100 Haare. Und das ist völlig normal. Wenn diese Zahl jedoch über einen langen Zeitraum erheblich überschritten wird, dann spricht man von einem krankhaften Haarausfall (Alopezie). Doch woran erkennt man Haarausfall? Hier sind die häufigsten Symptome und Anzeichen, die darauf hinweisen:

  • Es lässt sich eine M-Form am Haaransatz erkennen, der Haaransatz geht zurück und Geheimratsecken bilden sich aus
  • Das Haarwachstum wird verlangsamt und das Haar wird lichter, besonders entlang des Mittelscheitels, an den Schläfen und an der Stirn
  • Die Haare lösen sich in ganzen Büscheln vom Kopf
  • Beim Aufstehen findet man viele Haare auf dem Kopfkissen
  • Am Hinterkopf bilden sich kahle Stellen
  • Es entsteht eine „Tonsur“ am oberen Hinterkopf

Wenn eines oder mehrere dieser Symptome auftreten, dann leiden Sie höchstwahrscheinlich an Haarausfall.

Arten von Haarausfall bei Männern: Ursachen und Behandlung

Erblich bedingter Haarausfall bei Männern Ursachen

Um die richtige Behandlung bei Haarverlust zu finden, muss man zuerst bestimmen, um welche Form von Haarausfall es handelt. Im Folgenden haben wir die häufigsten Arten sowie die möglichen Behandlungsmethoden zusammengefasst.

Erblich bedingter Haarausfall bei Männern

Mann mit Haarausfall am Haaransatz

Der erblich bzw. genetisch bedingte Haarausfall ist die wohl häufigste Ursache für Haarverlust bei Männern. Dieser Zustand wird medizinisch noch androgenetische Alopezie genannt und kann sogar im frühen Alter von 20-25 Jahren auftreten. Dabei verkürzt das männliche Hormon Testosteron die Wachstumsphase der Haare, bis die Follikel endgültig absterben.

Das Risiko bei dieser Form von Haarausfall entspricht ungefähr dem Alter – so sind rund 30 Prozent der dreißigjährigen und 50 Prozent der fünfzigjährigen Männer betroffen. Dabei entwickelt sich in der Regel keine komplette Glatze, sondern es bleibt ein Haarkranz am Hinterkopf erhalten.

Was hilft?

Welche Behandlung bei genetisch bedingtem Haarverlust


Aus gesundheitlicher Sicht erfordert der genetisch bedingte Haarausfall keine Behandlung. Da sich der Haarverlust oft negativ auf das Selbstbewusstsein der Männer auswirkt, gibt es einige Methoden, die diese Art von Haarausfall stoppen bzw. verhindern können.

Zu den bekanntesten Mitteln zur Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall bei Männern gehören Medikamente mit Wirkstoffen wie Finasterid und Minoxidil. Diese werden entweder als Tabletten oder als Lösung zur äußerlichen Behandlung angeboten und sollten die ersten Ergebnisse nach ein paar Monaten zeigen. Das Risiko von verschiedenen Nebenwirkungen bei solcher Medikamenten gegen Haarausfall sollte man allerdings nicht unterschätzen.

Weitere Behandlungsmethoden sind die Mesotherapie sowie die Therapie mit Diodenlaser. Diese Methoden sollten nicht nur den Haarausfall stoppen, sondern auch das Neuwachstum von Haaren anregen. Eine deutlich teurere aber auch sehr effektive Option ist die Eigenhaartransplantation, bei der Haarfollikel aus dem Hinterkopf nach vorne verpflanzt werden.

Kreisrunder Haarausfall

Kreisrunder Haarausfall bei Männern Tonsur am oberen Hinterkopf

Die Alopecia Areata ist ein Zustand, der sehr schnell auftritt und meist kreisrunde Kahlstellen im Haar verursacht. Daher ist er noch als kreisrunder Haarausfall bekannt. Die genauen Ursachen sind unbekannt, aber Fachleute nehmen an, dass eine Störung des Immunsystems daran schuld ist. Der kreisrunde Haarausfall betrifft nicht nur Männer, sondern auch Frauen und sogar Kinder. Im Unterschied zum genetischen Haarausfall sterben in diesem Fall die Haarfollikel nicht ab. Ihr Wachstum wird nur pausiert und die Haare können in manchen Fällen auch ohne Behandlung wieder anwachsen.

Was hilft?

Bei der Behandlung von Alopecia Areata geht es vor allem um Symptomtherapien, die das Neuwachstum anregen, aber die Krankheit nicht ursächlich heilen können. Es besteht also keine Garantie, dass das Haar zu einem späteren Zeitpunkt nicht erneut ausfällt.

Zu den bekanntesten Methoden zur Behandlung von kreisrundem Haarausfall gehören Therapien, bei denen das Immunsystem geschwächt (z. B. mit Kortison) oder abgelenkt (durch topische Immuntherapie) wird. In beiden Fällen regenerieren sich die Haarwurzeln und die „Ruhephase“ wird beendet. Die Wirksamkeit dieser Therapien liegt bei 70-75 Prozent, wobei die Spontanheilungsrate bei etwa 75-80 Prozent liegt. Daher bleibt die Notwendigkeit von einer Behandlung umstritten.

Diffuser Haarausfall betrifft auch Männer

Wie sieht diffuser Haarausfall bei Männern aus


Der diffuse Haarausfall betrifft mehr Frauen als Männer, aber gehört trotzdem zu den häufigen Gründen für Haarverlust. Dabei führen vor allem ungünstige Faktoren wie Stress, Schlafmangel, Rauchen und einseitige Ernährung zum Ausdünnen der Haare.

Was hilft?

Die Mesotherapie, bei der hochwirksame Wachstumsfaktoren in die Kopfhaut eingespritzt werden, kann das Neuwachstum von Haaren bei einem diffusen Haarausfall stimulieren. Eine weitere Möglichkeit ist wiederum der Diodenlaser, der die Durchblutung der Haarwurzel anregt und sie mit Nährstoffen versorgt.

Fazit

Welche Behandlung bei Geheimratsecken durch Haarverlust

Der Haarausfall bei Männern ist ein häufig auftretender Zustand, der mehr als die Hälfte der Männer betrifft. Je nachdem was den Haarverlust verursacht, lässt sich der Haarausfall mit verschiedenen Medikamenten und Therapien behandeln. Als Resultat kann man eine Wiederbehaarung bei kahlen Stellen und Neuwuchs bei dünnen Haaren erwarten, allerdings tritt oft nach Beenden der Therapie ein erneuter Haarverlust auf.

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