Wie transkranielle Magnetstimulation das Gedächtnis bei Demenz fördert

Von Charlie Meier

Eine Studie legt nahe, dass die niederfrequente transkranielle Magnetstimulation eines bestimmten Teils des Gehirns die Bildung von Erinnerungen fördern könnte. Experten bezeichnen diese als episodisches Gedächtnis, das sich jedoch durch Demenzerkrankungen oder Hirnverletzungen beeinträchtigen lässt. Die neue Entdeckung könnte dementsprechend eine Möglichkeit bieten, Menschen mit Gedächtnisproblemen durch Hirnstimulation zu helfen.

Das Gedächtnis durch transkranielle Magnetstimulation verbessern

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Die Fähigkeit, neue Erinnerungen zu bilden, nimmt mit zunehmendem Alter langsam ab. Hirntraumata und Erkrankungen wie die Alzheimer-Krankheit können jedoch zu einem schweren, schwächenden Gedächtnisverlust führen. Einige verschreibungspflichtige Medikamente können bei Menschen mit Alzheimer helfen, das Gedächtnis zu verbessern, aber ihre Wirkung ist begrenzt und von kurzer Dauer. Hersteller vermarkten rezeptfreie Nahrungsergänzungsmittel, die als Nootropika bekannt sind, um das Gedächtnis zu verbessern. Es gibt jedoch nur wenige wissenschaftliche Beweise für ihre Wirksamkeit. Nun ist eine Forschungsgruppe möglicherweise auf einen völlig neuen Weg gestoßen, das episodische Gedächtnis mithilfe magnetischer Impulse zu stimulieren. Dazu erforschte das Team ein Phänomen, das als freiwilliges Vergessen bekannt ist. Die Forscher bemerkten dabei, dass langsame magnetische Impulse das Gedächtnis zu verbessern schienen. Sie verwendeten eine etablierte Technologie namens repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS), um die Impulse auf die linke Seite der Stirn der Probanden zu übertragen. Dies geschah über eine Region des Gehirns namens dorsolateraler präfrontaler Kortex.

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Diejenigen, deren linke Hirnregionen magnetisch stimuliert wurden, waren in einem nachfolgenden Test signifikant besser darin, sich an Wörter zu erinnern. Gleichzeitig verwendeten die Wissenschaftler Elektroenzephalographie (EEG), um die elektrische Aktivität im Gehirn der Teilnehmer zu überwachen. Bei der EEG-Auslesung schienen die langsamen magnetischen Impulse die Leistung der Gehirnwellen im Beta-Frequenzbereich über einen Teil des Gehirns zu reduzieren. Das Experiment schien das Gleichgewicht zwischen Nervenstimulation und Erregung in Richtung mehr Hemmung gekippt zu haben. Dies könnte dementsprechend für die Gedächtniscodierung von Vorteil sein. Es sei jedoch noch zu früh, über klinische Anwendung zu sprechen, weil diese Grundlagenforschung noch nicht abgeschlossen ist, so Forscher. Die Studienergebnisse sind aber für Alzheimer-Patienten, die nach und nach die Fähigkeit verlieren, episodische Erinnerungen zu bilden, von großer Bedeutung. Die Autoren dieser Studie hoffen, die Wirkung weiter untersuchen zu können und mögliche Anwendungen zur Behandlung von Demenzerkrankungen zu erforschen.

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