Lange Raumfahrt & Ausdauer-Schwimmen lassen das Herz schrumpfen

Autor: Anne Seidel

Eine lange Raumfahrt und Ausdauer-Schwimmen haben etwas gemeinsam. Und zwar können beide das Herz zum Schrumpfen bringen. Das geht aus einer Studie hervor, die die Auswirkungen des Jahres des Astronauten Scott Kelly im Weltraum mit dem Marathonschwimmen des Athleten Benoît Lecomte verglich. Die Studie wurde von Dr. Benjamin Levine, Professor für Innere Medizin am Southwestern Medical Center der Universität von Texas in Dallas, geleitet. Aber was haben beide Fälle gemeinsam, sodass sie die gleiche Auswirkung auf das Herz haben?

Lange Raumfahrt & Ausdauer-Schwimmen schrumpfen das Herz

Lange Raumfahrt und Schwimmen mit Auswirkungen auf das Herz

Sowohl während der Weltaumfahrt, als auch bei langem Aufenthalt im Wasser fehlt die Anziehungskraft. Durch diese Schwerelosigkeit fehlt es dem Organ an der üblichen Belastung und das führt dazu, dass das Herz schrumpft. Dies konnten selbst Übungen nicht wieder rückgängig machen. Eine lange Raumfahrt und das Ausdauer-Schwimmen schrumpfen das Herz also dauerhaft.

"Eines der Dinge, die wir in vielen Jahren des Studiums gelernt haben, ist, dass das Herz bemerkenswert plastisch ist. Das Herz passt sich also der Belastung an, die auf es ausgeübt wird", so Professor Levine, der auch Direktor des Instituts für Bewegung und Umwelt ist. "In der Raumfahrt ist eines der Dinge, die passieren, dass Sie kein Blut mehr bergauf pumpen müssen, weil Sie nicht gegen die Schwerkraft pumpen."

Benoît Lecomte ist Ausdauer-Schwimmer und durchquerte den Atlantik

Scott Kelly verbrachte eine 340 Tage lange Raumfahrt an Bord der Internationalen Raumstation (ISS), während Benoît Lecomte den Versuch unternahm, den Pazifik zu durchqueren, nachdem er bereits den Atlantik hinter sich gebracht hatte. Dieser Versuch endete nach über 159 Tagen und 2821 km. Rechnet man die Schwimmdauer pro Tag sowie den Schlaf des Schwimmers während dieses Marathons zusammen, kommt man auf durchschnittlich 17 Stunden, die das Herz in einer liegenden, also horizontalen, Pose verbrachte, statt wie üblich in horizontaler. Die Bedingungen sind in beiden Fällen also fast identisch. Die Herzen beider Männer pumpten kein Blut mehr nach oben, wodurch es begann, an Masse zu verlieren.

Raumfahrten von größerer Dauer unvorteilhaft für das Herz

Lange Raumfahrt ließ das Herz von Scott Kelly schrumpfen

Es gibt auch ein weiteres Risiko für dieses lebenswichtige Organ durch eine lange Raumfahrt. Die höheren Strahlungswerte im Weltraum könnten die koronare Herzkrankheit beschleunigen. Astronauten werden zwar auf Arteriosklerose untersucht. Sie sind aber meist im mittleren Alter, wenn sie in den Weltraum gehen, und Wissenschaftler wissen, dass dies ein Problem ist, das mit dem Alter zunimmt.

Die Studie wurde in der Zeitschrift Circulation veröffentlicht.




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