Verändert Zeit zwischen Impfstoffdosen die Immunantwort auf COVID-19?

Von Charlie Meier

Eine neue Studie gibt die Gewissheit, dass eine längere Zeit zwischen erster und zweiter Dosis des Oxford-AstraZeneca-Impfstoffs die Immunantwort nicht beeinträchtigt. Eine Pause von bis zu 45 Wochen führte tatsächlich zu einer stärkeren Immunabwehr im Vergleich zum empfohlenen Intervall. Die verabreichte Booster-Impfung mehr als 6 Monate nach der zweiten Dosis stärkte die Immunität gegen bestehende Varianten des Coronavirus sogar weiter.

Welche Rolle spielt die Zeit zwischen Impfungen gegen Coronavirus?

arzt bereitet zweite dosis vom impfstoff gegen coronavirus für patienten

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine Pause von 8 bis 12 Wochen zwischen der ersten und zweiten Dosis des AstraZeneca-Impfstoffs. Dies ist einer der weltweit am weitesten verbreiteten Impfstoffe. Die neuen Forschungsergebnisse der Universität Oxford bestätigen jedoch, dass eine zweite Dosis des Impfstoffs auch nach einer Pause von bis zu 45 Wochen noch hochwirksam ist. Die Untersuchung ergab, dass eine lange Verzögerung von Vorteil sein kann. Sie führt zu mehr Antikörpern gegen SARS-CoV-2 sowie zu einer verstärkten zellulären Immunantwort. Diese Studie ergab, dass die Antikörperspiegel nach einer Einzeldosis bis zu 1 Jahr erhöht blieben. Laut den Autoren gebe es jedoch einen Kompromiss zwischen dem Infektionsrisiko aufgrund einer stetig abnehmenden Immunität nach der ersten Dosis. Die dritte Impfstoffdosis führte zu höheren Antikörperspiegeln, die alle Alpha-, Beta- und Delta-Varianten von Sars-CoV-2 neutralisieren konnten. Die Forscher betonten jedoch, dass die Frage, ob Menschen eine dritte „Booster“-Dosis benötigen würden, immer noch umstritten ist.

FOTOleere spritze nach längerer zeit zwischen zwei impfstoffdosen gegen covid 19

Die neuesten Daten deuten darauf hin, dass zwei Dosen des AstraZeneca-Impfstoffs mit der Delta-Variante 92 % Schutz vor Krankenhausaufenthalten bieten. Zwei Dosen des Pfizer-BioNTech-Impfstoffs bieten 96 % Schutz. Die Autoren weisen jedoch auf einige Mängel ihrer Studie hin. Zum Beispiel gab es begrenzte Daten über T-Zell-Antworten nach einer verzögerten zweiten Dosis. Außerdem maßen sie Immunantworten nur bis zu 28 Tage nach einer dritten Dosis. Die Wissenschaftler planen aber, Freiwillige nach 6 Monaten zu testen. Schließlich umfasst die aktuelle Forschung nur jüngere Erwachsene, aber eine Studie mit älteren Erwachsenen ist bereits im Gange.

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