Begeht der Stamm Delta des Coronavirus Selbstmord? Japanische Wissenschaftler mit neuen Erkenntnissen

Von Charlie Meier

Der in Japan dominierende Stamm Delta von Sars-CoV-2 könnte sich laut einheimischen Forschern selbst zerstören und schließlich aussterben. Dies lege daran, dass diese Variante des Coronavirus zu viele Mutationen aufweist, die sich quasi selbst „auffressen“. Das zeigen die Ergebnisse eines Wissenschaftlerteams des National Institute of Genetics und der University of Niigata. Da das Virus übermäßig mutiert, sammeln sich nicht-strukturelle Proteine ​​an. Dadurch kann es sich im Laufe der Zeit nicht selbst reparieren, was dementsprechend zu seiner Selbstzerstörung führen wird.

Stirbt der Stamm Delta von Sars-CoV-2 in Japan aus?

delta stamm des coronavirus kann sich wegen mutationen selbst zerstören

Das japanische Forschungsteam behauptet, dass andere Varianten, die COVID-19 verursachen, nachweislich zu weniger Symptomen führen oder sich noch schneller verbreiten. Darüber hinaus verzeichnet das Land jeden Tag nur 140 Fälle, obwohl der ansteckendere Stamm Delta vor drei Monaten dort dominierte. Die Neuinfektionen erreichten im August mit rund 23 000 ihren täglichen Höhepunkt, aber seitdem sind die Zahlen deutlich zurückgegangen. Kürzlich registrierten die Behörden in der Hauptstadt Tokio nur 16 neue Fälle. Eine der Theorien für den plötzlichen Rückgang der Delta-Infektionsrate besagt, dass die anhaltende Mutation dazu geführt hat, dass sie effektiv verpufft. Während Mutationen ein Virus noch potenter machen können, ändert sich seine Zusammensetzung im Laufe der Zeit, da es sich repliziert und Gene „Kopierfehler“ erleiden, was zu „evolutionären Sackgassen“ führen kann. Nun fanden die Wissenschaftler viele genetische Veränderungen bei dieser Variante des Coronavirus, bevor der Evolutionsprozess plötzlich zum Stillstand kam.

menschenmengen in japan mit schutzmasken während der covid 19 pandemie

„Während sich die Mutationen häuften, glaubten wir, dass es schließlich zu einem fehlerhaften Virus wurde und keine Kopien von sich selbst erstellen konnte. Wenn man bedenkt, dass die Fälle nicht zugenommen haben, denken wir, dass es irgendwann während solcher Mutationen direkt auf sein natürliches Aussterben zugeht.“ Die meisten Mutationen im Stamm Delta traten in der A394V-Region des nicht-strukturellen Proteins nsp14 auf. Dieses ist für die Fähigkeit des Virus verantwortlich, bestehende Fehler und Mängel zu korrigieren. Dies könnte also einer der Faktoren für den drastischen Rückgang der Neuinfektionen sein, wie in Japan berichtet. In anderen Ländern ist ebenfalls ein solcher Rückgang zu beobachten, so die Forscher. Gleichzeitig warnen sie auch, dass die Selbstzerstörung der Delta-Variante zur Einschleppung weiterer aktiver Stämme in das Land führen könnte.

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