Coronavirus Ansteckung: Welche Schutzmaßnahmen helfen wirklich?

Autor: Olga Schneider

Die Zahl der Infizierten mit Coronavirus steigt täglich, denn Covid-19 verbreitet sich wie eine Grippe und ist sehr ansteckend. Das Ziel ist es jetzt, die Zahl der Kranken auf das Minimum zu halten und die Ausbreitung so gut wie möglich unter Kontrolle zu bringen. Mit einigen Schutzmaßnahmen gelingt das am besten. Die Behörden haben die wichtigsten Hygienemaßnahmen bekannt gegeben, aber im Netz wird immer wieder von Wundermitteln gesprochen, die angeblich vor Corona schützen. Was wirklich gegen Coronavirus Ansteckung hilft und was nicht – wir nehmen die Frage unter die Lupe.

Coronavirus Ansteckung: Was hilft wirklich und wie können wir uns effektiv davor schützen?

Coronavirus Ansteckung wie wir uns schützen können

Coronavirus, wie die meisten Viren aus derselben Gruppe, wird über Sekrete der Atemwege übertragen. Das bedeutet, dass ein Infizierter mit seinem Husten oder Atem winzige Tröpfchen in der Luft verbreitet, die die anderen Menschen einatmen. in seiner Umgebunb einatmen. Es gibt noch eine Variante – die Tröpfchen gelangen auf unterschiedliche Oberflächen, wie Türklinken, Handys oder Lebensmitteln, mit denen wir in Berührung kommen. Das ist die sogenannte Schmierinfektion, bei der wir zuerst mit den Händen verschiedene Gegenstände und dann unser Gesicht berühren. So kann das Virus in die Nase und Schleimhäute gelangen.

Diese Fakten sind vielleicht allen bereits bekannt. Aber wir wiederholen sie noch einmal, weil die Art, wie die Ansteckung erfolgt, sehr wichtig für die Prävention ist. Die Schutzmaßnahmen teilen sich also in zwei auf: Hygienemaßnahmen, bei denen Oberflächen desinfiziert werden und Vorbeugungsmaßnahmen. Da das Virus  neu ist, liegen leider keine umfangreichen Studien vor. Deswegen ist die Situation so dynamisch. Aber, gerade wenn es um Schutzmaßnahmen geht, gilt die Faustregel: “Vorsicht ist besser als Nachsicht”. Hier verleihen wir Ihnen einen Überblick über die wirksamen und die nicht wirksamen Schutzmaßnahmen.

Häusliche Quarantäne und Homeoffice arbeiten in Coronavirus Zeit

1. Kontakte einschränken: Wer seine Kontakte um die Hälfte reduziert, schützt nicht nur sich, sondern auch die anderen. Jeder Infizierte überträgt das Virus an 2.5 Menschen weiter , jeder von diesen 2 (bzw. 3) Menschen überträgt es dann erneut an weitere 2 oder 3 usw. Innerhalb von wenigen Wochen kann also nur ein Infizierter zu über 3000 neuen Covid-19-Fällen führen. Wenn aber alle ihre Kontakte einschränken, dann geht die Zahl der angesteckten Menschen zurück. So kann die Zahl der Patienten gering gehalten werden. Kontakte einschränken kann also dem Einzelnen, aber auch der Gesellschaft helfen.

Wie Sie sich schützen können: Bleiben Sie zu Hause im engen Familienkreis und nehmen Sie Kontakt mit Verwandten und Freunden nur telephonisch auf. Wenn es möglich ist, sollte jede Person aus dem Haushalt ein eigenes Badezimmer verwenden.

2. Bleiben Sie zu Hause und versuchen Sie, nur bei Bedarf auszugehen. Wenn es möglich ist, sollten Sie zu Hause bleiben und versuchen, so wenig wie möglich auszugehen. Vermeiden Sie Gedränge. Halten Sie einen Mindestabstand von 2 Metern zu Mitmenschen im Supermarkt oder in der Bank. Erstellen Sie Einkaufslisten, so dass Sie möglichst wenig Zeit im Supermarkt verbringen. Kaufen Sie Lebensmittel, die möglichst lange halten. Früchte wie Äpfel, Birnen und Quitten halten in einem kühlen Raum über eine Woche, im Kühlschrank auch länger. Es gibt auch viele Käsesorten, die wochenlang im Kühlschrank aufbewahrt werden können. In Zweifelsfällen können Sie auf der Webseite für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe der Bundesregierung eine Beispielsliste für Vorrat an Lebensmitteln und Getränken für 10 Tage finden.

3.Kein Umarmen, keine Hände schütteln: Begrüßen Sie Bekannte auf der Straße herzlich, halten Sie aber einen Mindestabstand von 2 Metern von denen ein. Vermeiden Sie Körperkontakt selbst zu Verwandten oder nahen Freunden. Es besteht immer die Gefahr, dass Ihre Bekannten Viren an ihren Händen haben, die beim Händeschütteln auf Ihre Hände übertragen werden.

4. Mundschutz tragen: Mundschutz ist ein umstrittenes Thema. In der Regel hilft er nur, wenn alle ihn tragen. Die Atemmaske verhindert, dass kranke Menschen Viren mit Husten oder Atem in den Raum verbreiten. Sie verhindert auch eine Schmierinfektion, im Falle, dass Sie mit den Händen eine infizierte Oberfläche berührt haben und sich dann ins Gesicht fassen

5. Lieber Radfahren, statt mit dem öffentlichen Verkehr fahren: Vermeiden Sie den öffentlichen Verkehr, die Taxis und reisen Sie per Flugzeug nur, wenn es wirklich notwendig ist.  Stattdessen können Sie zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren. An der frischen Luft sinkt das Infektionsrisiko und Bewegung tut auch dem Körper gut.

Coronavirus Ansteckung Hände richtig waschen

6. Waschen Sie Ihre Hände länger als gewöhnlich. Durchschnittlich waschen wir unsere Hände 10 Sekunden. Wenn Sie sich aber vor Viren schützen möchten, dann sollten Sie Ihre Hände mindestens 20 Sekunden gründlich mit Seife waschen und dann abspülen. Vergessen Sie dann nicht, auch den Wasserhahn zu reinigen. Waschen Sie Ihre Hände um die 20 Mal am Tag.

Desinfizieren Sie Ihre Hände für mindestens 20 Sekunden: Befeuchten Sie zuerst die Hände mit einem Tropfen Desinfektionsmittel (auf der Packung ist die notwendige Menge Desinfektionsmittel angegeben). Reiben Sie die Handflächen zuerst aneinander, dann an die Finger, dann an die Handrücken. Vergessen Sie nicht, die Handgelenke und die Daumen reichlich mit dem Desinfektionsmittel einzureiben und auch die Fingerspitzen zu reinigen.

7. Vermeiden Sie es, sich mit den Händen ins Gesicht zu fassen: Mit ungewaschenen Händen können Sie Viren und Bakterien auf den Mund und die Augen übertragen. Von dort gelingen die Krankheitserreger in die Schleimhäute und in die oberen Atemwege.

8. Reinigen Sie Türklinken, Handys, Laptops und Tabletts gründlich. Da, wo es möglich ist, können Sie die Oberflächen mit Desinfektionsmittel desinfizieren. Ansonsten können Sie einfach mit einem trockenen Wattestäbchen oder Taschentuch die Oberfläche reinigen.

Atemmaske tragen und Hände regelmäßig disinfizieren


9. Gummihandschuhe tragen: Ob Gummihandschuhe wirklich helfen, ist eine sehr umstrittene Frage. Ähnlich wie bei der Atemmaske sollten Sie sie tragen, vor allem um Ihre Mitmenschen zu schützen. Sie sind auch als Schutz geeignet, wenn Sie Ihre Hände momentan nicht waschen können und keine Desinfektionsmittel bei sich haben. Sie können Gummihandschuhe tragen, wenn Sie zum Beispiel Geld am Automaten abheben möchten oder Türgriffe und Türklinken berühren müssen, die viele andere Menschen ebenfalls berühren.

10. Versuchen Sie, die Tür nicht mit den Händen, sondern mit Ellenbogen zü öffnen. Fassen Sie so wenig wie möglich Oberflächen an, die auch andere anfassen. Zahlen Sie bargeldlos, um den Kontakt mit dem Verkäufer zu vermeiden.

11. Bezahlen Sie Ihre Rechnungen online und bestellen Sie Lebensmittel auch online, um den Kontakt zu anderen Menschen auf das Minimum zu halten und um nicht Schlange warten zu müssen. Die meisten Supermarkt- Ketten bieten kontaktlose Lieferung. Das bedeutet, der Kurier klingelt und lässt das Essen vor der Tür.

12. Immunsystem stärken: Mit gesunder Ernährung, Übungen und Atemübungen können Sie Ihr Immunsystem stärken. Und ein starkes Immunsystem hilft im Kampf gegen Viren und Bakterien.

13. Vermeiden Sie, mit Ihren Händen zu essen, egal ob draußen oder zu Hause. Eine Pizza, Würstchen oder Kekse: Essen Sie nur nachdem Sie Ihre Hände gründlich gewaschen oder desinfekziert haben. Und selbst zu Hause sollten Sie lieber Besteck verwenden, um eine Nummer sicher zu gehen.

14. Lassen Sie Ihre Schuhe vor der Haustür oder befeuchten Sie eine Türmatte mit Desinfektionsmittel und reinigen Sie dort die Schuhe. Ziehen Sie sie vor der Haustür aus und lagern Sie die Jacke und die Schuhe im Kleider- bzw. Schuhschrank im Flur.

Wäsche bei 60 Grad waschen und desinfizieren

15. Waschen Sie Ihre Kleidung bei 60 Grad Celsius. Auf diese Weise können Sie verhindern, dass sich Keime in der Waschmaschine bilden. Sie können auch eventuell Viren auf der Kleidung abtöten.

Die Schutzmaßnahmen gegen Coronavirus Ansteckung sind diesen einer Grippe sehr ähnlich. Es gibt aber eine Ausnahme: Die Infizierten mit Influenza sind nur ein Tag vor den ersten Symptomen ansteckend. Im Unterschied dazu sind die Infizierten mit Coronavirus bis zu 10 Tagen vor den ersten Symptomen ansteckend. Deswegen sollten Sie Gedränge unbedingt meiden. Wenn Sie etwas Online bestellen, dann vermeiden Sie den direkten Kontakt mit dem Kurrier. Am besten bleiben Sie zu Hause und versuchen, Ihre Kontakte auf das Minimum zu halten.

Coronavirus Ansteckung: Diese Schutzmaßnahmen helfen nicht!

Coronavirus Ansteckung vor Viren schützen Wasser regelmäßig trinken


Wenn es um eine Coronavirus Ansteckung geht, ist es wichtig zu wissen, welche Schutzmaßnahmen wirklich helfen und welche – nicht. Wir listen deswegen für Sie auch die Maßnahmen, die sich als nicht effektiv erweisen:

  • Hände mit heißem Wasser waschen: Heißes Wasser kann nicht das Virus auf unseren Händen abtöten. Es hilft auch nicht weiter, wenn wir unsere Hände gründlich mit heißem Wasser abspülen. Am besten verwenden Sie Desinfektionsmittel oder waschen Sie Ihre Hände mit Seife.
  • Augenbrillen, Kontaktlinsen oder Sonnenbrillen können unsere Augen nicht vor dem Coronavirus schützen. Umso mehr – manchmal neigen wir dazu, unsere Augen zu reiben, wenn wir Augenbrille oder Kontaktlinsen tragen.
  • Mund mit Alkohol abspülen: Ob Alkohol wie Wodka wirklich Krankheitserreger abtöten kann, ist fraglich. Aber ein Versuch ist es auf jeden Fall wert.
  • Alle 15 Minuten einen Schluck Wasser trinken, kann eine Coronavirus Ansteckung nicht verhindern. Ebenfalls wie alle 15 Minuten einen Schluck Tee oder Saft trinken. Wer aber viel Wasser trinkt, tut etwas Gutes für seine Abwehrkräfte. Denn Wasser sorgt für bessere Durchblutung, so können wichtige Nährstoffe und Sauerstoff den Zellen schnell geliefert werden.

Coronavirus Ansteckung Tipps zum richtigen Schutz

  • Nach 24 Stunden kann das Virus auf den Oberflächen nicht mehr infizieren. Das stimmt nicht so richtig, denn Studien haben nachgewiesen, dass Viren selbst nach 9 Tagen aktiv auf Metall- oder Plastikoberflächen bleiben können. Also desinfizieren Sie zur Sicherheit alle Oberflächen im Haus.
  • Eine Scheibe Zwiebel kann Viren in der Luft abtöten. Das stimmt nicht, und wenn wir dabei sind, auch Knoblauchzehen, Orangen, Zitronen usw. können nicht Viren in der Luft abtöten.
  • Der Schutz, den Sie eine selbstgenähte Atemmaske bietet, ist auch fraglich. Solche Atemmasken sind nur dann einigermaßen effektiv, wenn sie aus zwei oder mehr Schichten bestehen. Wir haben Ihnen bereits zwei Ideen gegeben, wie Sie eine solche Maske selber nähen können. Die eine Variante war einmalig, aus Küchenpapier, die andere – für mehrmaligen Gebrauch aus Stoff und trockenen Feuchttüchern. Wenn Sie eine Atemmaske selber nähen, können Sie sie auch sterilisieren, waschen und vor allem – bügeln. Tragen Sie eine solche Maske nicht länger als eine Stunde, denn sie wird schnell von ihrem Atem angefeuchtet und ist dann weniger effektiv.
  • Trinken Sie auf keinen Fall Chlordioxid, er kann nicht vor Coronavirus schützen. Umso mehr: Mediziner warnen vor gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen vom Chlordioxid.
  • Vertrauen Sie nicht Kettenbriefen, die in den sozialen Netzwerken verschickt werden, sondern prüfen Sie immer zur Sicherheit die Information. Das können Sie tun, indem Sie auf der Webseite der Gesundheitsbehörden vor Ort klicken und die Schutzmaßnahmen gegen Coronavirus noch einmal checken.

Coronavirus Ansteckung: Folgen Sie den Hinweisen der Behörden

Zu Hause bleiben häusliche Quarantäne bei Coronavirus

Wenn Sie sich effektiv vor Coronavirus schützen möchten, dann sollten Sie an erster Stelle die Hinweise der Behörden befolgen. Lernen Sie, die Information zu filtrieren und vertrauen Sie nur zuverlässigen Quellen. Denn es wird immer Gerüchte geben, dass es ein Wundermittel gegen Coronavirus hilft. Das ist auch die größte Gefahr für Ihre Gesundheit, denn oft ist die Wirkung der Heilmittel nicht wissenschaftlich belegt. Sie geben oft auch falsche Sicherheit.

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