Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs: Forscher hoffen, dass eine Methode auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz helfen kann

Von Olga Schneider

Der Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine der tödlichsten Krebserkrankungen. Da die frühen Stadien der Erkrankung symptomfrei verlaufen, wird ein Großteil der Patienten zu spät diagnostiziert. Je später die Behandlung beginnt, desto geringer sind die Überlebenschancen. Laut Statistik sind knapp 5 Jahre nach der Diagnose 90 % der Patienten nicht mehr am Leben. Die Mediziner sind deswegen auf der Suche nach neuen Methoden zur frühen Diagnosestellung, die die Chancen auf eine Heilung erhöhen wird. Eine solche Methode zur Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs ist das maschinelle Lernen, ein Teilgebiet der künstlichen Intelligenz. Mit dieser Methode können verschiedene Muster erkannt werden.

Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs: Neue nicht invasive Methode zeigt sich laut Studie als „vielversprechend“

Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs durch neue Methode

Die Forscher an der Londoner Schule für Hygiene und tropische Medizin haben die Studie durchgeführt und die Ergebnisse veröffentlicht. Im Rahmen der Studie haben die Wissenschaftler die Daten in den Patientenakten von über 1000 Probanden im Alter zwischen 15 und 99 Jahren analysiert. Alle Teilnehmer wurden zwischen Januar 2005 und Juni 2009 mit Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert. Die Forscher suchten nach Symptomen und Beschwerden, die bei den Betroffenen zwei Jahre vor der Diagnose auftraten. Aufgrund der Datenanalyse konnten sie dann einen Algorithmus programmieren, der die Patienten mit einem hohen Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken, erkennt.

Bauchspeicheldrüsenkrebs durch künstliche Intelligenz diagnostizieren

Mithilfe dieser Methode konnten die Wissenschaftler 41 % der Patienten unter 60 Jahren bereits 20 Monate vor der Diagnosestellung identifizieren. Über 72 % der Menschen, die später mit dem Krebs diagnostiziert wurden, wurden als potenziell gefährdet eingestuft. Mehr als 59 % Menschen aus der Kontrollgruppe wurden richtig als nicht gefährdet eingestuft. Diese Menschen sind nicht an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt. Ähnlich waren die Ergebnisse auch bei der Altersgruppe zwischen 60 und 99 Jahren.
Das Team schätzt ein, dass der Algorithmus zusammen mit Blut- und Urintests zu einer Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs beitragen kann. Die Mediziner kennen bereits mehrere Symptome bzw. mögliche Auslöser, die bei der Diagnosestellung helfen können. Allerdings handelt es sich um Symptomatik, die erst in den späteren Krebsstadien vorkommt. Die Forscher hoffen aber, eine Methode entwickelt zu haben, die die Diagnosestellung in den frühen asymptomatischen Stadien ermöglicht. Auf diese Weise könnten die Überlebenschancen der Betroffenen deutlich steigen und Menschenleben gerettet werden.

Zu der Studie

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