Soziale Isolation wirkt sich durch Einsamkeit Symptome aufs Gehirn aus

Von Charlie Meier

Die soziale Isolation während der COVID-19-Pandemie hält weiter an und viele Menschen fühlen sich einsam. Eine neue Studie zeigt eine Art Signatur im Gehirn solcher Personen, die sich durch die Kommunikation zwischen verschiedenen neuronalen Netzwerken unterscheiden. Ein Forscherteam untersuchte diesbezüglich die Daten aus einer Magnetresonanztomografie (MRT), die Genetik und die psychologische Selbsteinschätzung von ungefähr 40 000 Erwachsenen mittleren Alters lieferte.

Wie wirkt sich soziale Isolation auf das Gehirn aus?

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Die Teilnehmer erklärten sich also freiwillig bereit, ihre Informationen in die britische Biobank aufzunehmen. Dies ist eine Open-Access-Datenbank, die Gesundheitswissenschaftlern auf der ganzen Welt zur Verfügung steht. Anschließend verglichen sie die MRT-Daten von Teilnehmern, die angaben, sich oft einsam zu fühlen, mit denen, die dies nicht taten. Die Forscher fanden verschiedene Unterschiede im Gehirn einsamer Menschen. Diese Manifestationen konzentrierten sich auf das sogenannte Standardnetzwerk. Dies ist eine Reihe von Gehirnregionen, die an inneren Gedanken beteiligt sind. Solche sind zum Beispiel Erinnerungen, zukünftige Planung, Vorstellung und Nachdenken über andere. Das Team fand also heraus, dass die Standardnetzwerke einsamer Menschen stärker miteinander verbunden waren. Überraschenderweise war auch das Volumen an grauer Substanz in Regionen des Standardnetzwerks größer. Einsamkeit korrelierte auch mit Unterschieden in Nervenfasern, die Signale vom Hippocampus zum Standardnetzwerk übertragen. Bei einsamen Menschen blieb die Struktur dieses Fasertrakts besser erhalten.

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Einsamkeit und soziale Isolation werden zunehmend als großes Gesundheitsproblem erkannt. Frühere Studien haben gezeigt, dass ältere Menschen, die unter Isolation leiden, ein höheres Risiko für kognitiven Verfall und Demenz haben. Das Verständnis, wie sich Einsamkeit im Gehirn manifestiert, könnte also der Schlüssel zur Vorbeugung neurologischer Erkrankungen und zur Entwicklung besserer Therapien sein. Die Autoren der Studie fangen gerade erst an, die Auswirkungen der Einsamkeit auf das Gehirn zu verstehen. Durch die Erweiterung ihres Wissens auf diesem Gebiet können sie die Dringlichkeit einer Verringerung der Einsamkeit in der heutigen Gesellschaft besser einschätzen.

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