Verkürzte Telomere als möglicher Grund für schweren Verlauf bei Covid-19

Autor: Charlie Meier

Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass Patienten mit schwer verlaufender Krankheit aufgrund einer Infektion mit Sars-CoV-2 signifikant verkürzte Telomere haben. Die Studie postuliert also, dass die Verkürzung der Telomere infolge der Virusinfektion die Geweberegeneration behindert. Aus diesem Grund leidet auch eine größere Anzahl von Menschen an Langzeitfolgen von COVID-19.

Wie wirken sich verkürzte Telomere aufs Coronavirus aus?

verkürzte telomere mit steigendem alter als gründ für schweren krankheitsverlauf bei covid 19

Das Team entwickelte bereits eine Therapie zur Regeneration des Lungengewebes bei Patienten mit Lungenfibrose. Die Forscher glauben nun, dass so eine Behandlung auch denjenigen helfen könnte, die nach der Überwindung von COVID-19 noch Lungenläsionen haben. Telomere sind Strukturen, die alle Chromosomen in jeder Zelle des Organismus schützen. Es ist bekannt, dass die Telomerlänge ein Indikator für das Altern ist. Jedes Mal, wenn sich eine Zelle teilt, verkürzen sich ihre Telomere, bis sie ihre Schutzfunktion nicht mehr erfüllen können. So kann die Zelle beschädigt werden und aufhören, sich zu teilen. Während des gesamten Lebens teilen sich die Zellen ständig, um das Gewebe zu regenerieren. Wenn dieser Prozess stoppt, weil die Telomere zu kurz sind, altert der Körper. Bei einer Infektion mit Sars-CoV-2, infiziert das Virus also genau diese Zellen im Lungengewebe, was zu einer Lungenfibrose führen kann. Es sind also verkürzte Telomere, die diese Geweberegeneration nach Infektionen behindern, so die Studienautoren.

röntgenaufnahme von lungenschäden bei coronavirus

Die präsentierten Daten sprechen also für diese Hypothese, indem sie einen Zusammenhang zwischen einem schweren Krankheitsverlauf bei COVID-19 und kürzeren Telomeren finden. Wie in der Allgemeinbevölkerung nahm die durchschnittliche Länge der Telomere bei den untersuchten Patienten mit zunehmendem Alter ab. Da die am schwersten davon betroffenen Patienten auch die ältesten sind, besteht außerdem so eine Korrelation zwischen einem höheren Schweregrad und einer kürzeren Telomerlänge. Interessanterweise haben die Forscher auch festgestellt, dass Patienten mit schwereren COVID-19-Pathologien in verschiedenen Altersstufen kürzere Telomere als diejenigen mit milderen Erkrankungen aufweisen. Diese Ergebnisse zeigen, dass molekulare Merkmale des Alterns, wie das Vorhandensein kurzer Telomere, die Schwere der Krankheit beeinflussen können. Eine potenziell nützliche Art der Therapie bei Patienten mit verbleibenden Lungenschäden nach COVID-19 wäre die Telomerase. Dabei können die Wissenschaftler verkürzte Telomere verlängern.

Anzeige



Bild einbetten

Code kopieren, um das Bild einzubetten: Großes Bild: Kleines Bild: BB-Code:
Fertig