Wirkt sich eine schlechte Mundhygiene auf die Schwere von Covid-19 aus?

Von Charlie Meier

Der Schweregrad von COVID-19 könnte durch eine schlechte Mundhygiene beeinflusst werden. Dies geht aus einer neuen Teilstudie hervor, die eine Korrelation zwischen Mundgesundheit und verzögerter Genesung von Patienten nahelegt. Die Ergebnisse zeigen eine potenzielle Notwendigkeit, die Mundgesundheit als zusätzlichen Risikofaktor für Herzpatienten mit Sars-CoV-2 zu betrachten.

Könnte die schlechte Mundhygiene einen schweren Krankheitsverlauf bewirken?

patientin mit schutzmaske beim zahnarzt während covid 19 pandemie

Die Mundhöhle ist ein potentielles Reservoir für respiratorische Krankheitserreger. Frühere Studien haben dies mit vermehrten Entzündungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Den Studienautoren zufolge hängt der Schweregrad von COVID-19 außerdem auch mit einer Entzündungsreaktion zusammen. Die Forscher stellten diese Hypothese auf, da die Inzidenz insbesondere bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu beobachten war. Dazu bewerteten sie die Mundgesundheit, die Schwere der Symptome, den Gehalt an c-reaktivem Protein (CRP) und die Dauer der Genesung. Daher empfehlen sie die Aufrechterhaltung der Mundgesundheit und die Verbesserung der Mundhygiene während einer Corona-Infektion. Darüber hinaus könnten regelmäßige Zahnarztbesuche von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie die Verwendung von antimikrobiellen Mundwässern die Schwere der Krankheit verringern. An der Studie nahmen 86 Herzkrankheitspatienten mit einem positiven COVID-19-PCR-Test teil.

mundwasser und zahnbürste gegen schlechte mundhygiene bei coronaviurs

Mithilfe eines Fragebogens bewerteten die Forscher die Mundgesundheit und den COVID-19-Schweregrad. Sie haben dazu eine Punktzahl verwendet, um die Auswirkungen der Mundgesundheit auf den Krankheitsverlauf zu bestimmen. Über den Fragebogen hat das Team Daten zu CRP-Spiegeln und COVID-19-PCR-Tests erhoben und durch Krankenakten bestätigt. Ein erhöhter Spiegel des c-reaktiven Proteins zeigt, wann eine Entzündung im Körper vorliegt. Den Forschern zufolge zeigte die Korrelation zwischen der Mundgesundheit und dem Schweregrad von COVID-19 eine signifikant inverse Beziehung. Es bestand außerdem auch ein Zusammenhang zwischen der Mundhygiene und der Erholungsphase. Eine schlechte Mundgesundheit korrelierte dementsprechend mit erhöhten CRP-Werten und einer verzögerten Genesung, insbesondere bei Patienten mit Herzerkrankungen. Laut den Autoren dieser Studie sollte die Mundgesundheit ein Teil der routinemäßigen Anamnese und Untersuchung bei Herzpatienten sein. Allen Herzpatienten könnten Maßnahmen hinsichtlich einer guten Mundhygiene mit regelmäßigen Zahnarztbesuchen vermittelt werden. Auf diese Weise könnten die Wissenschaftler diesen leicht modifizierbaren Risikofaktoren mehr Raum in der Forschung geben.

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