Rasen kalken bei saurem Boden: Tipps für die richtige Rasenpflege

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Jeder Hobbygärtner wünscht sich eine üppige Rasen- und Blumenpracht im eigenen Garten. Allerdings stellt häufig die Pflege des Rasens eine deutlich größere Herausforderung, als man denkt. Besonders im Winter leidet der Rasen erheblich – es bilden sich Moos und Unkraut, die das Gras überwuchern und oft entstehen auch kahle Stellen auf der sonst vollen Rasenfläche. Ist der Boden zudem noch zu sauer, kann er sich verdichten, und versorgt somit die Pflanzen nicht mit genug Nährstoffen. Mit der richtigen Pflege lassen sich aber diese Probleme lösen. Die Wachstumsbedingungen eines sauren Bodens lassen sich am einfachsten verbessern, wenn Sie den Rasen kalken.

Rasen kalken: Ist es überhaupt nötig?

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Damit man sattes Grün im eigenen Garten genießen kann, sollte man den Boden für die Graspflanzen optimal ausrichten. Eine optimale Ausrichtung ist erst dann erreicht, wenn die bestmöglichen Bedingungen geschaffen sind. Für grüne, üppige Rasenflächen sollte also der Boden alle wichtigen Nährstoffe bekommen. Der Kalk zum Beispiel sorgt für den optimalen pH-Wert Ihres Rasens, wenn der Boden zu sauer ist. Doch wie kann man eigentlich den Säuregehalt feststellen? Im Gartenfachhandel sind passende Bodentest-Sets zu finden, die den pH-Wert messen. Ob man den Rasen kalken muss oder nicht, bestimmen am besten die Resultate der Bodenanalyse. Der pH-Wert lässt sich grundsätzlich wie folgt interpretieren:

  • Werte größer als 7 – der Boden ist alkalisch
  • pH-Wert gleich 7 – der Boden ist neutral
  • Werte kleiner als 7 – der Boden ist sauer

Optimaler pH-Wert für Rasen kalken

Liegt der pH-Wert also unter 7, dann spricht man von einem sauren Boden. Eigentlich bietet ein leicht sauerer Boden die perfekten Wachstumsbedingungen für Rasenpflanzen. Als optimal zeichnet sich ein pH-Wert zwischen 5,5 und 7 aus. Die Bodenart spielt dabei ebenso eine wichtige Rolle: Sandiger Boden muss bei Werten unter 5,5 und lehmiger unter 6 gekalkt werden.

Wenn es Moos im Rasen gibt, dann ist das auch ein Hinweis, dass Ihre Grünfläche Kalk benötigt. Allerdings kann Moos auch andere Ursachen haben, deshalb sollte man sich nicht auf diesen Indikator alleine verlassen. Falls Sie eine große Moosbildung in Ihrer Rasenfläche betrachten, dann sollten Sie eine Bodenanalyse in Betracht ziehen und erst dann bestimmen, ob Sie den Rasen kalken müssen oder nicht. Wenn Klee oder Brennnesseln im Boden wachsen, dann deutet das hingegen auf einen alkalischen Boden hin und Sie sollten keine Bodenkalkung vornehmen. Der Kalk macht den Boden noch alkalischer und das Wachstum Ihres Rasens geht weiter zurück.

Warum ist mein Boden sauer?

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Diese Frage sollte man sich unbedingt im Voraus stellen. Hängt die Versauerung des Bodens mit der Bodenbeschaffenheit zusammen oder es gibt weitere Problemquellen? Sind die Bodenschichten verdichtet, dann entsteht regelmäßig Staunässe, die den Säuregehalt steigert. In diesem Fall würde die Bodenkalkung alleine nicht ausreichend sein, um die optimalen Bedingungen für Rasenpflanzen zu schaffen. Bei so einem Problem können Sie eine Drainage einbauen, um Staunässe zu vermeiden.

Rasenflächen, die sich im Schatten des Hauses oder eines Baumes befinden, können nicht gut abtrocknen, was zu einem unbefriedigendem Wuchs des Rasens führt. Selbst wenn Sie den Rasen kalken, lässt sich das Problem nicht im Ganzen lösen. In diesem Fall können Sie darüber nachdenken, ob Sie die Fläche für etwas Anderes nutzen können und die Graspflanzen irgendwo in der Sonne bzw. im Halbschatten säen.

Die Düngung des Bodens mit verschiedenen Düngemittel kann ebenso eine Ursache für den niedrigen pH-Wert sein. Manche Stickstoffdünger fördern eine Bodenversauerung und sollten falls möglich durch andere ersetzt werden, die den Säuregrad des Bodens nicht verändern.

Wann wird der Rasen gekalkt?

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Was den Zeitpunkt angeht, kann man generell das ganze Jahr über dem Rasen im Garten Kalk beifügen, wenn es der Boden benötigt. Als ideal zeichnet sich jedoch das Frühjahr aus, da in dieser Zeit der Rasen am besten austreibt und neue Pflanzentriebe produziert. Je früher Sie den Rasen kalken, desto besser. Nachdem die Schneedecke auf Ihrem Rasen abgeschmolzen hat, ist die Zeit zum Ausbringen des Kalkes gekommen. So können Sie im Sommer eine üppige Rasenpracht genießen.

Kalken muss man allerdings nicht jedes Jahr vornehmen. Experten raten, den Rasen alle zwei bis drei Jahre zu kalken. Wenn das erste Kalken nicht zu den gewünschten Ergebnissen geführt hat und die erneute Bodenanalyse wieder auf einen zu sauren Boden hinweist, können Sie den Vorgang im folgenden Herbst wiederholen.

Die beste Zeit zum Kalken sind die Abendstunden, da der Kalk in Kombination mit der prallen Sonne Verbrennungen der Pflanzen verursachen kann.

Welcher Kalk ist der Richtige?

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Man kann zwischen einigen verschiedenen Kalk-Arten unterscheiden. Zum Kalken des Rasens eignet sich am besten kohlensaurer Kalk, denn er ist nicht so aggressiv wie Brannt- oder Löschkalk. Diese Art wird üblicherweise im Garten genutzt und ist im Gartenfachhandel als „Gartenkalk“ zu finden. Manche verwenden trotzdem auch Branntkalk für den Rasen, wenn der Boden lehmig und schwer ist.

Auf dem Markt werden noch Mischformen aus Kalk und Dünger angeboten, die gleichzeitig den Rasen kalken und düngen. Manche Mischungen enthalten zusätzlich auch Magnesium, das für einen noch satteren Grünton des Rasens sorgt. Diese praktische Lösung ist jedoch nur für solche Gärten geeignet, deren Boden nicht extrem sauer ist.

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Die richtige Kalkmenge bestimmen

Damit das Kalken erfolgreich ist, sollten Sie den Kalk richtig dosieren. Ein sandiger Boden mit pH-Wert unter 5,5 braucht etwa 150 bis 200 Gramm kohlensauren Kalk pro Quadratmeter. Ist der Boden hingegen lehmig mit einem pH-Wert unter 6,2, dann ist die benötigte Menge doppelt so viel – also 300 bis 400 Gramm Gartenkalk pro Quadratmeter. Wer einen Lehmboden hingegen mit Branntkalk kalken möchte, braucht nicht mehr als 100 Gramm pro m².

So kalken Sie den Rasen richtig

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Beim Kalken des Rasens sind einige wichtige Punkte zu beachten, damit keine Fehler passieren. Deshalb haben wir im Folgenden die einzelnen Schritte zusammengefasst.

Bevor Sie mit dem Kalken beginnen, müssen Sie den Rasen zuerst sorgfältig vertikutieren. Auf diese Weise wird der Boden belüftet, da darin viel Sauerstoff gelangt. Durch das Vertikutieren wird außerdem Unkraut vernichtet und der Kalk kann besser einwirken. Danach braucht jedoch der Boden etwas Zeit, um sich zu erholen. Warten Sie ca. 4 Wochen nach dem Vertikutieren, bevor Sie zum Kalk greifen. Wird allerdings der Rasen im Herbst gekalkt, können Sie diesen Schritt überspringen.

Tipp: Falls Se den Rasen nachsäen möchten, dann tun Sie dies kurz nach dem Vertikutieren, aber unbedingt vor dem Kalken.

Haben Sie das Vertikutieren schon erledigt und die notwendige Zeit gewartet, dann können Sie nun den Rasen kalken. Grundsätzlich gibt es zwei Methoden, dies zu tun. Sie können entweder einen Streuwagen zum Einsatz bringen, oder einfach von Hand kalken. Im zweiten Fall sollten Sie jedoch unbedingt gute Gartenhandschuhe tragen. Der direkte Hautkontakt kann Ihre Haut schaden.

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Ein Streuwagen empfiehlt sich für größere Rasenflächen, weil damit das Ausbringen leichter und gleichmäßiger erfolgt. Sie können einfach denselben Streuwagen verwenden, der zum Auftragen des Düngers oder des Saatgutes zum Einsatz kommt. Mit so einem Gerät lässt sich die Dünger- bzw. Kalkmenge einfacher dosieren und der ganze Prozess verläuft präzise.

Ob mit dem Streuwagen oder per Hand, den Kalk sollten Sie gleichmäßig auf die gesamte Rasenfläche auftragen. Damit der Kalk tief in den Boden eindrängt, bearbeiten Sie den Rasen nach dem Kalken einmal mit der Harke. Auf diese Weise verhindern Sie, dass der Wind ihn wegträgt.

Tipp: Es gibt bestimmte Pflanzen, die Kalk gar nicht vertragen können, wie zum Beispiel Koniferen. Informieren Sie sich im Voraus, ob Ihre Pflanzen Kalk vertagen oder nicht, und halten Sie bei Bedarf den notwendigen Abstand davon.

Nachdem der Rasen gleichmäßig gekalkt wird, sollten Sie über eine gründliche Bewässerung der Rasenfläche nachdenken. Das Wasser hilft den Kalk schneller in den Boden zu ziehen und neutralisiert weiterhin die Säure.

Nun folgt die Ruhephase. Lassen Sie den Kalk etwa vier bis fünf Wochen gut einwirken, bevor Sie den Rasen düngen, mähen oder wieder vertikutieren.

Tipps für die richtige Rasenpflege

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Für einen gleichmäßig wachsenden und schön grünen Rasen braucht der Boden viel Pflege. Es gibt leider keine einzige Formel, die einen üppigen Rasenwuchs garantiert. Die verschiedenen Rasenpflanzen haben unterschiedliche Anforderungen und brauchen eine passende Pflege. Dabei spielt die Bodenbeschaffenheit auch eine wichtige Rolle. Damit Sie den Rasen richtig kalken und pflegen, haben wir noch einige nützliche Tipps zusammengestellt.

Zusätzliche Pflege bei saurem Boden: Rasen sanden

Das Kalken alleine kann die Ursachen für die Bodenversauerung nicht immer beseitigen. Ist der Boden verdichtet, soll er zusätzlich besandet werden. Dafür eignet sich grober Bausand am besten. Bedecken Sie den Rasen jedes Frühjahr mit einer Schicht Bausand, die zwei bis drei Zentimeter stark ist. Das Gras soll nicht komplett bedeckt werden, sondern über der Sand-Schicht herausschauen. Den Sand können Sie am besten mit dem Rasenrechen einebnen. Wenn Sie den Rasen besanden, wird der Boden mit der Zeit lockerer, das Mooswachstum verringert sich und das Gras wächst vitaler und üppiger.

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Rasen düngen erst nach dem Kalken

Düngen kann das Kalken des Rasens nicht ersetzen. Die Zusatzstoffe im Dünger können manchmal sogar schädlich für die zarten Gräser sein. Generell können Sie den Rasen sowohl kalken, als auch düngen, da beide die Wachstumsbedingungen fürs Gras verbessern können. Wichtig ist es jedoch zu beachten, dass das Kalken vor dem Düngen passieren sollte. Wird zuerst die notwendige Menge Kalk dem Boden zugeführt, dann wird die optimale Basis fürs Düngemittel geschafft.

Und was sind eigentlich die Unterschiede zwischen Kalken und Düngen und sollte man beides tun? Kalk ist eine Art von Dünger, der die Säuregehalt im Boden reguliert. Düngemittel enthalten viele Nährstoffe und Mineralien, die der Rasen benötigt. Die wichtigsten davon sind Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium. Um zu bestimmen, was genau Ihrem Rasen fehlt, sollten Sie eine Bodenprobe entnehmen und sie zur Bodenanalyse zusenden. Nur so wissen Sie mit Sicherheit, genau was dem Boden mangelt.

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Bei Regenwetter nicht kalken

Falls Regen in der Wetterprognose steht oder hat es am gleichen oder am Vortag viel geregnet, sollten Sie das Kalken für einen anderen Tag verlegen. Der Boden soll also trocken sein, bevor Sie den Rasen kalken. Der Regen direkt danach ist jedoch kein Problem und kann sogar dem Kalk helfen, besser in den Boden einzusickern.

Wir wünschen Ihnen gutes Gelingen!



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