SSRI-Medikamente gegen Depression verbessern deutlich die Überlebenschancen von Patienten mit COVID-19

Von Charlie Meier

Eine wissenschaftliche Analyse ergab, dass Menschen, die eine Klasse von Antidepressiva, bekannt als SSRI-Medikamente oder selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, insbesondere Fluoxetin einnahmen, signifikant seltener an COVID-19 als eine entsprechende Kontrollgruppe starben. Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Einnahme solcher Antidepressiva einem schweren Krankheitsverlauf bei Corona-Infektionen entgegenwirken könnte. Es sind jedoch größere randomisierte klinische Studien erforderlich, um dies zu beweisen.

Die positiven Auswirkungen der SSRI-Medikamente bei Sars-CoV-2

antidepressiva senken todesrisiko bei infektionen mit coronavirus

Die genauen Wirkungsmechanismen dieser Präparate bei Corona-Infektionen sind für die Studienautoren noch nicht ganz bekannt. Ihre ausführliche statistische Analyse zeigt jedoch einen signifikanten Zusammenhang. Dazu analysierte das Forschungsteam eine große Datenbank mit Krankenakten von Patienten mit Coronavirus, denen SSRI-Medikamente verschrieben wurden. Darüber hinaus verglichen die Wissenschaftler diese Patienten mit einer Kontrollgruppe, die nicht Antidepressiva während der Infektion einnahm. So konnten die Forscher die Auswirkungen solcher Arzneimittel bei COVID-19 genauer identifizieren. Die Ergebnisse zeigten, dass Patienten, die Fluoxetin einnahmen, ein um 28 Prozent geringeres Sterberisiko aufweisen. Diejenigen, die entweder Fluoxetin oder ein ähnliches Antidepressivum namens Fluvoxamin einnahmen, hatten ein um 26 Prozent geringeres Todesrisiko. Die gesamte Gruppe von Patienten, die irgendeine Art von SSRI Präparaten einnahmen, wies eine um 8 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit auf zu sterben als die entsprechenden Patientenkontrollen.

ssri medikamente als alternative behandlungsoption bei covid 19

Die Auswirkungen der Antidepressiva sind im Vergleich zu den in jüngsten klinischen Studien untersuchten neuen antiviralen Mitteln von Pfizer und Merck geringer. Nichtsdestotrotz behaupten die Forscher, dass Antidepressiva eine weitere Behandlungsmöglichkeit im Kampf gegen das Coronavirus darstellen könnten. Darüber hinaus ist wichtig, so viele Therapieoptionen wie möglich für die Behandlung jeder Erkrankung zu finden. Ein bestimmtes Medikament oder eine bestimmte Behandlung funktioniert möglicherweise nicht oder wird von allen nicht gut vertragen. Daten aus elektronischen Krankenakten ermöglichen es den Autoren dieser Studie, schnell nach vorhandenen Medikamenten zu suchen, die sie gegen COVID-19 wiederverwenden könnten. Auf diese Weise können durch die Verwendung von alternativen Wirkstoffen möglicherweise mehrere Leben während der Pandemie gerettet werden.

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