Kinder mit Autismus kommen besser voran als angenommen

Autor: Olga Schneider

Kinder mit Autismus schneiden besser in der Schule ab als allgemein angenommen. Sie zeigen in mindestens einem Entwicklungsaspekt gute Leistungen, behauptet eine neue Studie.

Kinder mit Autismus schneiden durchschnittlich gut in der Schule ab

Kinder mit Autismus in der Schule durschnittlich

ASS ist eine Hirnleistungsstörung, an der laut dem U.S. Center for Disease Control and Prevention eins von 54 Kindern in den USA leidet. Die Störung ist komplex und variiert von Person zu Person. Manche Kinder haben begrenzte Probleme bei der Sozialisierung und Kommunikation, andere sind stärker betroffen – sie sprechen wenig, wenn überhaupt, bleiben in wiederholten zwanghaften Verhaltensweisen stecken. Manche Kinder haben Lernschwierigkeiten, während andere einen durchschnittlichen oder überdurchschnittlichen IQ haben.

Die Studie von 272 Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) stellte fest, dass fast 80 % von ihnen im Alter von 10 Jahren gute Leistungen in mindestens einem von fünf Entwicklungsbereichen hatten. Die Kinder wurden dreimal im Alter zwischen 2 und 5 Jahren und noch zweimal im Alter zwischen 8 und 10 Jahren bewertet. Die Forscher untersuchten, welche Erfolge die Kinder in 5 Bereichen erzielt hatten: Kommunikation, soziale Fähigkeiten, alltägliche Tätigkeiten, und „internalisierende“  und „externalisierende“ Verhaltensweisen. Die internalisierenden Probleme umfassen Angststörung, sozialen Rückzug und Depression. Externalisierende Probleme sind z.B. Regelbrüche und Aggression.

Anlass für Optimismus und Hoffnung: Ein Viertel aller Kinder mit Autismus sind gut in allen Entwicklungsbereichen

Lernen bei Kindern mit Autismus in der Schule neue Studie

Im Alter von 10 Jahren kamen die meisten Kinder zumindest in einem Bereich gut voran. Fast 24 % waren gut in 4 Entwicklungsbereichen. Es gab große Unterschiede: Die Hälfte der Kinder waren gut bei den externalisierenden Verhaltensweisen, während nur 20 % beim Erwerb sozialer Fertigkeiten gut waren. Die Tatsache, dass die Kinder in einem Bereich gut waren und in anderen Aspekten nicht, ist auf das Wesen der ASS zurückzuführen, aber siespiegelt auch die Art des Eingreifens bei der Erziehung der Kinder wider. Die wohlhabenderen Familien haben einen größeren Ressourcenzugang wie z.B. private Nachhilfe. Besser-funktionierende Familien können als Team zugunsten von ihren Kindern wirken.

Diese Ergebnisse zeigen, dass die positiven Tendenzen bei ASS häufiger als allgemein angenommen sind. „Wir sollten unsere Vorstellung was ‚gut vorankommen‘ bedeutet, erweitern“, sagte der führende Forscher Dr. Peter Szatmari, vom Hospital for Sick Children und dem Center for Addiction and Mental Health in Toronto, Kanada. „ASS ist eine Störung mit vielen Herausforderungen, aber es besteht auch Anlass für Optimismus und Hoffnung“. Szatmari sagte, dass er und seine Kollegen die Studiengruppe während ihres Erwachsenwerdens weiter verfolgen wollen.

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