Spezifische Immunreaktion nach COVID-19-Impfung bei Anti TNF Therapie

Von Charlie Meier

Bei entzündlichen Darmerkrankungen verwenden Ärzte Infliximab als Therapie, die jedoch nach Impfungen gegen Sars-CoV-2 eine spezifische Immunreaktion verursachen könnte. Forscher warnen aus diesem Grund in einer neuen Studie, dass diese gestörte Reaktion die Anfälligkeit für wiederkehrendes COVID-19 erhöhen kann. Darüber hinaus kann dies die Entwicklung neuer Varianten von SARS-CoV-2 vorantreiben.

Medizinische Ursachen für spezifische Immunreaktion nach Impfstoff

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Die Studienautoren fordern eine sorgfältige Überwachung der mit Infliximab behandelten Patienten nach der Impfung gegen COVID-19. Auf diese Weise ist sicherzustellen, dass sie eine ausreichend starke Antikörperantwort zeigen, um die Infektion abzuwehren. Infliximab gehört zu einer Klasse von Arzneimitteln, die Antitumor-Nekrose-Faktor (Anti TNF) sind. Diese Medikamente unterdrücken die Produktion eines entzündlichen Proteins, das an der Entwicklung verschiedener Erkrankungen beteiligt ist. Diese schließen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, die Arten von entzündlichen Darmerkrankungen sind, ein. Das Team wollte daher herausfinden, ob diese Medikamente auch die körpereigene Immunantwort auf SARS-CoV-2 abschwächen könnten. Sie verglichen dafür die Antikörperantworten bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen, die mit Infliximab oder einem anderen Biologikum namens Vedolizumab behandelt wurden. Vedolizumab ist ein monoklonaler Darmantikörper mit einer ähnlichen Dosierung wie Infliximab. Es ist jedoch nicht mit einer erhöhten Anfälligkeit für systemische Infektionen oder abgestumpften Immunantworten auf Impfungen verbunden.

arzt schreibt positives ergebnis eines tests auf coronavirus auf

Nur etwa die Hälfte der mit Infliximab behandelten Patienten, bei denen eine Infektion mit Coronavirus bestand, entwickelten anschließend Antikörper. Im Gegenteil dazu war dies bei etwa 83 % der mit Vedolizumab behandelten Personen nicht der Fall. Infliximab kann also laut den Studienautoren die Immunmechanismen, die für die Erzeugung von Antikörperreaktionen verantwortlich sind, direkt behindern. Die schützende Immunität sowie die spezifische Immunreaktion nach der Impfung umfasst jedoch mehr als nur Antikörper. Und das einzige untersuchte Medikament in dieser Studie war Infliximab. Dennoch legen die Ergebnisse nahe, dass eine geschwächte Antikörperantwort möglicherweise weitreichende Auswirkungen hat. Es erhöht die Anfälligkeit für wiederkehrendes COVID-19 bei mit Infliximab behandelten Patienten, was dann zu einer chronischen Besiedlung des Virus in Nase und Rachen führen kann. Wenn auch nach der Impfung abgeschwächte serologische Reaktionen beobachtet werden, müssen modifizierte Immunisierungsstrategien für Millionen von Patienten weltweit entwickelt werden.

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