Was haben Aroma- und Duftstoffe mit Chemie und Parfüms gemeinsam?

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Die Parfümerie oder die Kunst der Herstellung von Parfüms kann als die früheste Form der Chemie betrachtet werden. Eigentlich als der erste Chemiker der Welt gilt eine Parfümeurin namens Tapputi, die um 1200 v. Chr. im babylonischen Mesopotamien lebte. Parfüm hat eine wichtige Rolle in unzähligen Kulturen gespielt. Geschichten in alten Texten erzählen und antike Wandmalereien zeigen uns, dass Parfüm zuerst von den Ägyptern als Teil der religiösen Zeremonien verwendet wurde, um den Göttern zu danken oder ihre Gnade zu erlangen und böse Geister fernzuhalten. Im Laufe der Zeit wurden Parfüms von den Adeligen für persönliche Körperpflege, als Raumduft und als Mittel verwendet, den Gestank einer Krankheit oder unangenehme Gerüche auf Straßen zu vertuschen. Im Laufe der Jahrhunderte sind Parfüme zu einer Milliarden-Industrie geworden. Eine entscheidende Rolle dabei spielen die Aroma- und Duftstoffe, die noch in Kosmetik-, Pharma- und sogar in der Lebensmittel-Industrie zahlreiche Anwendung finden.

Wie werden Aroma- und Duftstoffe hergestellt?

natürliche und synthetische Duft- und Aromastoffe Parfüm herstellung

Parfüm ist eine Mischung aus ätherischen Ölen, Duftstoffen und Lösungsmitteln wie Alkohol und Wasser. Die Komponente, die dem Parfüm den charakteristischen Duft geben, sind entweder natürlicher Herkunft (pflanzlich oder tierisch) oder werden von Chemikern im Labor hergestellt. Zur Gewinnung von ätherischen Ölen nutzten Ägypter die alte Methode des „Pressens“ – duftende Öle wurden aus Blumen und anderen Pflanzen gewonnen, dann mit Tierfett oder anderen Ölen vermischt. Extraktionsverfahren haben sich während der Jahrhunderte weiter entwickelt und bieten heute Wissenschaftlern die Möglichkeit, Düfte aus der Natur viel effektiver zu gewinnen. Zudem können Chemiker auch Hunderte von verschiedenen Düften durch Zusammensetzung unterschiedlicher Moleküle herstellen.

Das Komponieren eines Parfüms

Wie wird Parfüm hergestellt Parfümessenz natürliche und synthetische Duftstoffe

Parfums kommen in vielen Formen vor, aber man unterscheidet grundsätzlich zwischen Gemisch auf Alkoholbasis und auf Ölbasis. Der Träger ist das Lösungsmittel, in dem die aromatischen Duftstoffe gelöst werden. Sobald das Parfüm angewendet wird, verdampft der Träger und lässt die Duftstoffe ihren Duft freigeben. Entscheidend dabei ist das Mischungsverhältnis zwischen Alkohol und Duftessenz. Je höher konzentriert die Duftstoffe, desto intensiver und länger anhaltend das Parfüm. Grundsätzlich gibt es drei Duft-Klassen:

  • Eau de Parfum: 10-20% Duftölanteil
  • Eau de Toilette: 5-15% Duftölanteil
  • Parfum Mist/Bodyspray: 3-8% Duftölanteil

Duftstoffe Parfümherstellung Anteil Kopfnote Herznote Basisnote

Ein Parfum besteht aus mehreren Duftstoffen, die als Duftnoten bekannt sind. Dabei hat das Parfüm-Erlebnis in der Regel drei Phasen, weil die drei Noten nicht auf einmal von unserer Nase wahrgenommen werden, sondern nacheinander zur Geltung kommen. Alles beginnt mit der Kopfnote, die auf den eigentlichen Charakter des Parfüms vorbereitet. Dann kommt die Herznote, die länger auf der Haut hält, gefolgt von der Basisnote, die das Fundament des Duftes bildet. Als Kopfnote werden typisch frische, fruchtige Düfte verwendet. Die Herznoten sind leicht und blumig. Als Basisnoten eignen sich würzige, tiefe Düfte. Durch die sorgfältige Kombination von Kopf-, Herz- und Basisnoten entsteht ein einzigartiger Parfümduft.

Die Herstellung von synthetischen Duftstoffen

synthetische Duftstoffe Chemie Parfüm Abbildung


Synthetische Duftstoffe und organische Chemie bringen die Parfümindustrie auf ein ganz anderes Niveau. Inspiriert von der Natur und entwickelt von kreativen Köpfen im Labor, ermöglichen synthetische Duftmoleküle die Herstellung von länger haltbaren Parfümessenzen und zwar in größeren Mengen. Das eröffnet endlose Möglichkeiten für die Parfümherstellung. Zudem ist die Liste der natürlichen Aromastoffe auf Blumen, Pflanzen und Moschus beschränkt, während sich mit synthetischen Duftstoffen unzählige Duftkompositionen kreieren lassen.

Chemie Parfüm synthetische Duftstoffe Vorteile


Eine große Rolle in der Parfümerie spielen wohlriechende Ester, die mithilfe von verschiedenen Säuren und Alkoholen hergestellt werden. Als Nebenprodukt entsteht Wasser. Ester dienen als ausgezeichnete Fixateure und sorgen für eine gute Haftung auf der Haut. Technisch gesehen können Chemiker im Labor zahlreiche naturidentische Duftstoffe von nur einem Molekül entwickeln. Auch beim Chemietechnik Zubehör gibt es noch Potenzial für Neues und es sind weitere Fortschritte in der Zukunft zu erwarten. Die Spezialisten in Laborbedarf rct-online.de zum Beispiel entwickeln immer neue Materialien und Angebote. Von Vorteil ist hier, dass sie viel mit kleinen Unternehmen sowie Start-ups sprechen, die Ideen auch umsetzen. Hinzu kommen neue interessante Verbundmaterialien und etwa Materialkompositionen zum Einsatz.

Beispiele für Esterbildung und naturidentische Aromastoffe

CarbonsäureAlkoholDuft
Butansäure/ButtersäureMethanolAnanas
Butansäure/ButtersäureEthanolErdbeere
Ameisensäure/MethansäureIsobutanolHimbeere
Pentansäure/BaldriansäurePentanolApfel
Ethansäure/EssigsäureIsopentanolBirne
Ethansäure/EssigsäureOktanolOrange
Ethansäure/EssigsäureBenzanolJasmin

Chemie Duftstoffe Ester Parfüm Moleküle Beispiel

Vorteile der künstlichen Duftstoffe – Die Umwelt schonen

Duftstoffe gewinnen Moschus natürlich Tiere

Während heutzutage der Trend in Richtung „Bio und Natur“ geht, könnten sich die synthetischen Duftstoffe bei der Parfümherstellung als die grünere Wahl erweisen. Viele der beliebtesten Parfümessenzen stammen aus knappen natürlichen Ressourcen und die Herstellung von Parfüms, die aus zu 100 % aus natürlichen Stoffen bestehen, kann diese Ressourcen weit ausnutzen und sogar völlig erschöpfen. Alle diese natürlichen Düfte können aber heutzutage mit Leichtigkeit im Labor synthetisch nachgebildet werden.

Sandelholz zum Beispiel ist eine der beliebtesten Holznoten und wird aus der Rinde von Sandelholzbaum gewonnen. Vor etwa 20 Jahren führte die große Nachfrage aus Europa und den USA zu massiver Abholzung der indischen Sandelholzwälder. Durch die Entwicklung synthetischer Duftmoleküle, die die Essenz von Sandelholz perfekt kopieren, konnte die Parfümindustrie den Umweltschaden bzw. Resourcenverbrauch reduzieren. Dank synthetischer Duftstoffe haben sich die Wälder erholt, unethische Handelspraktiken haben sich verringert und wir können immer noch den angenehmen Duft von Sandelholz genießen.

synthetische Duftstoffe Chemie Herstellung Reagenzgläser

Die Verwendung bestimmter synthetischer Inhaltsstoffe trägt auch zur Vermeidung von Tierquälerei bei. Beliebte Duftnoten wie Zibet, Moschus, Ambra und Castoreum stammen von Tieren. Das bedeutet, dass für die Gewinnung der natürlichen Duftstoffe die Tiere misshandelt und sogar getötet werden müssen. Mit der Entdeckung des künstlichen Moschus hat die organische Chemie einen besonderen Triumph gefeiert.

Das Thema mit der in Düften verwendeten Synthetik könnte allerdings zweischneidig sein. Wenn Sie also das nächste Mal ein Parfüm kaufen möchten, können Sie sich über die Pro und Contra Argumente informieren lassen.



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