Thrombosen nach Impfung gegen COVID-19 erfolgreich behandeln

Autor: Charlie Meier

Ein auftretendes Syndrom von Thrombosen nach Impfung gegen Covid-19 ist bereits bei einigen Menschen zu beobachten. Dies beinhaltet eine Blutgerinnung an ungewöhnlichen Stellen im Körper, die mit einer niedrigen Thrombozytenzahl (Blutplättchen) und einer Gerinnungsstörung verbunden ist. Im medizinischen Fachjargon wird dieses Syndrom als Impfstoff-induzierte Thrombozytopenie bezeichnet. Nun konnten Ärzte der medizinischen Abteilung der Universität Wien und des allgemeinen Krankenhauses der Stadt so einen akuten Fall mit Erfolg therapieren.

Therapieansatz bei Thrombosen nach Impfung gegen Coronavirus

medizinische angestellte verabreicht einer frau impfstoff gegen coronavirus

Die veröffentlichen Ergebnisse zeigen, dass dieses Syndrom höchstwahrscheinlich durch eine defekte Immunantwort entsteht. Dabei produziert das Immunsystem Thrombozyten-aktivierende Antikörper, die zu Thrombozytopenie (niedrige Thrombozytenzahl) und Thrombose führen. Die Sterblichkeitsrate ist in solchen Fällen hoch (40-50 %) und das Syndrom erfordert eine sofortige und angemessene Behandlung. Die aktuellen Empfehlungen sind jedoch nur empirisch und basieren auf Daten aus Laborstudien. Ein Ärzteteam hat nun erfolgreich eine Patientin behandelt. Nach der Krankenhausaufnahme haben die Ärzte bei ihr eine niedrige Thrombozytenzahl sowie Fibrinogenmangel diagnostiziert. Fibrinogen ist ein Protein, das eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung spielt. Abgesehen davon waren ihre D-Dimer-Werte, die auf Thrombose hinweisen, sehr hoch. Ein ELISA-Test ergab außerdem auch ein eindeutig positives Ergebnis für Heparin-induzierte Antikörper, was das Anzeichen einer beginnenden Thrombose ist.

im krankenhaus gesammelte blutproben von patienten mit thrombosen nach impfung gegen covid 19

Die Ärzte handelten schnell mit einer hohen Dosis intravenöser Immunglobulin, Cortison und spezifischer Antikoagulantien, so dass sie eventuelle Thrombosen nach Impfung verhindern können. Konzentrate von Immunglobulin enthalten vor allem Antikörper, die eine fehlgeleitete Immunantwort blockieren können. Die üblichen Heparinpräparate dürfen nicht zur Verhinderung der Gerinnung verwendet werden, da sie eine Thrombose auslösen oder verschlimmern können. In diesem Fall konnte das Team erstmals die Wirksamkeit einer potenziell lebensrettenden Behandlungsstrategie für Impfstoff-induzierte Thrombosen beschreiben. Diese neuen Erkenntnisse erschienen kürzlich in einem Fachjournal. Einerseits stützen die veröffentlichen Ergebnisse die aktuellen Behandlungsempfehlungen. Sie zeigen jedoch auch, dass eine sofortige Diagnose und ein sofortiger Beginn der Behandlung erforderlich sind, um eine lebensbedrohliche Thrombose zu verhindern. Diese Erfahrung könnte laut den Autoren bei der Behandlung anderer Patienten mit ähnlichen Erkrankungen eine große Hilfe sein.

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