Lebendimpfstoffe mit besserem Schutz vor Influenza als Grippeimfpungen?

Von Charlie Meier

Forscher haben herausgefunden, warum abgeschwächte Lebendimpfungen im Immunsystem einen wirksameren Schutz vor Influenza fördern. Die neuen Studienergebnisse zeigten dementsprechend eine besser sensibilisierte Immunantwort auf Influenzaviren als inaktivierte Impfstoffe. Die kürzlich von Immunologen durchgeführte Mausstudie soll nun Forschern helfen, Impfstoffe zu entwickeln, die einen breiteren Schutzbereich abdecken könnten.

Wie aktive Viren in Impfungen einen stärkeren Schutz vor Influenza ermöglichen

lebendimpfstoffe zum besseren schutz vor influenza statt herkömmlichen grippeimpfstoffen

Das Influenzavirus ist ein bewegliches Ziel, das dementsprechend ständig mutiert. Darüber hinaus können herkömmliche Grippeimpfstoffe im Laufe der Saison ihre Wirksamkeit verlieren. Lebendimpfstoffe bieten einen breiteren Schutz gegen Varianten als inaktivierte Impfstoffe, verursachen aber auch häufiger Nebenwirkungen wie Fieber und Kopfschmerzen. Sie müssen daher in einigen Ländern, wie zum Beispiel in Japan, noch eine Zulassung bekommen. Lebendimpfungen induzieren außerdem auch die Produktion breit reaktiver Antikörper, aber bis jetzt wussten die Wissenschaftler nicht, warum dies geschieht. Nun haben die Autoren der neuen Studie an Mäusen zwei Prozesse entdeckt, die Lebendimpfstoffe bei den Versuchstieren auslösen. Diese sind nämlich für einen breiteren Schutz vor Influenza verantwortlich. Das Forschungsteam fand heraus, dass ein lebendes Virus im Impfstoff wie das Influenzavirus zur stärkeren Virusreplikation in der Lunge führt. Dies induziert wiederum eine strukturelle Veränderung des Virus, die Regionen von Antigenen freilegt, die vom Immunsystem erkennbar, aber ansonsten verborgen sind. Dies ist der erste Prozess.

virusreplikation vom influenzavirus bei starker immunantwort wie bei covid 19

Der zweite Prozess ist die Aktivierung von Keimzellen durch Interleukin 4 (IL-4). Dies ist ein Zytokin, das eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Antikörperproduktion spielt. IL-4 wird von speziellen T-Zellen abgeleitet, die als follikuläre T-Helferzellen bekannt sind. Diese Aktivierung bewirkt die Proliferation einer kleinen Population von B-Zellen und es sind diese B-Zellen, die für die Bildung von breit schützenden Antikörpern verantwortlich sind. Die Rolle von IL-4 bei der Induktion der breiten Immunantwort kam überraschend. Die Wissenschaftler glauben, dass beide Prozesse benötigt werden, um breit aktive Antikörper zu erzeugen. Dies schließt die virale Duplikation in der Lunge und die Expansion der kleineren Population von B-Zellen ein. Diese beiden Prozesse treten höchstwahrscheinlich auf, wenn eine Person mit dem Influenzavirus selbst infiziert ist. Die Autoren dieser Studie planen nun zu untersuchen, ob ein ähnlicher Mechanismus bei anderen Virusinfektionen, einschließlich COVID-19, funktioniert.

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