Was ist der Unterschied zwischen einem Trader und einem Investor?

Von Ada Hermann

Jeder angehende Marktteilnehmer steht vor einer der grundlegendsten Fragen auf Finanzmärkten: Will ich ein Trader oder ein Investor sein? Oft werden diese beiden Begriffe verwechselt, was allerdings zu ungünstigen Geschäften führen kann. Daher ist es wichtig, die Unterschiede zu erkennen und sich für eine der beiden Seiten zu entscheiden.

Anleger, Trader oder beides?

Investieren vs Traden was sind die Unterschiede

Die Entscheidung über die eigene Rolle auf den Finanzmärkten ist grundlegend für ihren Erfolg, denn spekulativer Handel und langfristiges Investment sind zwei extrem unterschiedliche Ansätze, die wiederum unterschiedliche Methoden der Analyse und des Risikomanagements implizieren.

Ein Investor (Anleger) ist auf langfristige Positionen ausgerichtet, ein Trader hingegen auf kurzfristige. Hier zeigt sich der erste signifikante Unterschied, nämlich die unterschiedlichen Risiken, denen die beiden Gruppen ausgesetzt sind. Ein weiterer wichtiger Faktor neben dem Zeitraum ist die Entscheidungsmethode, die die Gründe für den Abschluss eines Geschäfts prägt.

Oft machen Privatanleger den Fehler, sich nicht für eine der beiden Seiten zu entscheiden, und sind schließlich auf dem Markt gleichzeitig als Investor und Trader tätig. So eine Strategie ist in den meisten Fällen jedoch nicht erfolgreich. Der Grund liegt in den Besonderheiten, die beide Typen von Finanzmarktteilnehmern kennzeichnen.

Im Prinzip haben die beiden Ansätze sowohl Vor- als auch Nachteile, und im Folgenden werden wir uns die wichtigsten Unterschiede zwischen Traden und Investieren ansehen.

Trader vs. Investor: Wo liegen die Unterschiede?

Händler beim digitalen Forex Trading auf Laptop

Im Grunde genommen gibt es einige wesentliche Unterschiede zwischen Investoren und Tradern auf dem Finanzmarkt. Der Hauptunterschied liegt in der Art und Weise, wie die beiden Gruppen versuchen, positive Renditen zu erzielen. Investoren machen Trades, die einen längeren Zeithorizont haben, während sich Trader auf kurzfristige Positionen konzentrieren und sich auf den aktiven Handel verlassen. Im Falle von Devisenhandel suchen sie sich zuerst einen Devisenbroker bzw. eine Trading-Plattform aus, die als ihr Bindeglied zum Devisenmarkt funktioniert. Ein Forex Broker Vergleich kann Händlern dabei helfen, einen Überblick über die Angebote der verschiedenen Broker zu erhalten.

Was ist ein Investor?

Ein Investor mit Tablet verfolgt die Entwicklung eines Marktes

Investoren werden in zwei Hauptgruppen unterteilt – aktive und passive. Die Passiven investieren in Instrumente, die die Entwicklung eines Marktes, eines Sektors, einer geografischen Region usw. verfolgen. Die Aktiven versuchen, sich eine höhere Rendite als die Marktrendite zu sichern, indem sie ihr eigenes Vermögensportfolio zusammenstellen, das ihrem Risikoprofil entspricht.

Was zeichnet einen Trader aus?

Trader handelt mit Forex per Smartphone


Durch aktiveres Handeln können sich Trader potenziell höhere Renditen sichern als Investoren. Der Grund ist, dass sie auf diese Weise in der Lage sind, kurz- und mittelfristige Bewegungen von Finanzinstrumenten zu erfassen. Ein weiteres Plus, das Tradern zugutekommt, ist die Möglichkeit, Leerverkäufe zu tätigen. Solche Geschäfte werden von Anlegern selten gemacht, weil sie zum einen risikoreicher sind und zum anderen nicht einem rationalen Investitionsverständnis entsprechen.

Ein Vergleich

Mittel zur Analyse von Aktienmarkt Diagramme

Anleger müssen die Risikofaktoren berücksichtigen, die den Preis von Vermögenswerten auf lange Sicht beeinflussen können. Trader konzentrieren sich auf diejenigen, die kurz- und mittelfristig einen Einfluss haben.

Alle von Tradern verwendeten Strategien zielen darauf ab, einen Teil der Bewegung eines Instruments kurzfristig zu erfassen. Investoren hingegen streben danach, den Vermögenswert zum bestmöglichen Preis zu kaufen. Als solcher gilt der Preis, der unter seinem tatsächlichen Wert liegt, also unterbewertet ist.

Investoren verlassen sich auf fundamentale Gründe für den Kauf eines Vermögenswerts und dessen Fähigkeit, langfristig zu steigen. Für Trader spielt die langfristige Bewegung keine Rolle, weshalb tiefgreifende Fundamentalanalysen selten durchgeführt werden und technische Analysen häufiger zum Einsatz kommen. Es gibt jedoch auch Trader, die die Fundamentalanalyse nutzen und spekulative Geschäfte machen. In der Regel wird bei dieser Art des Handels nach fundamentalen Gründen gesucht, die den Preis mittelfristig beeinflussen können.

Was sind die Vor- und Nachteile beider Ansätze?

Welche sind die Unterschiede zwischen Investor und Trader


Alle Arten von Transaktionen auf den Finanzmärkten sind mit einem Risiko verbunden, das sich aufgrund des Zeitraums und der Häufigkeit der Transaktionen unterscheidet. Es ist wahrscheinlicher, dass eine Aktie in einem Jahr teurer ist als in einem Tag oder Monat. Dies macht langfristige Investitionen weniger riskant, da der Preis eine größere Zeitspanne hat, um zu steigen.

Aktiver Handel hingegen birgt höhere Risiken, hat aber das Potenzial, größere Erträge zu liefern. Der Grund dafür ist, dass 100-200 Trades in einem Jahr eine Nettorendite erbringen können, die größer ist als der Gegenwert der Investition, wenn die Mittel über diesen Zeitraum in einen oder mehrere Vermögenswerte investiert wurden. Natürlich ist zu bedenken, dass Trader und Investoren keine sichere Garantie für den Erfolg ihrer Investitionen haben können.

Ein längerer Zeithorizont erfordert weniger Zeit für die Überwachung und Verwaltung von Positionen. Das bedeutet, dass das Investitionsengagement deutlich geringer ist als beim aktiven Handel. Es gibt Investoren, die ihre Positionen einmal pro Woche oder Monat überwachen, aber für aktive Trader ist dies unmöglich.

Investieren und Traden birgt hohe Risiken

Dabei ist zu berücksichtigen, dass Investitionen trotz des langfristigen Zeithorizonts auch verlustbringend sein können. Selbst wenn sie einen Zeithorizont von fünf Jahren haben, heißt das nicht, dass die Positionen unbedingt profitabel sein müssen. Positiv beim aktiven Trading kann gesagt werden, dass Trader in deutlich kürzerer Zeit herausfinden, ob ein Trade profitabel ist oder verliert.

Kurz- und mittelfristige Trends, Risiken und Marktkräfte ändern sich häufig, was einerseits Chancen für Trader bietet, andererseits aber auch die Risiken beim Handel erhöht. Für Investoren sind diese Risiken zweitrangig, da sie nur selten zu langfristigen Risiken werden, die sich auf ihre Positionen auswirken können.

Es ist wichtig zu beachten, dass sich Investitionen in der Regel auf langfristige Aktienkäufe beziehen, und Statistiken zeigen, dass sich die Aktienmärkte auf lange Sicht nach oben bewegen. Es gibt jedoch keine Garantie, dass der Investor Aktien von profitablen Unternehmen kauft, weshalb er sich nicht blind auf Statistiken verlassen kann.

Investoren und Trader handeln immer auf eigenes Risiko!

Risikomanagement wichtig beim Traden und Investieren

So wie man mit beiden Ansätzen eine Rendite erzielen kann, kann man auch verlieren. Das Ergebnis hängt weitgehend von den Kenntnissen und Fähigkeiten, die beide Seiten über die Finanzmärkte haben, ab.

Langfristige Investitionen erfordern in der Regel vertiefte Kenntnisse, damit der Anleger die richtigen Entscheidungen trifft, die im Laufe der Zeit zu einer Kapitalerhöhung führen. Ansonsten werden sie zu einer Dauerlotterie, die selten die gewünschten Ergebnisse liefert.

Aktiver Handel erfordert keine tiefgreifenden Kenntnisse der Fundamentaldaten und Treiber der Märkte, um erfolgreich zu sein. Es ist jedoch zwingend notwendig, dass der Trader eine Strategie hat, die ihm auf lange Sicht eine positive Rendite bringt.

Trotz der grundlegenden Unterschiede haben Traden und Investieren zwar etwas gemeinsam. Die Berücksichtigung der Risiken ist bei beiden Ansätzen ein unvermeidlicher Teil des Erfolgs oder Misserfolgs.

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