Vitamin D als Schmerzmittel während einer palliativen Therapie bei Krebs

Von Charlie Meier

Krebspatienten mit Vitamin-D-Mangel, die Vitamin D durch Supplementierung erhielten, hatten einen geringeren Bedarf an Schmerzmitteln bei der palliativen Therapie. Dies zeigt eine randomisierte und placebokontrollierte Studie von Forschern des Karolinska Instituten. Bei denjenigen mit Krebs in der palliativen Phase ist ein solcher Vitaminmangel häufig zu beobachten. Der niedrige Vitamin-D-Spiegel im Blut kann nämlich Schmerzen, Infektionsempfindlichkeit, Müdigkeit, Depressionen und eine geringere Lebensqualität verursachen.

Verabreichung von Vitamin-D-Präparaten während einer palliativen Therapie

verabreichung von opioiden während einer palliativen therapie bei krebs

Vor dieser Forschung haben Wissenschaftler eine kleinere Studie durchgeführt, die nicht randomisiert oder placebokontrolliert war. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass eine Vitamin-D-Supplementierung die verabreichten Dosen an Opioiden reduzieren. Außerdem sank dadurch der Bedarf an Antibiotika, während sich die Lebensqualität der Patienten mit fortschreitendem Krebs durch Vitamin D verbessern konnte. 244 Krebspatienten mit Krebs nahmen in den Jahren 2017-2020 an der aktuellen Studie in Stockholm teil. Alle Probanden hatten zu Studienbeginn einen Vitamin-D-Mangel. Sie erhielten entweder eine 12-wöchige Behandlung mit Vitamin D in einer relativ hohen Dosis (4000 IE/Tag) oder ein Placebo. Die Forscher maßen dann 0, 4, 8 und 12 Wochen nach Studienbeginn die Veränderung der verabreichten Dosen an Schmerzmitteln als Maß für den Schmerz.

arzt hält vitamin d kapsel für krebspatient in der hand mit gummihandschuh

Die Ergebnisse zeigten, dass die Studienteilnehmer Vitamin D als Behandlung gut vertragen. Die damit behandelten Patienten hatten im Vergleich zur Kontrollgruppe während der Studie einen deutlich langsameren Anstieg an Opioiden. Darüber hinaus erfuhren sie weniger krebsbedingte Müdigkeit, so die Studienautoren. Hingegen gab es keinen Unterschied zwischen den Gruppen hinsichtlich der selbst eingeschätzten Lebensqualität oder des Antibiotika-Einsatzes. Die Effekte waren recht gering, aber statistisch signifikant und können für Patienten mit Vitamin-D-Mangel, die Krebs in der palliativen Phase haben, von klinischer Bedeutung sein. Dies ist das erste Mal, wenn Vitamin-D-Supplementierung in der palliativen Therapie Krebspatienten eine Wirkung zeigt. Dies gilt laut den Studienautoren sowohl für Schmerzen als auch für Müdigkeit. Eine Schwäche dieser Studie bestand jedoch in der hohen Abbrecherquote. Nur 150 von 244 Patienten konnten die 12-wöchige Behandlung abschließen.

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