Viruslast bei Kindern mit COVID-19 höher als bei Erwachsenen

Autor: Charlie Meier

In der bislang umfassendsten Studie zu pädiatrischen COVID-19-Patienten liefern Forscher kritische Daten, die zeigen, dass die Viruslast bei Kindern hoch ist, was die Verbreitung des Coronavirus in den Schulen beeinflussen kann. In einer Studie mit 192 Kindern im Alter von 0 bis 22 Jahren wurden 49 Kinder positiv auf SARS-CoV-2 getestet, und weitere 18 Kinder hatten eine spät einsetzende, von COVID-19 bedingte Erkrankung. Dies hat gezeigt, dass die infizierten Kinder einen signifikant höheren Virusgehalt in ihren Atemwegen als erwachsene Patienten auf Intensivstationen hatten.

Ist die Viruslast bei Kindern ansteckender?

viruslast bei kindern mit coronavirus als potenzielle ansteckungsgefahr

Die Studienautoren waren über die hohen Viruskonzentrationen, die sie bei Kindern jeden Alters festgestellt haben, ganz überrascht. Die Übertragbarkeit oder das Ansteckungsrisiko bei einer hohen Viruskonzentration ist dementsprechend größer. Selbst wenn Kinder für COVID-19 typische Symptome wie Fieber, laufende Nase und Husten aufweisen, überschneiden sich diese häufig mit Kinderkrankheiten wie Influenza und Erkältung. Dies verwechselt eine genaue Diagnose. Zusammen mit der Viruslast bei Kindern untersuchten die Forscher die Expression des Virusrezeptors und der Antikörperantwort bei gesunden kleinen Patienten. Dabei gab es auch Kinder mit akuter SARS-CoV-2-Infektion und eine geringere Anzahl solcher mit Multisystemerkrankung. Die Ergebnisse von Rachen- und Nasenabstrichen sowie aus Blutproben haben Auswirkungen auf die Wiedereröffnung von Schulen, Kindertagesstätten und anderen Standorten mit einer hohen Kinderdichte und die enge Interaktion mit Lehrern und Mitarbeitern.

Die Forscher meinen, dass Kinder nicht immun gegen diese Infektion sind und ihre Symptome nicht mit Exposition und Infektion korrelieren. Während der COVID-19-Pandemie haben sie hauptsächlich symptomatische Probanden untersucht. Somit sind sie zu dem falschen Schluss gekommen, dass die überwiegende Mehrheit der infizierten Menschen Erwachsene sind. Die Studienergebnisse zeigen also, dass Kinder nicht gegen Coronavirus geschützt sind und ebenfalls als potenzielle Verbreiter betrachtet werden sollten.

Studienergebnisse

schulen wieder öffnen während der covid 19 pandemie soziale distanz halten

Forscher stellten fest, dass Kinder mit COVID-19 zwar nicht so häufig wie asymptomatische Träger, die ihre Schule besuchen, krank werden. Sie können jedoch Coronaviren übertragen und die Infektion nach Hause bringen. Dies ist ein besonderes Problem für Familien in bestimmten sozioökonomischen Gruppen, die von der Pandemie stärker betroffen waren, sowie für Familien mit mehreren Generationen und schutzbedürftigen älteren Erwachsenen im selben Haushalt. In der Studie stammten 51 Prozent der Kinder mit akuter SARS-CoV-2-Infektion aus einkommensschwachen Gemeinden. Dies haben die Forscher mit 2 Prozent aus einkommensstarken Gemeinden verglichen.

In einem weiteren bahnbrechenden Ergebnis der Studie zeigen Daten aus der Gruppe, dass jüngere Kinder zwar eine geringere Anzahl an Virusrezeptoren als ältere Kinder und Erwachsene aufweisen, dies jedoch nicht mit einer verringerten Viruslast bei Kindern korreliert. Laut den Autoren deutet dieser Befund also darauf hin, dass Kinder eine hohe Viruskonzentration tragen können. Dies bedeutet, dass sie ansteckender sind, unabhängig von ihrer Anfälligkeit für die Entwicklung einer COVID-19-Infektion. Diese Studienergebnisse betonen also vor allem Maßnahmen zur Infektionskontrolle. Das schließt soziale Distanzierung, universelle Maskenverwendung, effektives Händewaschen und eine Kombination aus Fern- und persönliches Lernen ein. Die Forscher betrachten das routinemäßige und fortgesetzte Testen aller Schüler auf SARS-CoV-2 mit der rechtzeitigen Meldung der Ergebnisse als einen unverzichtbaren Bestandteil einer sicheren Rückkehr in die Schule.

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