Tomaten vorziehen: 7 Geheimtipps für erfolgreiche Aussaat und Anzucht

von Olga Schneider
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Wer schmackhafte Tomaten im Garten und Gewächshaus haben möchte, der zieht seine Pflanzen selber vor. Damit die Anzucht aber wirklich gelingt, kommen die nächsten 7 Geheimtipps zur Hilfe. Wir erklären, worauf Sie achten sollten, um gesunde Pflanzen zu erhalten. Tomaten vorziehen, leicht gemacht!

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Tomaten vorziehen: 7 Tipps für erfolgreiche Anzucht

Zugegeben: Pflanzen aus Samen vorzuziehen, bringt viele Vorteile. Man kann die gesündesten Exemplare auswählen, die Reifezeit verlängern und die Erträge erhöhen. Zudem wird Geld für vorgezogene Tomaten gespart. Allerdings ist die Anzucht keine einfache Aufgabe. Oft scheitert man, obwohl man in spezielle Beleuchtung, Vorzuchttöpfe und Anzuchterde investiert hat. Hier kommen 7 Tipps, mit denen Sie den Prozess erfolgreich steuern können.

Damit die Pflanzen gut keimen und gesunde Stiele bilden, spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Dazu zählen unter anderem: Der richtige Zeitpunkt, die richtige Raumtemperatur, ausreichendes Licht, passende Anzuchterde.

Tipp Nr. 1: Tomaten zum richtigen Zeitpunkt aussäen

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Der richtige Zeitpunkt ist für das Endergebnis entscheidend. Dabei gibt es mehrere Varianten:

1. Frühreifende Sorten kann man bereits im Januar vorziehen: Aussaat im Januar kommt für kompakte Sorten infrage, die dann ins Gewächshaus eingepflanzt oder als Kübelpflanzen im sonnigen Wintergarten wachsen werden. Auch eine sonnige Fensterbank mit Südausrichtung bietet unter Umständen gute Voraussetzungen für eine reiche Ernte. Zu diesem Zweck eignet sich Saatgut, das man aus den ersten Früchten im vorigen Jahr gesammelt hat. Sorten, die sich gut eignen, sind zum Beispiel:

  • „Micro Tom“ – eine sehr kompakte und ertragreiche Zwergtomate
  • „Red Alert“ – rote, kleinwüchsige Kirschtomatensorte
  • „Ida Gold“ – gelb-orange Cocktailsorte, perfekt für Kübelhaltung

2. Ende Februar bis Mitte März: für Tomaten, die als Jungpflanzen dann auf den Balkon oder in den Garten eingepflanzt werden. Dies passiert in der Regel etwa zwei Wochen nach den Eisheiligen. Die richtige Pflanzzeit ist daher Anfang bis Mitte März. Werden die Tomaten zu früh ausgesät, dann bekommt man welke Pflanzen mit langen, brüchigen Trieben. Sie fallen oft Opfer von Schädlingen oder Krankheiten. Pflanzt man sie später als geplant, kann sich die Blütezeit verlängern und die Früchte brauchen deutlich mehr Zeit, bis sie reif werden.

Tipp Nr. 2: Große Anzuchtschale nehmen

tomaten vorziehen auf der fensterbank tipps

Tomaten sind schnell- und üppig wachsende Pflanzen, die viel Platz in der Anzuchtschale einnehmen. Als optimal erweisen sich Anzuchtschalen mit Fächern, die mindestens 5 cm breit, 5 cm lang und 7 cm tief sind. So kann das lästige Umtopfen entfallen, die Jungpflanzen werden nicht zusätzlich gestresst und geschwächt. Wenn sie eine Wuchshöhe von mindestens 15 cm erreichen und bereits mehrere Blattpaare gebildet haben, dann können sie ins Gemüsebeet mit einem Mindestabstand von 50 cm eingepflanzt werden. Kompakte Kübelsorten brauchen Töpfe oder Pflanzkästen, die mindestens 35 cm breit und 50 cm tief sind. So kann die Tomatenpflanze richtig gut verwurzeln und gesund wachsen.

Tipp Nr. 3: Temperatur im Raum konstant halten

tomaten vorziehen und ins gewächshaus einpflanzen

Tomaten keimen am besten bei konstanter Raumtemperatur. Als optimal erweisen sich 20° C bis 26° C, sie fördern das Wachstum und verkürzen die Keimzeit. Die Pflanze wird bei kaltem Luftzug, zum Beispiel durch häufiges Öffnen von Türen und Fenstern, schlecht vertragen. Ebenfalls schlecht verträgt sie aber auch heiße Luft, zum Beispiel von Klimaanlagen. Die besten Bedingungen bietet ein sonniger und beheizter Wintergarten oder ein beheiztes Gewächshaus. Grundsätzlich gilt – am besten einen Standort noch vor dem Aussäen wählen und ihn dann während der Keimphase nicht verändern.

Tipp Nr. 4: LED-Licht statt Sonnenlicht

Ein häufiger Fehler, den die Hobby-Gärtner begehen ist, die Pflanzen an einen sonnigen Platz im Haus zu stellen. Leider ist das Sonnenlicht in den Wintermonaten unzureichend, denn die Jungpflanzen brauchen 14 bis 16 Stunden täglich direktes Licht.  Hängen Sie stattdessen LED-Pflanzenlicht direkt über die Tomaten auf. Der optimale Abstand zwischen Beleuchtungskörper und frisch gekeimte Pflanzen liegt bei 4 cm. Je größer sie werden, desto größer kann der Abstand sein.

Tipp Nr. 5: Diese Anzuchterde bringt die Samen zum Keimen

tomaten vorziehen und ins hochbeet einpflanzen
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Die richtige Anzuchterde ist für das Endergebnis entscheidend. Sie sollte luftig, wasserdurchlässig, locker und nährstoffreich sein.  Herkömmliche Gartenerde kommt nicht infrage – vor allem deswegen, weil sich bei höheren Temperaturen Keimen breitmachen und Schädlinge schlüpfen können. Junge Tomatenpflanzen sind nicht krankheitsresistent und können schnell befallen werden. Mischen Sie daher am besten die Anzuchterde selber aus 1 Teil Pflanzenerde, 1 Teil feinkrümeliger, gereifter Kompost, 1 Teil fein staubreduzierter Perlit und 1/5 Teil gemahlene Eierschalen.  Düngen Sie die Erde regelmäßig mit Brennesseljauche oder Hornspänen, um das Wachstum und die Blattbildung zu fördern.

Tipp 6: Die Jungpflanzen feucht halten

keimende tomaten richtig gießen anleitung und tipps

Vorgezogene Tomaten bei Raumtemperatur brauchen mehr Feuchtigkeit, als Freilandpflanzen. Das liegt daran, dass die Erde schneller antrocknet und die Luftfeuchtigkeit im Haus deutlich geringer als draußen ist. Es empfiehlt sich, während der Keimphase täglich Fingerprobe zu machen. Jungpflanzen müssen in der Regel alle 2-3 Tage, am besten morgens, gegossen werden. Die regelmäßigen Wassergaben sind sehr wichtig. Um Krankheiten und Schimmel zu vermeiden, gießen Sie die Tomaten immer von unten. Die Blätter sollten trocken bleiben.

Tipp 7: Die Tomaten vorziehen und dann anbinden

Zu Hause vorgezogene Tomaten sind schwächer als Freilandpflanzen und brauchen oft eine Rankhilfe. Binden Sie die Stiele an, damit sie unter dem Gewicht der Früchte nicht brechen. Tun Sie dies am besten gleich nach dem Umpflanzen in den Garten.

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