Wie Sie ältere Menschen über Covid-19 aufklären und zu sozialer Distanzierung anregen – 5 Tipps

Autor: Anne Seidel

SozialDie Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention warnen davor, dass Covid-19 besonders für ältere Menschen gefährlich sein kann. Dennoch nehmen gerade diese die Warnungen nicht ernst und achten weder darauf, einen ausreichend großen Abstand zu anderen Personen einzuhalten, noch auf die nötige Hygiene. Und das bereitet ihren Kindern und Enkeln nicht nur Sorgen. Das fehlende Verständnis und eventuelle Ignoranz kann auch ganz schön an ihren Nerven zehren. Wir haben 5 Tipps, die Ihnen als Leitfaden dienen können, wenn Sie ältere Menschen in der Familie haben, mit denen Sie ein verständliches Gespräch führen möchten.

Warum gehen ältere Menschen so leichtfertig mit dem Coronavirus um?

Ältere Menschen halten sich oft nicht an die Schutzmaßnahmen der Regierung

Dass ältere Menschen die Epidemie nicht so ernst nehmen, hat im Großen und Ganzen wahrscheinlich drei Ursachen:

  • Zum einen haben sie in ihrem Leben bereits viele andere gefährliche Situationen erlebt (Kriege, andere Epidemien, den Kalten Krieg, die Angst vor einem Atomkrieg etc.). Risikoreiche und stressige Zeiten sind für sie also nicht Neues und verursachen somit nicht dieselbe Panik, wie bei jüngeren Generationen.
  • Nicht zu unterschätzen ist der Fakt, dass sich heutzutage viele Rentner und ältere Menschen im Allgemeinen noch sehr fit und gesund fühlen. Aus diesem Grund möchten sie nicht einsehen, dass bei ihnen ein erhöhtes Risiko einer Infektion mit Covid-19 besteht.
  • Menschen mögen Routinen. Sie geben ein Gefühl des Komforts und der Normalität. Das gilt ganz besonders für ältere Personen. Kommt die Routine durcheinander, kann sich das auf die Psyche einer Person auswirken. Die Isolation kann zu Depressionen führen. Und das Gefühl der Einsamkeit, das ältere Menschen während einer solchen sozialen Distanzierung verspüren, scheint realer als der unsichtbare Virus. Deshalb neigen sie auch eher dazu, sich nicht an die Maßnahmen zu halten.

Ältere Menschen und Covid-19 – Die richtige Person finden

Seien Sie verständlich und hören Sie zu, wenn Sie mit Eltern über den richtigen Schutz vor Covid-19 reden

So wie Sie zu manchen Personen mehr Vertrauen haben als zu anderen oder für glaubwürdiger halten, so ist das auch bei allen anderen Menschen. Gerade wenn es sich um Eltern und Kinder handelt, sind die Eltern meist nicht bereit auf die jüngere Generation zu hören. Schließlich sollten sie es doch sein, die Tipps und Weisheiten fürs Leben weitergeben und nicht umgekehrt.

“Manchmal sehen ältere Menschen ihre erwachsenen Kinder noch immer als ihre kleinen Kinder an. Ist dies der Fall, würde ich dem erwachsenen Kind empfehlen, herauszufinden, welcher Person die Eltern eher zuhören würden und sich somit besser für das Gespräch eignet”, sagt Jenn Leiferman, Doktor in Philosophie, Leiterin des Rocky Mountain Prevention Research Center und Dozentin an der Colorado School of Public Health. Solche Personen können langjährige Familienfreunde, Geschwister oder sogar ein Pfarrer sein.

Ältere Menschen über den Coronavirus aufklären – Der richtige Ton

Für ältere Menschen ist die Isolierung und die fehlende Routine schlimmer als das Infektionsrisiko

Niemand wird gern kontrolliert. Wählt man die falschen Argumente oder gar den falschen Ton, kann eine Trotzreaktion die Folge sein und man erreicht das Gegenteil.

“Betonen Sie in Ihrem Gespräch, dass der Grund, weshalb Sie das Thema ansprechen und möchten, dass Ihre Eltern ihr Verhalten ändern, ist, dass Sie sie lieben und viele gemeinsame Jahre mit ihnen verbringen möchten. Schnell kann das Gespräch den Anschein erwecken, es ginge um Kontrolle. Versuchen Sie so sehr Sie können klarzustellen, dass es um Liebe und nicht um Kontrolle geht”, empfiehlt Dr. Alexandra Stockwell, Beziehungsexpertin und Gründerin von “Calm in Chaos”.

Stellen Sie viele Fragen

Ältere Menschen gut über die Risiken des Coronavirus informieren


Damit sollte das Gespräch beginnen. Versuchen Sie herauszufinden, was die Gründe für das Verhalten der Eltern sind und hören Sie gut zu. Warum möchten sie die Schutzmaßnahmen nicht einhalten? Jede Antwort wiederholen Sie noch einmal laut. So zeigen Sie ihnen, dass Sie wirklich zuhören und ihnen folgen.

“Jedes Gespräch mit einem Elternteil, das sich nicht an die Empfehlungen der Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention halten, sollte mit Respekt und Neugier angegangen werden. Rechtschaffenheit oder eine herablassende Haltung sind hingegen der falsche Weg. Es spielt keine Rolle, wie sehr ein erwachsenes Kind glaubt, recht zu haben, denn die meisten Eltern wird das nicht beeindrucken”, erklärt Stockwell.

Leiferman empfiehlt: “Oft kann man ältere Menschen dazu bringen, ihr Verhalten zu verändern, indem wir herausfinden, was sie zu diesem Verhalten anregt. Anders als ihnen vorzuschreiben, was sie tun sollen, können wir den Eltern dann dabei helfen, Wege zu erkennen und zu finden, mit denen sie ihr eigenes Verhalten ändern können.”

Nennen Sie Informationen aus zuverlässigen Quellen

Bringen Sie Großeltern den Umgang mit Computern bei, um in Verbindung und informiert zu bleiben

Oft vertrauen ältere Menschen, und darunter möglicherweise auch Ihre Eltern, den falschen Quellen. Vor allem, wenn sie Zugang zum Internet haben, kann es schnell passieren, dass sie auf Artikel stoßen, die die Situation herunterspielen und Maßnahmen wie soziale Distanzierung und angeordnete Isolation als Überreaktion bezeichnen. Achten Sie deshalb darauf, dass sich auch ältere Menschen auf den richtigen Seiten informieren und informieren Sie sich bereits vor dem Gespräch auch selbst ausreichend, um eventuelle Fragen beantworten zu können.

Akzeptieren Sie, dass Sie nur sich selbst kontrollieren können

Finden Sie die richtige und vertrauenswürdige Person, die das Gespräch mit den Großeltern führt


Sollten Ihre Eltern sich nach dem Gespräch über Covid-19 weiterhin nicht ausreichend schützen wollen, bleibt Ihnen nur noch, diese Entscheidung zu akzeptieren. Leiferman empfiehlt dann, den älteren Menschen trotzdem mit Respekt, Liebe und Unterstützung entgegenzukommen. Auf keinen Fall sollte die Situation in einen Streit ausarten, aufgrund dessen Sie nicht mehr miteinander reden.

Es ist wichtig, verbunden zu bleiben und damit meinen wir auch verbunden per Telefon oder Internet. Schließlich sollen ältere Menschen im Falle der Fälle Hilfe bekommen und auch Sie über alles infomieren können. Sind Sie hingegen wütend aufeinander, besteht das Risiko, dass Ihre Eltern sich nicht mit Ihnen in Verbindung setzen, wenn dies nötig ist.

Vermeiden Sie Kontrolle auszuüben, sondern seien Sie liebevoll mit älteren Personen

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