Erster synthetischer Kraftstoff für Flugzeuge ohne CO2 aus Deutschland

Von Charlie Meier

Ein klimafreundlicher, synthetischer Kraftstoff für Flugzeuge soll bald in Deutschland in Produktion gehen. Das hergestellte Kerosin wird angeblich frei von Kohlendioxid und somit für die Umwelt schonender sein. Im Emsland wird die weltweit erste Produktionsanlage die sogenannten Power-to-Liquid-Flugkraftstoffe herstellen. Unterstützer gehen davon aus, dass dies einen großen Beitrag zum umweltfreundlichen Fliegen leisten könnte.

Synthetischer Kraftstoff ohne Ausstoß von Kohlendioxid für die Luftfahrt

synthetischer kraftstoff wie kerosin klimafreundlich produzieren

Bei der Verbrennung dieses synthetischen Kerosins wird nur so viel CO₂ in die Atmosphäre freigesetzt, wie der Hersteller zuvor für seine Produktion verwendet hat, was ihn klimaneutral macht. Der Luftverkehr verursacht derzeit etwa 2,5 % der weltweiten Emissionen von Kohlendioxid, einem Treibhausgas, das zur globalen Erwärmung beiträgt. Während andere Transportmittel zunehmend mit Elektrizität funktionieren, ist die Herausforderung, große, batteriebetriebene Flugzeuge zu bauen, enorm. Experten sagen, dass sogenannte E-Fuels helfen können, das Problem zu lösen. Dies geschehe, indem sie fossile Treibstoffe ohne größere technische Modifikationen am Flugzeug ersetzen. Die Anlage in Werlte nahe der nordwestlichen Grenze Deutschlands zu den Niederlanden wird Wasser und Strom aus vier nahegelegenen Windparks zur Wasserstoffproduktion nutzen. Die Treibstoffmenge, die das Werk ab Anfang nächsten Jahres produzieren kann, ist jedoch bescheiden: nur acht Barrel pro Tag oder etwa 336 Gallonen Kerosin. Das würde reichen, um alle drei Wochen ein kleines Passagierflugzeug zu betanken.

kohlendioxid und co2 ausstoß schadet der umwelt

Atmosfair, eine deutsche Non-Profit-Gruppe hinter dem Projekt, will vor allem zeigen, dass der Prozess technisch und wirtschaftlich machbar ist. Ein synthetischer Kraftstoff wie dieses Kerosin wird zunächst außerdem deutlich teuerer sein. Dabei wird Atmosfair nicht verraten, wie viel es seinem ersten Kunden, der deutschen Fluggesellschaft Lufthansa, in Rechnung stellen wird. Darüber hinaus legen Behörden auf nationaler und europäischer Ebene Kontingente für die Menge an E-Fuel fest, die Fluggesellschaften künftig verwenden müssen. Das wird Nachfrage schaffen und es attraktiver machen, in größere und bessere Anlagen zu investieren. Klimaforscher warnten jedoch davor, dass E-Fuels keine kurzfristige Lösung gegen die globalen Emissionen seien. Wichtig sei auch, dass der Kohlenstoff, der zur Herstellung von E-Fuels verwendet wird, direkt aus der Atmosphäre und nicht als Nebenprodukt bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe gewonnen wird.

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