Videospiele können die Nebenwirkungen einer Krebstherapie mindern

Von Olga Schneider

Heute ist der Weltkrebstag 2021 und die Fachwelt beginnt den Tag mit einer guten Nachricht. Forscher aus Spanien stellten fest, dass Videospiele die Nebenwirkungen einer Krebstherapie bei Kindern mindern können. Die Ergebnisse sind vielversprechend: Kinder, die während der Chemotherapie Videospiele spielen konnten, benötigten weniger Schmerzmittel als Kinder, die beim Aufenthalt im Krankenhaus keine Beschäftigung hatten.

Die Nebenwirkungen einer Krebstherapie durch Spielen reduzieren

Videospiele als Ersatz zum Schmerzmittel bei Krebstherapie

Die Stiftung „Juegaterapia“ hat es sich zum Ziel gesetzt, Spielmöglichkeiten für krebskranke Kinder in den Krankenhäusern zu schaffen. Dazu gehören unter anderem begrünte Dachflächen, wo körperlich aktive Kinder spielen können und Videospiele für diejenigen, die im Bett bleiben müssen.

Gerade die Videospiele stehen im Fokus der Studie. Die Testgruppe bildeten Kinder, bei denen eine schmerzhafte Entzündung der Mundschleimhaut nach einer Chemotherapie aufgetreten ist. Insgesamt 20 Patienten, 11 Mädchen und 9 Jungen mit Durchschnittsalter von 11,5 Jahren nahmen an der Studie teil und alle Probanden spielten zweieinhalb Stunden täglich Videospiele. Die Forscher stellten fest, dass die Kinder täglich 7,3 mg/kg weniger Morphine brauchten und von einer deutlich niedrigeren Schmerzintensität berichteten. Die Pupillen der Kinder waren nach der Spielzeit nicht erweitert.

Videospiele mindern Nebenwirkungen einer Krebstherapie bei Kindern

Die Forscher erklären die positiven Ergebnisse mit der Wirkung der Videospiele auf das parasympathische Nervensystem. Sie aktivieren den Parasympathikus, einen wichtigen Teil des Nervensystems, und erhöhen den Vagalton. Die Kinder können sich auf das Spielen konzentrieren und vergessen währenddessen die Schmerzen. Die Ärzte im Kinderkrankenhaus La Paz in Madrid verabreichen rund 20 % weniger Schmerzmittel als gewöhnlich.

Videospiele haben aber einen weiteren positiven Effekt auf kranke Kinder: Sie bieten eine Ablenkung von der Krebserkrankung und lassen Ängste, die mit dem Aufenthalt im Krankenhaus verbunden sind, verschwinden. Sie helfen den Kindern, mit der Situation zurechtzukommen. Das hilft auch der Familie bzw. den Kinderbetreuern, denn so können alle den Stress besser bewältigen.

Die Stiftung in Spanien sammelt Spielkonsolen von Spendern und arrangiert Spielstationen in den Zentren für Krebsbehandlung in den Krankenhäusern. Die Methode mit den Videospielen wird übrigens auch in anderen Ländern bereits angewendet. Auch in Bulgarien spielen kranke Kinder mit gespendeten Spielkonsolen und die Ärzte im osteuropäischen Land berichten ebenfalls von positiven Ergebnissen.

Zu der Studie

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