Ein Betablocker gegen Bluthochdruck verhindert Schocklunge bei Covid-19

Von Charlie Meier

Aktuelle Forschungsergebnisse weisen auf eine gängige Art von Betablockern als kostengünstige Therapie gegen Schocklunge bei COVID-19 hin. Die neue Studie legt nahe, dass Metoprolol Lungenentzündungen reduzieren und die klinischen Ergebnisse bei Patienten mit COVID-19-assoziiertem akutem Lungenversagen verbessern kann. Da sich die Sterblichkeitsraten wegen so einer Art von Zytokinsturm erhöhen, kann dies laut den Studienautoren eine wirksame Behandlungsstrategie werden.

Wirksamkeit von Metoprolol gegen Schocklunge bei Sars-CoV-2

durch covid 19 und zytokinsturm induzierte schocklunge oder akutes lungenversagen

Ein akutes Lungenversagen ist eine potenziell tödliche Erkrankung mit Lungenschäden und steht mit schweren Corona-Infektionen in Verbindung. Diese resultiert meistens aus unkontrollierter, überschießender Immunantwort auf die schnelle SARS-CoV-2-Replikation. Dabei wird das Lungengewebe durch Entzündungen und Flüssigkeitsansammlungen in den Alveolen, den Lungenbläschen, in denen der Gasaustausch mit den Blutgefäßen stattfindet, geschädigt. Angesichts der Studienergebnisse berichtet das Forschungsteam, dass Metoprolol Lungenentzündungen reduzieren und die Atemfunktion bei schwerkranken Patienten wiedererlangen kann. Solche Betroffenen stehen unter enormem Stress und haben die stärkste Aktivierung des sympathischen Nervensystems, die man sich vorstellen kann. Die Freisetzung großer Mengen von Noradrenalin und Adrenalin schädigt fast jedes Organ, einschließlich der Lunge. Die Behandlung mit Metoprolol, einem Beta-Adrenorezeptorenblocker, hemmt die schädlichen Wirkungen dieser Katecholamine im Blut zumindest teilweise. Insbesondere stellte das Team fest, dass Metoprolol die Anzahl der Neutrophilen in der Lunge reduzierte und zu deren geringeren Aktivierung führte.

junge patientin mit coronavirus nutzt inhalationsgerät wegen atemprobleme

Die Studienautoren fanden heraus, dass die Verabreichung von Metoprolol zu einer Verringerung der Anzahl spezifischer Immunzellen in den Flüssigkeitsproben führte. Darüber hinaus reduzierte die Behandlung den Spiegel entzündungsfördernder Zytokine wie MCP-1 in der Lunge und IL-8 im Blut. Bemerkenswerterweise gab es keine Nebenwirkungen im Zusammenhang mit dem Medikament. Die Autoren schlussfolgern, dass sich dieser klinisch zugelassene Betablocker für schwerkranke Patienten mit durch COVID-19 verursachter Schocklunge eignet. Dementsprechend verhindert sein Wirkstoff die mit der Krankheit verbundene sich verschlimmernde Lungenentzündung. Obwohl die Ergebnisse dieser Studie in einer größeren Forschungsarbeit zu bestätigen sind, könnte diese jüngste Untersuchung ausreichen, um den Einsatz des Medikamentes auch bei einigen Patienten zu prüfen.

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