Studie: Zusammenhang zwischen Herpes simplex und Neurodegeneration

Von Charlie Meier

Eine neue Studie legt nahe, dass ein Protein in Zellen die Ausbreitung von Herpes Simplex einschränkt. Die Ergebnisse deuten außerdem auf eine direkte Verbindung zwischen neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer-Krankheit, amyotropher Lateralsklerose, Glaukom und dem Herpesvirus hin. Die Studienautoren wollten herausfinden, warum HSV-1 bei immungeschwächten Personen tödlich sein kann, bei gesunden Personen jedoch nicht.

Was Herpes simplex mit neurodegenerativen Erkrankungen verbindet

wie herpes simplex zu alzheimer sowie glaukom und lateralsklerose führen kann

Herpesviren infizieren auf natürliche Weise das zentrale Nervensystem und können zu degenerativen Gehirn- und Augenerkrankungen sowie Enzephalitis führen. Bei den meisten Menschen wird das Virus jedoch während einer Primärinfektion unterdrückt, bevor es das zentrale Nervensystem erheblich schädigen kann. Das Protein namens Optineurin oder OPTN stoppt das Wachstum des Virus durch Autophagie. Dies ist das Verschlingen der Viruspartikel in winzigen Vesikel, die als Autophagosomen bekannt sind. Die Autophagie, die stattfindet, ist jedoch sehr selektiv, was sich dementsprechend auch auf andere Viren auswirkt. Die Forscher gehen davon aus, dass die Ergebnisse dieser Studie auf alle acht verschiedenen humanen Herpesviren zutreffen werden. Das Viruswachstum war in den Gehirnen von Labormäusen ohne OPTN viel höher und tötete lokale Neuronen, was zur Neurodegeneration führte. Dies zeigt, dass es eine schnellere Degeneration von Neuronen gibt, wenn dieses Protein nicht vorhanden ist.

varicella virus breitet sich im gehirn aus und verursacht neurodegeneration

Die Studienergebnisse zeigten außerdem auch, dass es bei einem mangelnden OPTN zu einer Beeinträchtigung der Immunantwort kommt. Einige dieser Probleme könnten neurodegenerative Erkrankungen umfassen, von denen Forscher glauben, dass weitere Untersuchungen zeigen könnten. Da Herpes simplex in den Neuronen verbleibt, vermuten die Wissenschaftler, dass es mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer in Verbindung steht. Das Immunsystem benötigt außerdem eine Entzündung, um das Virus ständig abzuwehren. So eine kontinuierliche Immunantwort kann dementsprechend Neuronen in gewissem Maße schädigen. Diese Studie zeigte auch, dass Tiere ohne OPTN und mit HSV-1 infiziert nach 30 Tagen die Fähigkeit verloren, Objekte zu erkennen. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass HSV-1 zusammen mit einer Mutation von OPTN neuronale Schäden beschleunigen könnte, was zu kognitiven Beeinträchtigungen führen würde.

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