Könnten Süßungsmittel in der Schwangerschaft die Darmflora des Babys beeinflussen und zu fettleibigen Nachkommen führen?

Von Charlie Meier

Wissenschaftler untersuchten in neuer Studie, ob Süßungsmittel in der Schwangerschaft irgendwelche gesundheitliche Risiken vor und nach der Geburt bewirken könnten. Darüber hinaus wollten die Studienautoren herausfinden, ob künstliche Süßstoffe das Risiko für Fettleibigkeit bei ungeborenen Kindern erhöhen. Die Ergebnisse zeigten, dass Aspartam und Stevia sogar die Bakterienpopulation im Darm des Fötus verändern könnten.

Wie sich Süßungsmittel in der Schwangerschaft auf den Fötus auswirken

lächelnde schwangere frau mit babybauch hält einen tee

Das Forschungsteam fand heraus, dass der Körperfettanteil der Nachkommen von Labormäusen tendenziell höher war, wenn sie während der Schwangerschaft Süßstoffe konsumierten. Die Rattenwelpen zeigten außerdem auch Veränderungen der mikrobiellen Gemeinschaften im Darm. Es war eine Zunahme der Propionat- und Butyrat-produzierenden Mikroben und einer Abnahme der durch Laktose fermentierenden Spezies zu beobachten. Laut den Studienautoren könnte dies die Gewichtszunahme erklären. Die Ergebnisse legten dementsprechend nahe, dass die Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft das Gewicht des Neugeborenen signifikant beeinflussen kann. Viele Menschen verwenden kalorienarme Süßstoffe als gesündere Alternative zu Zucker. Diese können jedoch einige unerwartete Auswirkungen in der Schwangerschaft mit sich bringen. Während sie bei Erwachsenen weitgehend ungiftig sind, deuten frühere Untersuchungen darauf hin, dass der vorgeburtliche Verzehr durch Mütter das Risiko für Übergewicht und das Darmmikrobiom bei Säuglingen beeinflussen kann.

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Die Studienergebnisse zeigten, dass bestimmte Bakterien und ihre Enzyme damit in Verbindung standen, wie viel der Nachwuchs zunahm und wie viel Körperfett dieser ansammelte. Was bedeuten die Ergebnisse also für werdende Mütter? Die Forscher haben ihre Untersuchungen mit Labortieren durchgeführt. Daher sind die Ergebnisse nicht direkt auf Menschen übertragbar. Frühere Studien an Menschen haben jedoch auch einen ähnlichen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Süßstoffen während der Schwangerschaft und einem höheren Körpermasseindex von Säuglingen gezeigt. Weitere Forschungen würden daher Müttern eine klarere Anleitung geben. Angesichts der Ergebnisse der aktuellen Studie kann es sich also lohnen, auf Süßstoffe während der Schwangerschaft zu verzichten. Das Befolgen der Ernährungsrichtlinien wäre ebenfalls eine wichtige Maßnahme, um eventuellen Gesundheitsrisiken für das Baby vorzubeugen.

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