Eine Zahnfleischentzündung erhöht das Risiko an Demenz zu erkranken

Von Olga Schneider

 Eine Zahnfleischentzündung kann das Risiko erhöhen, an Demenz zu erkranken. Das ergibt eine neue Studie, die von Forschern der Universität in Greifswald durchgeführt wurde.

Warum kann eine Zahnfleischentzündung Alzheimer bzw. Demenz auslösen? Forscher suchen nach Antworten

Zahnfleischentzündung kann Alzheimer oder Demenz auslösen neue Studie

Die Zahnfleischentzündung ist eine durch Bakterien ausgelöste Infektion des Zahnfleisches. Entamoeba Gingivalis ist meistens schuld am Problem, denn sie besiedelt die Plaqueablagerungen am Zahnfleisch. Gingivitis ist meistens auf unzureichende Mundhygiene zurückzuführen. Wenn die Erkrankung chronisch verläuft, kann sich der gesamte Zahnhalteapparat entzünden. Dann spricht man von Parodontitis. Die Mediziner vergleichen die Erkrankung mit einem Eisberg, da die Betroffenen oft keine Symptome spüren.

Nun hat das deutsche Forscherteam einen Zusammenhang zwischen der Zahnfleischerkrankung und Demenz festgestellt. Parodontitis kann das Risiko erhöhen, später im Leben an Demenz zu erkranken. Bei Menschen, bei denen die Zahnfleischentzündung chronisch verläuft, ist das Risiko höher als bei Menschen, die an akuter Gingivitis oder Parodontitis leiden.

An Demenz erkranken, weil man Parodontitis hat: Forscher finden einen Zusammenhang zwischen den beiden Erkrankungen

Zusammenhang zwischen Parodontitis und Alzheimer gefunden

Die Forscher aus Greifswald haben zum ersten Mal einen Zusammenhang zwischen der Behandlung von Parodontitis und dem Beginn einer Alzheimer-Krankheit festgestellt, als sie die Ergebnisse eines experimentellen Modells analysierten. Dabei wurden die Daten von 177 Patienten, die aufgrund von Parodontitis behandelt wurden, mit diesen von 409 Patienten, die keine Behandlung bekamen, verglichen. Nach der Analyse wurde ein moderater bis starker Zusammenhang zwischen der Zahnfleischerkrankung und Alzheimer festgestellt.

Es gibt auch gute Nachrichten, denn Parodontitis und Gingivitis können behandelt werden. Die Daten weisen darauf hin, dass die Behandlung bei Parodontitis überraschende positive Nebeneffekte haben kann. Sie kann dazu beitragen, dass der Verlust an Gehirnsubstanz verlangsamt wird.

Die Forscher weisen darauf hin, dass die Patienten nach der Behandlung durchschnittlich 7, 3 Jahren beobachtet und untersucht wurden.

Da Parodontitis durch eine Reihe von Krankheitserregern ausgelöst werden kann, ist eine rechtzeitige Behandlung von großer Bedeutung. So können auch Folgeschäden vorgebeugt werden. Eine andere Methode wurde gerade in den USA getestet. Die Forscher dort versuchen, die Krankheitserreger, die vom Mund zum Gehirn wandern, durch Medikamente zu bekämpfen.

Zu der Studie

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