Schwedenbitter einnehmen: Anwendung, Dosierung und Nebenwirkungen

In den letzten Jahren wird Schwedenbitter vor allem als ein Verdauungsmittel gefeiert. Der Kräutertrunk kann aber viel mehr: Er hilft unter anderem bei Erkältungen, kann Schmerzen bei Arthrose lindern und die Leber entgiften. Wir verleihen Ihnen einen Überblick über die zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten, erklären Ihnen, wie Sie Schwedenbitter einnehmen und nehmen die möglichen Nebenwirkungen des Naturheilmittels unter die Lupe. Und wenn Sie Schwedenbitter selber machen möchten, dann können Sie im Artikel viele Tipps finden, wie Sie die Schwedenkräuter passend auswählen und den Schwedenbitter ansetzen können.

Schwedenbitter einnehmen: Das Rezept des Naturheilmittels war bereits im Mittelalter populär

Schwedenbitter einnehmen Kräuter einlegen

Das Rezept für die Kräutermischung wurde zum ersten Mal vom Chemiker Urban Hjärne zusammengestellt. Damals erhielt er sogar eine Erlaubnis, sein Naturheilmittel in den Apotheken zu verkaufen. Der Schwedenbitter erfreute sich lange Zeit einer großen Popularität, geriet dann aber in Vergessenheit. Im 18. Jahrhundert entdeckte der schwedische Arzt Claus Samt das Rezept in einem Familienrezepturbuch neu. Erst Maria Treben, eine selbstgelernte Kräuterkundige aus Österreich, machte aber den Schwedenbitter zu einem weltweit bekannten Naturheilmittel. In ihrem Buch "Gesundheit aus der Apotheke Gottes" befasste sich Treben mit Themen wie Heilkunde mit Naturmitteln und nahm die Wirkung verschiedener Kräuter unter die Lupe.

In den kommenden Jahren wurde sie aber wegen einiger ihrer Aussagen in ihrem Buch kritisiert. Es wurde behauptet, dass auch der Schwedenbitter krebserregende Zutaten wie Kampfer enthält. Später stellten jedoch die Ärzte fest, dass es sich um den weißen Kampfer handelt, der als gesundheitlich unbedenklich gilt. Der gelbe und der braune Kampfer enthalten zwar den krebserregenden Stoff Safrol, sie sind aber im Schwedenbitter, der in den Apotheken verkauft wird, nicht enthalten. Auch das Grundrezept beinhaltet nur weißen Kampfer.

Schwedenbitter Rezept nach Maria Treben: Die Schwedenkräuter und ihre Wirkung im Überblick

Wofür Schwedenbitter einnehmen Rezept und Wirkung erklärt

Das Grundrezept für Schwedenbitter enthält einen Mix aus den folgenden Kräutern, die im Handel oft als Schwedenkräuter bezeichnet werden: Aloe Vera, Myrrhe, Sennesblätter, Rhabarberwurzel, Safran, Kampfer, Zittwerwurzel, Manna Cannelata, Theriak venezian, Eberwurzwurzel und Angelikawurzel. Diese 11 Schwedenkräuter haben einen starken Geschmack und eine schnelle Wirkung. Der daraus zubereitete Kräutertrunk wird als kleiner Schwedenbitter bezeichnet. Es gibt noch ein weiteres Rezept, bei dem zusätzlich Muskatnuss, Lärchenschwamm, Tormentill, Bibergail, Kalmus und Kieselerde dazugegeben werden. Der Schwedenbitter, der auch diese Kräuter enthält, hat einen milden Geschmack und eine dementsprechend mildere Wirkung. Er wird als großer Schwedenbitter bezeichnet.

Schwedenbitter Rezept Maria Treben Anwendung und Dosierung Wofür Schwedenbitter einnehmen? Wir verleihen Ihnen einen Überblick über die Wirkung der einzelnen Kräuter und Zutaten:
  • Die Tonerde kann das Säuren-Basen-Verhältnis im Bauch ausgleichen.
  • Kräuter wie Angelika, Eberwurzel oder Zittwerwurzel können bei Sodbrennen helfen.
  • Aloe Vera, Muskat und Theriak haben eine wohltuende und regenerierende Wirkung und können bei Hautproblemen helfen. Diese Kräuter fördern auch die schnellere Wundheilung.
  • Bibergail kann Muskelverspannungen und Krämpfe entspannen und Bauchschmerzen lindern. Das Heilkraut wirkt auch gegen Kopfschmerzen.
  • Auch einige Beschwerden, die typisch für Erkältungen und Erkrankungen der oberen Atemwege sind, lassen sich mit Schwedenbitter gut lindern. Gegen Husten und Schnupfen helfen Myrrhe, Kampfer und Eberwurzel.

Die unterschiedlichen Kräuter müssen ganz genau dosiert werden, um einen optimalen Effekt zu erzielen. Deswegen sollten Sie zur Sicherheit einen fertigen Kräutermix aus der Apotheke kaufen.

Weiterhin ist es empfehlenswert, sich zuerst beim Arzt beraten zu lassen. Er kann am besten einschätzen, welche Wirkung der Kräutermix auf seinen Patienten haben wird.

Schwedenbitter einnehmen: Äußere Anwendung und Dosierung

Schwedenbitter einnehmen zubereiten Grundrezept in Details

Je nachdem, welche Beschwerde Sie lindern möchten, können Sie den Schwedenbitter innerlich oder äußerlich anwenden.

1. Äußere Anwendung: Bei einer äußeren Anwendung ist Vorsicht geboten. Da der Kräutertrunk mit Alkohol angesetzt wird, ist er nur bedingt für empfindliche Haut geeignet. Damit lassen sich weder eine Brennwunde, noch ein Sonnenbrand behandeln. Er kann sich aber auf bestimmte Hautausschläge positiv auswirken und das Hautbild verbessern. Wenn Sie den Schwedenbitter äußerlich anwenden, dann sollten Sie noch wissen, dass der Kräutermix die Haut verfärben kann.

In der Regel können Sie den Kräutertrunk unverdünnt anwenden, wenn Sie Zahnfleischentzündungen oder Wunden damit heilen möchten. Wenn Sie einen Umschlag auf eine bestimmte Stelle (zum Beispiel, um Arthritis-Schmerzen zu lindern) legen möchten, dann sollten Sie zuerst den Schwedenbitter mit Wasser verdünnen. Als optimal erweist sich eine Lösung aus 1/2 TL Schwedenbitter und 1/2 TL Wasser.  Tragen Sie zuerst eine Salbenschicht auf, um die Haut vor dem Austrocknen zu schützen. Tränken Sie dann mehrere Wattepads im verdünnten Schwedenbitter. Achten Sie darauf, dass die Wattepads feucht, aber nicht tropfnass sind. Decken Sie die Stelle mit Folie ab und lassen Sie den Schwedenbitter 10-20 Minuten wirken. Wenn der Kräutermix keine allergische Reaktion hervorruft, können Sie das nächste Mal den Schwedenbitter 1 Stunde einwirken lassen.

Wenn Sie an kalten Füßen und Händen leiden, dann können Sie einfach 1-2 Mal täglich unverdünnten Schwedenbitter in die Haut einreiben. Wenn Sie mit den Ergebnissen zufrieden sind, können Sie nach 1-2 Wochen einmal täglich, am besten am Abend, den Kreislauf mit Schwedenbitter anregen.

Schwedenbitter einnehmen: Innere Anwendung und Dosierung

Schwedenkräuter Mix kaufen und Schwedenbitter ansetzen

2. Innerliche Anwendung: Schwedenbitter wird traditionell zwei Mal täglich eingenommen. Bei Blähungen, Magenproblemen und Verdauungsbeschwerden wird 1 TL Schwedenbitter morgens und abends nach dem Essen genommen. Optional können Sie 20 - 30 Tropfen Schwedenbitter mit Tee, Saft oder Wasser verdünnen und direkt nach der Malzeit zu sich nehmen.

Da der Schwedenbitter die Verdauung und den Kreislauf fördert, wird er oft auch als ein natürliches Hilfsmittel bei Gewichtsreduzierung eingenommen. Ihr bitterer Geschmack unterdrückt das Hungergefühl, gleichzeitig regt er den Stoffwechsel an. Auch Sportler oder Bodybuilder können vor dem Training 1 TL Schwedenbitter einnehmen und so den Fettabbau und den Muskelaufbau fördern.

Schwedenbitter ansetzen Tipps und Rezeptideen für Anfänger Heilmittel aus der Natur

Bei Erkältungen sollten Sie 2-3 TL unverdünnten Schwedenbitter 3-4 Mal am Tag einnehmen. Da es sich hier um einen intensiven Heilungsprozess handelt, sollten Sie nach zwei Wochen eine Pause machen. Und Vorsicht: Wenn Sie andere Medikamente wie Antibiotika einnehmen, sollten Sie mit Ihrem Arzt unbedingt vor einer Eigenbehandlung sprechen. Denn Alkohol kann die Wirkung von Antibiotika abschwächen und ist selbst in kleinen Mengen in Kombination mit Antibiotika schädlich für die Leber. Außerdem kann es beim Alkoholkonsum zum sogenannten Antabus-Effekt kommen. Die Betroffenen können den Alkohol nicht abbauen und leiden an starken Kopfschmerzen, Übelkeit und Arrhythmie. Als Alternative bietet sich der alkoholfreie Kräutermix.

Schwedenbitter Einnahme: Gibt es Nebenwirkungen?

Schwedenbitter Einnahme zur Leberreinigung und weitere Anwendung Möglichkeiten

Obwohl Schwedenbitter als ein Naturheilmittel gefeiert wird, hat er Nebenwirkungen. Wie bereits erwähnt, sollten Schwangere, Allergiker, Asthmatiker und Menschen, die bestimmte Medikamente einnehmen, auf seine wohltuende Wirkung lieber verzichten. Alle anderen sollten sich den potentiellen Nebenwirkungen bewusst sein. Dazu zählen zum Beispiel Durchfall und Übelkeit. Wenn sie als Folge einer Therapie mit Schwedenbitter auftreten, dann ist das ein sicheres Anzeichen dafür, dass Sie die tägliche Dosis überschritten haben oder dass Sie sie verringern sollten. In einigen Fällen hilft es, wenn Sie den Schwedenbitter mit Wasser verdünnen. Wenn Sie einen kleinen Schwedenbitter gekauft haben, dann können Sie ihn durch einen großen Schwedenbitter ersetzen. Er enthält mehr Kräuter und hat eine mildere Wirkung.

Wenn Sie mit Schwedenbitter Ihre Haut zu lange behandeln, dann kann sie austrocknen. Weitere Nebeneffekte, vor allem bei Menschen mit empfindlicher Haut, sind Juckreiz und Hautrötungen. Um das Austrocknen zu vermeiden, können Sie die Haut mit Salben eincremen.

Rezept für Schwedenbitter: So machen Sie das Heilmittel aus der Natur selber

Schwedenbitter alkoholfrei Rezept zum selber machen

Sie müssen nicht unbedingt den Schwedenbitter als fertigen Kräutertrunk kaufen, sondern können ihn auch selber machen. Sie brauchen nur Schwedenkräuter für Schwedenbitter aus der Apotheke und hochprozentigen Alkohol. Meistens wird der Schwedenbitter mit Schnaps zubereitet. Er kann aber auch mit Wodka oder Wein mit einem Alkoholgehalt um die 40% zubereitet werden. Setzen Sie einfach die Schwedenkräuter mit dem Alkohol in einer Flasche mit weitem Hals an und stellen Sie sie in die Sonne oder neben die Heizung. Rühren Sie täglich den Kräutertrunk um. Nach 15 Tagen ist der Schwedenbitter fertig und Sie brauchen ihn nur noch zu sieben und in lichtundurchlässige Flaschen zu füllen. Bewahren Sie den hausgemachten Schwedenbitter an einem dunklen und kühlen Ort auf (aber nicht im Kühlschrank!).

Schwedenbitter alkoholfrei als Konzentrat selber machen

Schwedenkräuter Extrakt selber herstellen und einnehmen Tipps zur richtigen Anwendung

Schwedenbitter wird nach dem Grundrezept mit Alkohol zubereitet. In den Apotheken können Sie aber eine zweite Variante, nämlich den alkoholfreien Schwedenbitter, als Konzentrat finden. Diese Alternative ist auch für Kinder, Alkoholsüchtige oder Menschen mit Krankheiten, die keinen Alkoholkonsum zulassen, geeignet. Schwangere Frauen sollten lieber auf Schwedenbitter verzichten, denn einige Kräuter können Frühwehen auslösen. Für alle anderen aber, die auf die heilende Wirkung des Schwedenbitters nicht verzichten wollen, bietet sich die alkoholfreie Variante. Sie wird meistens als Konzentrat verkauft. Die meisten Hersteller schreiben dann vor, je nach den Beschwerden ein bis zwei Tropfen in eine Tasse Tee, Saft oder Wasser zu geben. Die Lösung sollte dann im Rahmen einer Stunde getrunken werden. Die Verdünnung können Sie bis zu drei Mal täglich trinken.

Schwedenbitter einnehmen Nebenwirkungen im Überblick

Natürlich können Sie den alkoholfreien Schwedenbitter selber machen. Besonders beliebt als Ersatz zum Alkohol ist der Apfelessig. Er eignet sich prima, da er ähnlich wie Alkohol den Kräutertrunk konservieren kann. Die Haltbarkeit des alkoholfreien Schwedenbitters ist dennoch geringer im Vergleich zu dieser des alkoholhaltigen Heilmittels. So wird das Konzentrat zubereitet: Kochen Sie zuerst kurz 300 ml Apfelessig auf, nehmen Sie ihn vom Herd, stellen Sie den Topf beiseite und lassen Sie den Apfelessig auf Raumtemperatur abkühlen. Geben Sie in der Zwischenzeit 100 g Kräutermix in ein sauberes und trockenes Einweckglas und übergießen Sie ihn mit dem Apfelessig. Verschließen Sie das Einweckglas und stellen Sie es an einen warmen Ort. Im Unterschied zum alkoholhaltigen Schwedenbitter, der in die Sonne gestellt wird, sollten Sie die angesetzten Schwedenkräuter nie direkt in die Sonne stellen. Desweiteren dürfen Sie das Glas nicht öffnen und umrühren, sondern einfach einmal täglich schütteln. Nach vier bis sechs Wochen können Sie die Flüssigkeit sieben und in lichtundurchlässige Flaschen füllen. Vergessen Sie nicht, das Herstellungsdatum auf die Flasche zu schreiben. In der Regel kann ein solcher alkoholfreier Schwedenbitter 2-3 Monate ungeöffnet und bis zu einer Woche geöffnet aufbewahrt werden.

Schwedenbitter Rezept mit Alkohol und äußere Anwendung erklärt



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