Kann ein Mosaikvirus in Pflanzen gegen metastasierenden Krebs wirken?

Von Charlie Meier

Mit einem Mosaikvirus, das in Schwarzaugenbohnen wächst, entwickelten Nanoingenieure eine neue Behandlung, die metastasierende Krebsarten von der Lunge fernhalten könnte. Der Ansatz verlangsamte nicht nur das Tumorwachstum bei metastasierendem Brustkrebs oder Melanom, sondern verhinderte oder minimierte auch seine Ausbreitung drastisch. Diese Krebsarten waren in den Lungen gesunder Labormäusen, die mit der Krankheit konfrontiert waren.

Neuartiger Therapieansatz bei Metastasierung mit Mosaikvirus

wissenschaftler analysiert pflanzenvirus zur behandlung diverser krebsarten bei metastasen

Bei der experimentellen Behandlung handelt es sich um eine körperliche Injektion eines Pflanzenvirus, das als Mosaikvirus bekannt ist. Das Virus ist für Tiere und Menschen harmlos. Der Körper erkennt es jedoch als fremder Eindringling, was eine Immunantwort auslöst, die ihn bei der Krebsbekämpfung effektiver macht. Die Idee ist, mithilfe des Pflanzenvirus das körpereigene Immunsystem zu unterstützen, Krebszellen in der Lunge zu erkennen und zu zerstören. Dazu entwickelte das Team Nanopartikel, die auf ein Protein in der Lunge mit der Bezeichnung S100A9 abzielen. In der Lunge rekrutieren diese Nanopartikel Immunzellen, damit die Tumore nicht angreifen können. Die Forscher führten sowohl präventive als auch Behandlungsstudien durch. Damit behandelte Versuchstiere zeigten im Vergleich zu unbehandelten Mäusen eine dramatische Verringerung der Krebsausbreitung auf ihre Lunge. In den Behandlungsstudien verabreichten die Forscher die Nanopartikel Mäusen mit metastasierendem Tumor in der Lunge. Diese Labormäuse wiesen somit kleinere Lungentumore auf und überlebten länger als unbehandelte Tiere.

mosaikvirus in schwarzaugenbohnen als basis für neue therapie gegen krebs

Das Bemerkenswerte an den Studienergebnissen ist, dass dieses Mosaikvirus eine Wirksamkeit gegen extrem aggressive Krebszelllinien zeigte, so die Autoren. Darüber hinaus war jede Veränderung des Überlebens oder der Lungenmetastasierung ziemlich auffällig. Eine solche Behandlungsmöglichkeit könnte besonders für Patienten hilfreich sein, bei denen ein Krebstumor bereits entfernt wurde. Es würde vielmehr Patienten verabreicht werden, bei denen ein hohes Risiko besteht, dass ihre Tumore als Metastasen nachwachsen. Bevor die neue Therapieoption aus dieser Studie ein fertiges Stadium erreichen kann, müssen die Forscher detailliertere immunologische und pharmakologische Untersuchungen durchführen. Zukünftige Forschungen werden außerdem auch analysieren, wie sich dies mit anderen Behandlungen wie Chemotherapie, Checkpoint-Medikamenten oder Bestrahlung kombinieren lässt.

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