Wird es bald mRNA-Impfstoff gegen Krebs geben? Forscher testen verschiedene Präparate

Von Olga Schneider

Bis vor einem Jahr war die Methode nur Forschern und Medizinern bekannt. Inzwischen wissen alle, was ein mRNA-Impfstoff ist. Weniger bekannt ist, dass diese Impfstoffe keine Neuigkeit sind und bereits seit Jahren als Präparate gegen verschiedene Krebsarten getestet werden. Ihre Entwicklung wurde aber durch die Coronakrise beschleunigt. Der schnelle Fortschritt im Rahmen von nur einem Jahr und die zahlreichen Studien, die die Wirksamkeit der Impfstoffe belegt haben, sind für die Wissenschaftler sehr wichtig. Gerade bei Krebserkrankungen können sich die sogenannten mRNA-basierten Therapieansätze als besonders hilfreich erweisen.

Wie funktioniert ein mRNA-Impfstoff gegen Krebs?

Neuer Impfstoff gegen Krebs in der Testphase

Die mRNA-Impfstoffe transportieren wichtige Erbinformationen über den Krankheitserreger zum menschlichen Immunsystem und fördern auf diese Weise die Bildung von Abwehrstoffen gegen Erreger. So sind unsere Abwehrkräfte bestens im Kampf gegen das Virus ausgerüstet und können im Falle einer Ansteckung schnell den Krankheitserreger neutralisieren.

Eine mRNA-Vakzine gegen Krebs liefert Informationen über die Proteine der spezifischen Krebszellen, sodass der Körper Antigene herstellt, die diese Proteine blockieren. Damit so ein Impfstoff seine Funktion erfüllen kann, sollten die Erbinformationen der Krebszellen sehr vorsichtig ausgesucht werden. Im Idealfall sollten diese Erbinformationen sehr spezifisch sein und nicht in gesunden Körperzellen vorkommen.

mRNA-Impfstoff gegen Krebs: Noch in der Testphase

impfen gegen Krebs in Zukunft möglich

Diese Methode bietet mehrere Vorteile für Krebspatienten. Zum einen fördert eine solche Impfung die körpereigenen Abwehrkräfte, die dann die Krebszellen unschädlich machen. Das würde bedeuten, dass der Körper selbst quasi lernt, die Krebszellen zu blockieren. Theoretisch wäre dies ohne weitere Medikamente möglich. Theoretisch wäre es auch möglich, maßgeschneiderte Vakzinen für jeden Patienten herzustellen. Und das in einer sehr kurzen Zeit.

Die Methode ist vielversprechend und befindet sich gerade in der Testphase. Wann ein mRNA-Präparat von der EU-Kommission zugelassen und gegen welche Krebsarten es wirksam sein wird, ist immer noch unklar. In Deutschland allein werden inzwischen 17 Impfstoffe getestet, die Hälfte davon befindet sich bereits in Phase zwei oder drei. Die Vakzinen, die entwickelt werden, geben Hoffnung für Patienten mit verschiedenen Krebskrankheiten von Melanomen bis hin zu Lungenkrebs.

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